«Das Phantom der Oper» in Schüpfheim – ein Musical nahe an der Professionalität

Erstmals in der Schweiz wagen sich mit der Kanti Schüpfheim und dem Verein Musical Plus Laiendarsteller an den Blockbuster. Eine Leistung, die das Schülertheater weit hinter sich lässt, wie die Premiere beweist.

Roman Kühne
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Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
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Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.
Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.

Impressionen von der Schülervorstellung des Musicals «Das Phantom der Oper» von der Kanti Schüpfheim.

(Bilder: Jakob Ineichen, Schüpfheim 5. März 2020)

Es ist wohl eines der grössten Musicals, das je geschrieben wurde: «Das Phantom der Oper». Der Sog der Handlung, die Kunstfertigkeit der Komposition, die raffinierte Verflechtung der wiederkehrenden Motive heben es deutlich von der Masse ab. Trotz oder gerade wegen dieses künstlerischen Anspruchs gehört das Stück von Andrew Lloyd Webber zu den erfolgreichsten Spielen überhaupt. Keines wurde am Broadway häufiger aufgeführt. Deshalb ist es eine kleine Sensation, dass die Kantonsschule Schüpfheim und der Verein Musical Plus diesen Blockbuster auf die Bühne bringen. Notabene als erstes Laienensemble in der Schweiz und erstmals seit der erfolgreichen Basler Originalinszenierung vor 20 Jahren.

Und es ist eine überzeugende Neuauflage. Geschickt platzierte Holzpaletten, ein in die Decke ragendes Baugerüst und ein Halbkreis aus Büchsen bilden das imaginäre Opernrund. Schlicht, effektiv und überraschend. Der Kronleuchter ist aus Pet-Flaschen aufgebaut und stürzt spektakulärer auf die Bühne als im Original. Die Regie von Silvio Wey, der in Emmen vor kurzem «Rock of Ages» inszenierte, ist schlank, aber kernig. Die Bühne wird in allen Dimensionen ausgenützt. Dosiert eingesetzte Tanzszenen (Choreographie Yvonne Barthel) und einfache Gestaltungselemente lassen Platz für die Schauspieler und Musiker.

Bis in die kleinen Rollen wird überzeugend agiert

Emma Davis spielt und singt die Hauptfigur der Christine aus einem Guss, zerbrechlich und mit nachdenklicher Emotionalität. Valentina Lisa Bättig gibt mit Energie und grosser Stimme die Operndiva und Gegenspielerin. Esteban Umiglia ist ein nachdenklicher Liebhaber. Nicolas Koch zeichnet sein Phantom mit vielen Facetten, zerrissen und zornig, dunkel und liebend. Bis in die kleinen Rollen wird überzeugend und schlüssig agiert. Das Orchester, ergänzt mit Musikern des Zentralschweizer Jugendsinfonieorchesters, untermalt die grossen Emotionen auf hohem Niveau. Es ist eine Aufführung, die qualitativ weit über das hinausgeht, was man vielleicht gemeinhin unter einer Schüleraufführung versteht.