Das sind die Wünsche der Buchrainer an ihr künftiges Dorfzentrum

Mit dem «Generationenprojekt» soll Buchrain einen attraktiveren Ortskern erhalten. Der Gemeinderat stand Red und Antwort. Der Aufmarsch war ordentlich, auch dank eines Lockvogels.

Roman Hodel
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Zwischen dem Gemeindehaus (Mitte unten) und dem Einkaufszentrum Tschannhof (rechts oben) wird in den nächsten Jahren das Dorfzentrum etappenweise neu gestaltet.

Zwischen dem Gemeindehaus (Mitte unten) und dem Einkaufszentrum Tschannhof (rechts oben) wird in den nächsten Jahren das Dorfzentrum etappenweise neu gestaltet.

Bild: PD

Was halten die Buchrainer vom sogenannten Generationenprojekt, welche Inputs haben sie zum neuem Dorfzentrum? Noch bis am 5. Juli läuft die Online-Umfrage (wir berichteten). Bereits 175 Mal wurde der Fragebogen ausgefüllt. Wer nicht digital unterwegs ist oder seine Wünsche persönlich überbringen wollte, erhielt am Samstag eine weitere Gelegenheit. Auf dem Parkplatz des Gasthofs Adler waren der gesamte Gemeinderat und Vertreter des Bauunternehmens Eberli AG zugegen, beantworteten bei brütender Hitze Fragen, nahmen Anregungen entgegen ...

Bild: hor (27. Juni 2020)

... und zeigten anhand eines Gipsmodells, wie es dereinst aussehen könnte. Der Aufmarsch war ordentlich. Kein Wunder: Zur Belohnung gab's eine Gratis-Bratwurst, gebrutzelt von «Adler»-Wirt Beat Dormann:

Bild: hor (27. Juni 2020)

«Die Wurst ist zweifellos ein Lockvogel», sagte Martin Bühler (50) und betonte, dass er nicht nur deswegen gekommen sei. «Ich habe gerade einem Gemeinderatsmitglied gesagt, dass unbedingt ein gesunder Mix von Eigentums- sowie günstigen und etwas teureren Mietwohnungen anzustreben sei, damit es Platz für alle hat.» Zudem würde er eine Bar begrüssen, «so etwas fehlt in Buchrain».

Einen gastronomischen Wunsch formulierte auch Monika Keller (51): «Ein schönes Café, wo man sich sowohl drinnen wie auch draussen gerne aufhält.» Überhaupt seien offene, naturnahe und belebte Plätze im künftigen Dorfzentrum wichtig. Sie sagt:

«Denn der Tschannhof ist zwar praktisch zum Einkaufen, aber kein Ort zum Verweilen.»

Die Aussenräume liegen Raphael Herzog (43) ebenfalls am Herzen: «Als Vater von kleinen Kindern wünsche ich mir einen gut unterhaltenen Spielplatz im Zentrum.» Weiter müsse die Gemeinde ein Augenmerk auf die Fussgängerübergänge im Strassenbereich legen. Was den Verkehr betrifft, so lobte Peter Henz (60) den Plan, die Autoparkplätze allesamt unter den Boden zu verlegen. Ein Fragezeichen setzt der Präsident der Gemeindeplanungskommission jedoch hinter die publikumsorientierten Erdgeschossnutzungen: «Das ist zwar nicht Buchrain-spezifisch, aber es braucht immer weniger Laden- und Büroflächen, selbst die Gemeindeverwaltung wird digitalisiert.»

Einig waren sich alle von unserer Zeitung befragten Personen, dass das Dorfzentrum eine Erneuerung nötig hat. «Dann könnte ich mir gut vorstellen, hier zu wohnen», sagte Beatrice Burch (55). Einzig die geplanten Häuser würden mit fünf bis sechs Stockwerken «schon etwas hoch» – aber dies sei ja erst die Testplanung. Letzteres musste Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli (CVP, Mitte) mehrfach betonen, wenn sie mit den Leuten ins Gespräch kam wie hier:

Bild: hor (27. Juni 2020)

«Mit dem Flyer, mit dem wir alle Haushalte über das Generationenprojekt informiert haben, sind in der Bevölkerung diverse Verständnisfragen aufgetaucht», sagt sie. So hätten manche das Gefühl, die eingezeichneten Häuser würden effektiv gebaut wie auf diesem 3D-Modell (hellblau eingefärbt sind neue Gebäude, rot der «Adler» und öffentliche Nutzungen):

Visualisierung: PD

«Dabei geht es bei der Testplanung nur um das mögliche Bauvolumen, jedoch nicht um die Architektur, der entsprechende Wettbewerb folgt erst im Anschluss», sagt Ruckli. Um eine gewisse Verdichtung komme man allerdings nicht herum. Sie sagt:

«Mit den neuen Häusern wird es möglich, die Gestaltung attraktiver Plätze und Wege zu finanzieren.»

Davon profitiere auch die Gemeinde, der ein Grossteil der Grundstücke gehört. Mit Erträgen aus den geplanten Bauten würde die Eberli AG den historischen Gasthof Adler sanieren, für welchen sie einen Kaufrechtsvertrag besitzt. Ruckli hofft, dass viele Einwohner bei der Online-Umfrage mitmachen: «Die Meinung der Buchrainer und Buchrainerinnen ist uns sehr wichtig – wir wollen ein Projekt entwickeln, hinter dem die Bevölkerung steht.»

Hinweis: Online-Umfrage auf www.generationenprojektbuchrain.ch

In Etappen zum neuen Dorfzentrum

Im Gebiet zwischen dem heutigen Gemeindehaus und dem Einkaufszentrum Tschannhof soll in den nächsten Jahren etappenweise ein neues Dorfzentrum entstehen. Der historische Gasthof Adler bleibt laut Testplanung erhalten, rund um diesen sind jedoch neue Gebäude mit drei bis sechs Etagen vorgesehen. Auch das Gemeindehaus soll ersetzt werden. In den Erdgeschossen sind publikumsorientierte Nutzungen wie Gastronomie und schulergänzende Angebote vorgesehen. Bis zu 130 zusätzliche Wohnungen sind möglich. Sie sollen bezüglich Grösse und Preis gut durchmischt sein, Eigentum und Miete sind vorgesehen. Die Gemeinde spannt beim Generationenprojekt mit dem Bauunternehmen Eberli zusammen.

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