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Kolumne

Das Repertoire reicht bald weiter als Toast Hawaii und ein 3-Minuten-Ei

LZ-Reporterin Yasmin Kunz macht eine Schreibpause und arbeitet den Sommer über auf der Hinterbalmhütte im Kanton Uri. Vor allem beim Kochen zeigt sie grossen Lernwillen.
Yasmin Kunz
LZ-Reporterin Yasmin Kunz.

LZ-Reporterin Yasmin Kunz.

Nach 37'000 Schritten und 7 Stunden Laufzeit war ich letztes Mal ziemlich frustriert über meine Orientierungslosigkeit. Damals, Ende November, als die Wandersaison offiziell schon vorbei war, wollte ich zur Hinterbalmhütte aufsteigen. Diese liegt auf 1817 Meter über Meer im Maderanertal im Kanton Uri.

Meine Orientierungslosigkeit ist mir nicht zum ersten Mal zum Verhängnis geworden. Auch in den Niederungen irre ich von Zeit zu Zeit umher und peile Flüeli statt Flühli an und derlei Sachen. Ab und zu kann ein Navigationsgerät Abhilfe schaffen – doch nicht im Maderanertal, wo mein Telefonanbieter bereits in Bristen unten den Service einstellte*. Da bringen alle sonst so hilfreichen Tools wie interaktive Karten oder der Ortungsdienst nichts. Vor wenigen Tagen habe ich die Hinterbalmhütte dann doch noch gefunden. Dank den Einheimischen, die mir im breitesten Ürnerdialekt den Weg wiesen.

Warum ist mir diese Hütte so wichtig, mögen Sie sich nun fragen. Der Grund ist ein einfacher. Die nächsten zwei Monate ist das mein Arbeitsplatz: Betten machen, Gäste bedienen, einkassieren, Wege weisen (ob das gut kommt?) und kochen.

Besonders Letzteres bereitet vielen Personen in meinem Umfeld schon jetzt Bauchschmerzen. Kochen ist nicht grade ein Steckenpferd von mir. Toast Hawaii habe ich in der Kochschule mit Bravour gemeistert. Aber alles, was über eine belegbare Brotscheibe geht, ist für mich eine Herausforderung. Beim kochen eines 3-Minuten-Eis habe ich mir sogar mal den Zeh gebrochen (eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände – das Ei war am Schluss hart).

Dass Wanderer mit dem eigenen Menü im Tupperware zur Hütte kommen, ist nicht zu erwarten. Einerseits habe ich die letzten Wochen geübt (Risotto, Spaghetti, Risotto, Spaghetti) und andererseits kocht die Pächterin hervorragend. Ausserdem: Bis dato musste nie jemand aufgrund meines Essens hospitalisiert werden. Hoffentlich bleibt das so. Denn ohne jeglichen Empfang könnte ich nicht mal die Rega-App auslösen.

* Swisscom hat Empfang.

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