Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Weisser Sonntag im ganzen Kanton: «Das schmeckt anders als normales Brot»

Heute feierten viele Pfarreien den Weissen Sonntag. In Eschenbach durften 28 Kinder zum ersten Mal Kommunion empfangen – voller Stolz und Freude.
Natalie Ehrenzweig
Der Blumenkranz muss sitzen: Eine Mutter richtet den Kranz ihrer Tochter vor dem Einzug in die Kirche. (Bild: Dominik Wunderli/Luzerner Zeitung, 28. April 2019, Eschenbach)

Der Blumenkranz muss sitzen: Eine Mutter richtet den Kranz ihrer Tochter vor dem Einzug in die Kirche. (Bild: Dominik Wunderli/Luzerner Zeitung, 28. April 2019, Eschenbach)

Schon eine halbe Stunde bevor der Gottesdienst beginnt, wuseln die 28 Erstkommunikanten gestern in der Pfarrkirche Eschenbach herum. Passend zum Motto «Schritt für Schritt mit Jesus» hängen an den Sitzreihen Fussabdrücke und Namen der Kinder, die heute zum ersten Mal die Kommunion erhalten. Emsig weisen sie ihre Gäste an, auf dem entsprechenden Bank Platz zu nehmen. Bevor sie sich für den Einzug in die Kirche bereit machen, werden die Kinder auf der Kirchentreppe fotografiert – vom Fotografen der Pfarrei und von den Eltern, die natürlich alle ihr Handy zücken.

Den 11 Buben und 17 Mädchen ist die Aufregung anzusehen. Während die Mädchen an ihren Blumenkränzen rumhantieren, nesteln die Buben an ihren Kordeln. Dann, um 10 Uhr, der grosse Moment: Die Kinder ziehen in die Kirche ein und stellen sich vorne auf. Einige schauen etwas verschreckt, denn die Pfarrkirche ist voll.

Über die Bedeutung von Schuhen in der Bibel

Nach dem ersten Lied und dem erzählt Pfarrer Polycarp Nworie die Geschichte von Jesus, wie er nach seiner Kreuzigung erst unerkannt als Fremder seinen Jüngern auf dem Weg nach Emmaus erscheint und ihnen erklärt, dass er immer bei ihnen sei. Dann tritt Pfarrer Polycarp, wie er von seiner Gemeinde genannt wird, vor den Altar, nimmt das Mikrofon in die Hand und spricht über die Bedeutung der Schuhe in der Bibel. Schuhe sind denn auch Teil der dezenten Dekoration der Kirche. Sie seien nicht nur als Schutz für die Füsse da, sondern symbolisieren – 25 Mal in der Bibel erwähnt – Ernsthaftigkeit. «Und wenn die Schuhe abgenützt sind, dann bitten wir Jesus um mehr Kraft», betont er und fordert die Kirchenbesucher auf, das nächste Lied laut, kräftig und mit Freude mitzusingen.

Die Erstkommunikanten in Eschenbach machen sich bereit für ihren grossen Tag. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Die Erstkommunikanten in Eschenbach machen sich bereit für ihren grossen Tag. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
«Rückt noch etwas näher zusammen.» Der Fotograf der Pfarrei schiesst noch ein Foto der Drittklässler vor dem Einzug in die Kirche. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)«Rückt noch etwas näher zusammen.» Der Fotograf der Pfarrei schiesst noch ein Foto der Drittklässler vor dem Einzug in die Kirche. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
... und die Eltern zücken ihre Handys, um den Moment festzuhalten. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)... und die Eltern zücken ihre Handys, um den Moment festzuhalten. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Auch der Treppe vor der Kirche in Eschenbach reihen sich die Erstkommunikanten auf. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Auch der Treppe vor der Kirche in Eschenbach reihen sich die Erstkommunikanten auf. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Noch kurz die Schuhe gebunden, damit beim grossen Auftritt nichts daneben geht. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Noch kurz die Schuhe gebunden, damit beim grossen Auftritt nichts daneben geht. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Die Mädchen tragen zur Erstkommunion Blumenkränze. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Die Mädchen tragen zur Erstkommunion Blumenkränze. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Wie genau muss die Kordel gebunden werden? Die Kinder helfen sich gegenseitig beim «letzten Schliff». Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Wie genau muss die Kordel gebunden werden? Die Kinder helfen sich gegenseitig beim «letzten Schliff». Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Die Kinder reihen sich auf für den Einzug in die Kirche. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Die Kinder reihen sich auf für den Einzug in die Kirche. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Dann geht es los: Die Erstkommunikanten ziehen in die Kirche ein. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Dann geht es los: Die Erstkommunikanten ziehen in die Kirche ein. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Pfarrer Polycarp Nworie hilet die Messe. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Pfarrer Polycarp Nworie hilet die Messe. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
Verwandte und Bekannte gratulierten den Erstkommunikanten zu ihrem grossen Tag. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)Verwandte und Bekannte gratulierten den Erstkommunikanten zu ihrem grossen Tag. Bild: Dominik Wunderli (Eschenbach, 28. April 2019)
11 Bilder

