«Das sind Emotionen pur»

Nachgefragt

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Adrian Heer, Leiter berufliche Bildung bei der Ruag. (Bild: Manuela Jans-Koch | LZ)

Adrian Heer, Leiter berufliche Bildung bei der Ruag. (Bild: Manuela Jans-Koch | LZ)

Adrian Heer, Sie sind Leiter berufliche Bildung bei der Ruag und können dieses Jahr bereits zum fünften Mal in Folge einen Kandidaten Ihres Betriebs an die World Skills schicken. Wie kommt das?

Wir unterstützen Lehrlinge in unserem Betrieb gezielt. Wir fördern jene, die etwas schwächer sind, und jene, die besonders stark und interessiert sind. Letztere können an einem Talentprogramm, dem Ruag Swiss Selection Team, teilnehmen. Sie werden dann mit speziellen Aufgaben und Projekten geschult.

Und das fruchtet?

Seit Einführung dieses Programms im Jahr 2008 haben wir an jeder Schweizer Meisterschaft mehr als zehn Teilnehmer. Das ist schon ein erfolgreiches Resultat. Und es ist auch toll für den Betrieb: Die Kandidaten erhalten viel Wissen, das sie intern weitergeben können.

Wählen Sie auch Ihre Lehrlinge dementsprechend aus?

Nein. Es kristallisiert sich erst während der Lehre heraus, wer besonders interessiert ist und für den Beruf eine Leidenschaft entwickelt. Aber es hat auf Lehrlinge einen positiven Einfluss, wenn sie wissen, dass sich ein Mitlernender für die Schweizer Meisterschaften oder gar die Weltmeisterschaften qualifiziert hatte. Das spornt sie an, auch Vollgas zu geben.

Was ist das für ein Gefühl, Ihre ehemaligen Lehrlinge an die Weltmeisterschaften zu begleiten?

Sie vom Spielfeldrand zu beobachten und zu sehen, wie sie sich auf internationalem Parkett halten, das sind immer Emotionen pur. Man begleitet diese Leute ja vier, fünf Jahre, arbeitet mit ihnen auf diesen Höhepunkt hin.

Konnten Sie in den letzten Jahren eine Veränderung beobachten?

Es ist anspruchsvoller und intensiver, wenn die Schweiz in den Top 3 der Welt bleiben will. Mit zunehmender Bekanntheit der Swiss Skills wächst auch die Konkurrenz innerhalb der Schweiz, was ich als positive Entwicklung sehe. (mod)