Das Schulhaus Moosmatt in Luzern wird für 37,2 Millionen Franken saniert und erweitert

Wegen der erwarteten grossen Zunahme an Schülern wird die Schulanlage Moosmatt in der Stadt Luzern in den Jahren 2025 und 2026 saniert und stark erweitert. Ein Teil der Schüler wird während der Bauarbeiten in Modulbauten unterrichtet.

Hugo Bischof
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Aussenansicht des Schulhauses Moosmatt an der Voltastrasse in Luzern.

Aussenansicht des Schulhauses Moosmatt an der Voltastrasse in Luzern.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 6. Oktober 2020)

Aufgrund der grossen Wohnbautätigkeit im Einzugsgebiet der Schulanlage Moosmatt in der Stadt Luzern wird in den nächsten Jahren mit einem beträchtlichen Anstieg der Schülerzahlen gerechnet. Deshalb plant die Stadt Luzern einen Erweiterungsbau. Zusätzlich wird das bestehende Schulgebäude saniert. Für die Durchführung des Architektur- und Landschaftsarchitekturwettbewerbs beantragt der Stadtrat beim Parlament jetzt einen Sonderkredit von 3,04 Millionen Franken. Das gab Stadträtin Manuela Jost, Vorsteherin der Baudirektion, am Dienstagmorgen an einer Medienkonferenz bekannt. Für die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes und die Errichtung des Zusatzgebäudes rechnet die Stadt danach mit Investitionskosten von insgesamt 37,2 Millionen Franken.

Die Stadtluzerner Volksschulrektorin Vreni Völkle sagte an der Medienkonferenz:

«Die Bebauungen im Himmelrich, am Bundesplatz, im Brünighof, an der Industriestrasse, auf dem ewl-Stammareal, am Steghof, im Gebiet Biregg/Kleinmatt und an der Eichwaldstrasse sind dafür verantwortlich, dass die Zahl der Kinder von heute 277 auf rund 650 im Jahr 2034 ansteigen dürfte.»

Da trotz einer Erweiterung nicht all diese Kinder in der Schulanlage Moosmatt unterrichtet werden können, werden deshalb zudem künftig bis zu neun zusätzliche Schulklassen in der städtischen Liegenschaft Hubelmatt West geführt, die bis 2024 an den Kanton Luzern vermietet ist. Dies entlastet das Schulhaus Moosmatt.

Die Schulanlage Moosmatt wurde 1914 durch den damaligen Luzerner Stadtbaumeister Carl Mossdorf gebaut. Das Schulhaus und die Turnhalle sind im kantonalen Bauinventar wie auch im Spezialinventar der Schulhäuser der Stadt Luzern als schützenswert eingetragen. «Geplant ist, mit der Gesamtsanierung und Erweiterung Raum für zwei zusätzliche Kindergärten und vier Primarklassen zu schaffen», betonte Stadträtin Manuela Jost. Dadurch steigt auch der Bedarf an Räumen und Infrastruktur für die schulergänzende Betreuung.

Das bestehende Schulgebäude bleibt im heutigen Erscheinungsbild unverändert. Auch im Inneren gibt es baulich keine Veränderungen. Die Turnhalle bleibt ebenfalls bestehen. Nur der Garderoben-Anbau wird abgerissen. Der Erweiterungsbau ist im Süden der heutigen Schulanlage geplant. Er soll aus mehreren kleinen Schuleinheiten bestehen, ähnlich wie beim neuen Staffeln-Schulhaus in Reussbühl. Der Aussenraum mit dem heutigen Pausenplatz rund um die bestehenden Kastanien und Linden soll aufgewertet werden. Das Naturrasenspielfeld wird durch einen Allwetterplatz ersetzt. Der heutige Spielplatz wird in den neu gestalteten Aussenraum verlegt.

Geplant ist, im Frühling 2025 mit der Gesamtsanierung und dem Erweiterungsneubau zu starten. Die erneuerte und erweiterte Schulanlage soll ab dem Schuljahr 2026/2027 bezogen werden. Da die Schülerzahlen schon in den nächsten Jahren zunehmen, wird bereits auf das Schuljahr 2022/2023 auf der Schulanlage ein Modulbau mit sieben Klassenzimmern in Betrieb genommen. Dort werden die jüngeren Schüler während der Bauzeit unterrichtet. Die älteren Schüler zügeln vorübergehend ins Hubelmatt-Schulhaus.

Partizipativer Prozess

Wie schon bei der Planung für die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Littau Dorf wird auch bei der Schulanlage Moosmatt vorgängig ein partizipativer Prozess durchgeführt. Manuela Jost: «Schülerinnen und Schüler, die Lehr- und Betreuungspersonen sowie die Bevölkerung können an Workshops ihre Anliegen und Wünsche für das sanierte und erweiterte Schulhaus einbringen. Die Resultate werden in den Anforderungskatalog des Architektur- und Landschaftsarchitekturwettbewerbs einfliessen.» Bei der Gesamtsanierung wird gemäss der Baudirektorin eine Zertifizierung nach Minergie-Eco für Neubauten angestrebt, beim Neubau eine Zertifizierung nach Minergie-P-Eco. Zudem werde ein Maximum an Fotovoltaikanlagen angestrebt.

Geringe Mengen Asbest gefunden

«Im Schulhaus wurden geringe Mengen Schadstoffe wie festgebundener Asbest und Polychlorierte Biphenyle (PCB) festgestellt», sagte Manuela Jost. «Diese können bei der Sanierung vollständig entfernt werden.» Eine gesundheitliche Gefährdung bestehe nicht: «Es gibt keine flüchtigen Asbestfasern im Schulhaus.» Auch im Boden des Geländes, auf dem der Neubau erstellt werden soll, hat es Schadstoffe, die wahrscheinlich von einer Autospritzwerkstatt stammen. Sie müssen bei den Aushubarbeiten entsorgt werden.

Unterhalb des Erweiterungsbaus wird zusätzlich ein Regenrückhaltebecken erstellt. «Es ist eine Massnahme aus der generellen Entwässerungsplanung», sagte Beda Müller, Projektleiter Siedlungsentwässerung. «Es wird unter anderem die Kanalisationsleitungen in der Horwer- und in der Moosmattstrasse sowie die Meteorwasserleitung entlasten, die das Grundstück des Schulhauses quert.» Zusätzlich entstehen im UG des Erweiterungsbaus 250 Schutzplätze.

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