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Das Obwaldner Kantonsspital sucht Anschluss – bei den Luzerner Kollegen

Das Kantonsspital Obwalden kann alleine auf längere Frist nicht mehr bestehen. Die Regierung prüfte verschiedene Szenarien. Im Vordergrund: Eine Fusion mit dem Luzerner Kantonsspital.
Yasmin Kunz
Regierungsrätin Maya Büchi vor dem Kantonsspital Obwalden. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 9. Januar 2019))

Regierungsrätin Maya Büchi vor dem Kantonsspital Obwalden. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 9. Januar 2019))

Der medizinische Fortschritt, der zunehmende Qualitäts-, Preis-, und Kostendruck sowie der Fachkräftemangel stellen die Schweizer Spitäler vor Herausforderungen. Spürbar werden solche Veränderungen besonders in kleinen Spitälern – so etwa bei der Krankenpflege-Leistungsverordnung bezüglich der Strategie ambulant vor stationär. Das hat nun auch das Kantonsspital Obwalden (KSOW) in Sarnen realisieren müssen.

Aufgrund diverser Änderungen in der Gesundheitsversorgung hat das «Kantonsspital Obwalden kaum noch Möglichkeiten zur Gewinnbildung». Das schreibt die Regierung in einer Mitteilung vom Mittwoch zur Vernehmlassung über die Strategie der künftigen Gesundheitsversorgung.

Regierungsrat präferiert Zusammenschluss

Um die Gesundheitsversorgung in Obwalden trotzdem auch in Zukunft sicherzustellen, musste eine Strategie entwickelt werden. Dabei hat eine vom Regierungsrat eingesetzte Steuergruppe für das KSOW sechs mögliche Szenarien ausgearbeitet. Für die Regierung gibt es dabei einen Favoriten: den Anschluss an «ein anderes Spital». Die Obwaldner FDP-Regierungsrätin Maya Büchi sagt dazu: «Der Erhalt des Spitalstandorts Sarnen hat höchste Priorität.»

Ferner wurden unter anderem Szenarien wie die Weiterführung im Status quo, die Schliessung oder der Verkauf des Spitals an einen privaten Spitalbetreiber geprüft. Maya Büchi sagt zu den Alternativen:

«Die Schliessung und das Fortfahren im Status quo sind für die Regierung keine Option.»

Die Obwaldner Regierung empfiehlt in der Vernehmlassung, die am Mittwoch startete, also den Anschluss an die Versorgungsregion – weg von einem Alleingang.

Noch vor Jahren haben die Obwaldner vorerst eine Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Nidwalden angestrebt, sich dann aber von diesem Vorgehen getrennt. Heute sieht die Situation gemäss Büchi anders aus:

«Die Spitallandschaft entwickelt sich rasant und wir müssen uns anpassen.»

Eine Zusammenarbeit würde deutlich bessere wirtschaftliche und fachliche Chancen bieten. Ausserdem könnte die Versorgungssicherheit weiterhin vor Ort gewährleistet werden, heisst es im Bericht des Regierungsrats zur Versorgungsstrategie im Akutbereich. Es handle sich bei einem Anschluss um die «sinnvollste Entwicklungsmöglichkeit».

Die Chancen eines Anschlusses an eine Versorgungsregion bestehen in höheren Fallzahlen, in der Nutzung von strukturellen und personellen Synergien und Effizienz, um ein paar zu nennen. Risiken ortet die Steuergruppe in der Mitsprache und Steuerungsmöglichkeiten des Kantons, der Akzeptanz beim Personal und der Anpassung in der Spitalinfrastruktur, also Investitionskosten. Für den Spitalstandort Sarnen kämen aufgrund der geografischen Lage kaum andere Spitäler als das Luzerner Kantonsspital (Luks) in Frage, heisst es in der Vernehmlassung.

Fusion mit dem Luks: Mehr Chancen als Risiken

Erst Anfang November haben die Kantone Nidwalden und Luzern und das Luzerner Kantonsspital den Aktienkauf- und Aktionärbindungsvertrag signiert. Schon vorher haben die beiden Spitäler unter dem Namen Lunis eine gemeinsame Spitalregion mit einer Führung geschaffen (Ausgabe vom 7. November 2018).

Das Kantonsspital Nidwalden soll eine Tochtergesellschaft des Luks werden, dazu sind beide Spitäler in Aktiengesellschaften umzuwandeln. Der Spitalverbund soll 2020 realisiert werden, noch sind aber die politischen Prozesse nicht abgeschlossen.

Der Luzerner Regierungsrat Guido Graf ist offen für Gespräche über einen Anschluss des KSOW, wie er sagt (siehe Link).

Offen ist der CVP-Gesundheitsdirektor auch, wenn weitere Spitäler Interesse an einer engeren Zusammenarbeit bekunden sollten. Schon heute besteht eine solche Praxis. Das Luzerner Kantonsspital betreibt beispielsweise seit Anfang Jahr im Zuger Kantonsspital in Baar eine Abteilung Radio-Onkologie.

Grössere Distanzen für Obwaldner Patienten

Zurück zu Obwalden: Ein Anschluss an das Luks, das grösste nicht universitäre Spital der Schweiz, würde für die Patienten einen uneingeschränkten Zugang zu den Angeboten in der Versorgungsregion bedeuten. Zugleich bedeutet es auch, für bestimmte Eingriffe grössere Distanzen zum Spital hinzunehmen als bisher.

Die Zusammenarbeit mit dem Luks wäre für das Obwaldner Kantonsspital nicht die erste in der Gesundheitsversorgung. Seit Anfang 2017 wird die psychiatrische Versorgung der Ob- und Nidwaldner Bevölkerung in Sarnen durch die Zusammenarbeit mit der Luzerner Psychiatrie gewährleistet.

Die Vernehmlassungsfrist endet am 8. April 2019. Anschliessend wird der Regierungsrat die Strategie zur Versorgung im Akutbereich fertigstellen und dem Kantonsrat voraussichtlich im Sommer zur Kenntnisnahme vorlegen.

Regierungsrätin Maya Büchi will keine Prognosen abgeben. Sie sagt: «Es ist wichtig, dass dieses Szenario diskutiert wird und Pros und Kontras erörtert werden.» Was wenn der Favorit der Regierung nicht angenommen wird? «Sollte ein anderes Szenario mehr Konsens finden, dann wird dieses geprüft.»

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