Impressionen vom Weissen Sonntag in Eschenbach

Unterstützt von einem kleinen Chor, bestehend aus Eltern, Grosseltern, Verwandten und Bekannten der Erstkommunikanten, singen die Anwesenden «Laudato si» nicht nur enthusiastisch mit, sondern klatschen sogar. Dabei fällt einem Buben das Textblatt herunter. Pfarrer Polycarp reicht es ihm zurück. Wenn ein Baby im Publikum quengelt, lächelt der Pfarrer. Überhaupt trägt die freundschaftliche, enthusiastische Art des Pfarrers viel dazu bei, dass sich die Kinder wohl fühlen. Denn nicht immer ist den Drittklässlern klar, wo sie hinstehen oder -gehen müssen.Auch dass Eltern und Verwandte in den Gottesdienst miteingebunden sind, trägt zum Wohlfühlen der Kinder bei. So lesen nicht nur die Erstkommunikanten, sondern auch ein Vater und eine Tante der Kinder die Fürbitten, in denen sie etwa um Unterstützung bitten, um gute Freunde zu sein. Langsam rückt der Höhepunkt des Weissen Sonntags näher.

«Schon seit Anfang Schuljahr, aber intensiver seit Januar, bereiten sich die Kinder auf die Erstkommunion vor», erzählt Pia Reith, Katechetin.

Während Eltern die Taufkerzen anzünden, bricht Pfarrer Polycarp die Hostie.

Dann ist es soweit: Mit grossen Augend und erwartungsvollen Blicken nehmen die Kinder ihre erste Hostie entgegen. Zurück an ihren Platz tuscheln sie: «Die schmeckt ja ganz anders als normales Brot», meint ein Junge. Eigentlich schmecke es nach gar nichts, meint sein Kollege. Wie wichtig die Kommunion für die Kinder ist, wie sehr es einen Übergang markiert, zeigt sich, als die jüngeren Kinder eben keine Hostie, sondern den Segen mit einem Kreuz auf der Stirn bekommen und dabei sehnsüchtig in die Schale mit den Hostien gucken.

Und die Erstkommunikanten bekommen nicht nur die Hostie, sondern eine Gruppe von Vätern hat für die Kinder auch Holzkreuze gestaltet, die die Kinder mit Freunde in die Kamera des Fotografen halten.

«Das esch voll schwär», bemerkt ein Mädchen.

Nach dem letzten Lied und den Danksagungen spielt bereits die Feldmusik Eschenbach vor der Kirche, das Apero wartet und nach knappen eineinhalb Stunden schreiten die Kinder voller Stolz aus der Kirche hinaus.

Pastoralraum hat vorerst keinen Einfluss auf Feier

Der nächste feierliche Termin in der Pfarrkirche Eschenbach wird am 18. Mai die Errichtungsfeier des Pastoralraums Oberseetal sein. Die Pfarreien Ballwil, Eschenbach und Inwil werden in Zukunft zusammenarbeiten. «Auf die Gestaltung des Weissen Sonntags wird dies aber zumindest im nächsten Jahr keinen Einfluss haben, die drei Gemeinden führen die Feier jeweils selbst durch», erklärt Pia Reith. Wie das später aussehen wird, sei noch offen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.