Das neue «Pilatus-Label» soll lokalen Bauern helfen

Kriens, Horw und Schwarzenberg spannen zusammen. Das Ziel ist eine eigene Produktelinie nach dem Vorbild der Biosphäre Entlebuch.

Stefan Dähler
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Der Betrieb Niederberger ist bereits beim Label «vom Pilatus» dabei. Philipp und Pia Niederberger mit ihren Kindern Fabienne, Martin und Ivo (v.l.) in ihrem Hofladen.

Der Betrieb Niederberger ist bereits beim Label «vom Pilatus» dabei. Philipp und Pia Niederberger mit ihren Kindern Fabienne, Martin und Ivo (v.l.) in ihrem Hofladen.

Bild: Patrick Hürlimann (Kriens, 31. Januar 2020)

Regionale Produkte sind gefragt. Das wollen sich auch die Produzenten im Pilatusgebiet zu Nutze machen. Die Gemeinden Horw, Schwarzenberg, die Stadt Kriens und der Gemeindeverband LuzernPlus lancieren darum gemeinsam mit lokalen Betrieben das Label «vom Pilatus», wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben. Gedacht ist dieses vor allem für kulinarische Produkte wie Gemüse, Früchte, Honig, Käse, Konfi, Fleisch, aber auch Holz oder Christbäume.

Die Idee basiert auf einem gemeinsamen Konzept der beteiligten Pilatus-Gemeinden aus dem Jahr 2017, das unter anderem die Erhöhung der Wertschöpfung am Pilatushang zum Ziel hat. Als Vorbild gelten bereits bestehende Labels wie «regio.garantie» oder «Biosphäre Entlebuch». «Bis jetzt sind acht Betriebe an Bord», sagt Raphael Bieri, Projektleiter und stellvertretender Geschäftsführer von LuzernPlus. Darunter sind nicht nur Produzenten, sondern auch Distributoren wie etwa Gastronomiebetriebe und die Pilatus-Bahnen.

Wertschöpfung soll bei den Betrieben bleiben

«Das Ziel ist, dass die Wertschöpfung in den Betrieben bleibt», sagt Bieri. Er nennt als Beispiel, dass ein Landwirt in seinem Hofladen auch Produkte anderer lokaler Bauern verkaufen könnte. Auch die Pilatus-Bahnen oder andere Unternehmen könnten in ihren Läden und Restaurants solche Produkte anbieten. Weiter sei auch eine gemeinsame Website denkbar.

Der Verkauf in Grossverteilern ist eine Option, hat vorerst aber noch keine Priorität. Die Betriebe am Pilatus würden mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass die Natur- und Kulturlandschaft langfristig erhalten bleibt, wird der Horwer Gemeinderat Hans-Ruedi Jung (CVP) in der Mitteilung zitiert. Davon profitierten Bevölkerung und Tourismus. Diese Tätigkeiten sollen sich auch lohnen.

Mit dem Label soll eine nachhaltige Entwicklung am Berg sichergestellt werden, meint der Schwarzenberger Gemeinderat Ueli Spöring (parteilos). Ein Vorteil der Regionalität seien kurze Kreisläufe, fügt der Krienser Stadtpräsident Cyrill Wiget (Grüne) hinzu. Bisher haben die drei beteiligten Gemeinden sowie LuzernPlus rund 20'000 Franken inklusive Eigenleistungen investiert, nochmals den gleichen Beitrag steuerte der Bund bei. Für die nächste Etappe will die Projektgruppe beim Bund bis im März via «Mittel für die Neue Regionalpolitik» erneut Gelder bis ins Jahr 2022 beantragen. Danach soll das Projekt selbsttragend sein. Wie hoch der Beitrag sein wird, sei noch offen, sagt Bieri. Es dürfte aber mehr sein als 20'000 Franken.

Jetzt wird ein eigenes Logo entwickelt

Als Nächstes will die Gruppe weitere Produzenten an Bord holen und diese untereinander bekannt machen. Weiter ist Marketing, Kommunikation und die Entwicklung des eigentlichen Labels mit Logo nötig. Die Kriterien für das Label sind noch nicht abschliessend definiert. «Es laufen Diskussionen über einen Mindeststandard für die Produktion, wobei wir uns wohl an bestehenden Labels wie IP-Suisse orientieren werden», sagt Bieri.

«Das ist eine Gratwanderung. Mit einem Bio-Standard hätten wir die Zahl der Produzenten stark eingeschränkt. Doch es braucht einen gewissen Qualitätsanspruch, sonst wird das Label beliebig.»

Auch noch nicht vollständig geklärt ist die geografische Abgrenzung. So laufen Diskussionen mit der Gemeinde Alpnach, die ebenfalls am Pilatus liegt und folglich mit lokalen Betrieben am Projekt teilnehmen könnte. Unklar ist auch noch, ob sich das Label «vom Pilatus» auf Produzenten von Betrieben beschränken soll, die sich ausschliesslich am Pilatushang befinden – oder ob beispielsweise auch Landwirte vom Sonnenberg für das Projekt in Frage kommen. Bei den Distributoren dagegen sei klar, dass man die Grenze nicht allzu eng ziehen will.