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Das Städtli Willisau wurde an der Jubiläums-Fasnacht zur Festhütte

Zum 25. Mal hat am Sonntag die Städtlifasnacht Willisau stattgefunden. Die Zuschauer erlebten mit 36 Umzugsnummern viel Abwechslung.

Yvonne Imbach
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Mit viel Farbe und Getöse: Die Napfruugger Willisau an der Jubiläumsfasnacht im Städtli.

Mit viel Farbe und Getöse: Die Napfruugger Willisau an der Jubiläumsfasnacht im Städtli.

Bild: Philipp Schmidli (Willisau, 16. Februar 2020)

Die Fasnacht beginnt im Städtli Willisau traditionell bereits am Sonntag vor dem Schmutzigen Donnerstag mit der von der Karnöffelzunft Willisau organisierten Städtlifasnacht. Die 25. Durchführung begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche. Direkt danach wurde das Städtli in eine Festhütte verwandelt. Unter zahllosen, zwischen den Dächern gespannten Riesenkonfetti und mit bunten Fahnen spielten die geladenen Guuggenmusigen aus der Region dem Publikum auf.

Kurz nach 13 Uhr gab’s bald kein Durchkommen mehr. Mit dem grossen Einzug ins Städtli stand der Höhepunkt des Tages bevor. Punkt 13.30 Uhr eröffnete die Güggali Zunft Daiwil den Umzug beim Untertor. Als Nummer 2 gaben die Wegere Güüsser Willisau als erste Guuggenmusig den Ton an.

Die 25. Willisauer Städtlifasnacht wurde durch die Karnöffelzunft Willisau organisiert.
23 Bilder
Flumser Dämonen erschrecken die Kinder.
Weitere Flumser Dämonen.
Die Schnapslochgeister Welschenrohr können Feuer speien.
Die Zunft Heini von Uri Sursee.
Die Figuras Fieri Willisau.
Die Eglichutzler Weggis.
Die Prostautocrew Willisau.
Auch Zunftmeister Stephan Kneubühler war mit seiner Familie anzutreffen.
Enzilochmanne streifen durch das Städtli.
Ein wildes Sujet der Karnöffelzunft.
Güüsser Häxe und ihre Konfetti-Kanone.
Der Popeye der Wabawize Willisau macht Gross und Klein eine Freude.
Die Fröschlochruugger Zell.
Auch die Güggali-Zunft Daiwil war in Willisau.
Die Ringligüüsser Wilisau heizen auf.
Moorsträggele Willisau.
Auch die Seewooggosler Menznau sind dabei.
An der 25. Städtlifasnacht waren «gfürchige» Wesen unterwegs.
Aber auch fröhliche, lustige Gestalten waren anzutreffen.Im Bild: Die Napfruugger Willisau.
Ein weiterer Schnappschuss der Napfruugger.
Oder der Lets Fetz Willisau.
Das Stadttier und sein Wächter.

Die 25. Willisauer Städtlifasnacht wurde durch die Karnöffelzunft Willisau organisiert.

Bild: Philipp Schmidli
(16. Februar 2020, Willisau)

Insgesamt zogen 36 Guuggenmusigen, Zünfte und Gruppierungen an den Zuschauern vorbei. Wie viele Schaulustige es genau waren, ist schwierig zu schätzen – aber man musste schon kämpfen, wenn man den Platz in der Reihe halten wollte.

Tambourmajorin marschiert in der Mitte

Als Umzugsspeaker amtete wie immer sehr versiert Stefan Calivers. So wusste er zu berichten, dass die Flueh-Fäger Luthern auch ein Jubiläum feiern, nämlich ihren 30. Geburtstag. Auffällig bei dieser Musig ist, dass ihr Tambourmajor weiblich ist und sie ihre Truppe nicht anführt, sondern mittendrin marschiert. Dies macht durchaus Sinn, denn die Flueh-Fäger sind so viele, dass die Bläser ihre Dirigentin von weiter hinten wohl gar nicht sehen würden.

Ein schönes Motto hat die Familiengruppe Wabawize aus Willisau und Zell gewählt. Ihr Wagen stellte eine überdimensionale Kamera dar, begleitet von so einigen «Filmstars», wie Popeye, Pippi Langstrumpf und Shaun das Schaf.

Fasnacht ist, wenn friedlich zusammenkommt, was sonst nie möglich wäre. Denn Shaun das Schaf durfte sich in Sicherheit wiegen, obwohl weiter hinten eine ganze Horde hungrig aussehender Wölfen marschierte. Die Eglichutzler Weggis präsentierten mit ihrem Wolfssujet auffällig schöne «Grende». Ebenfalls ein schaurig-schönes Motto zeigte die Nummer 28. «Die Figuras Fieri Willisau haben sich neu gegründet und sind eine echte Bereicherung für die Willisauer Fasnacht», lobte Speaker Calivers. Ihre hellblau-grauen Gestalten mit verzerrten Gesichtern und langen Hörnern auf dem Kopf sorgten für eine herrlich-eisige Ausstrahlung.

Ohnehin: «Gförchiges» kam einiges durchs Städtli geschlichen. Die Schnapslochgeister Welschenrohr zogen als beeindruckende Teufelsgestalten durch die Menge. Auch diabolisch angehaucht präsentierten sich die 18 Mitglieder der Flumser Dämonen. Dank ihrer riesigen Hörner verfehlten sie ihre Wirkung nicht.

Viel Witz, wenig Politisches

Nicht fehlen in Willisau dürfen die zur Karnöffelzunft gehörenden Enzilochmanne und das Stadttier mit Wächter. Da stellt man sich jedes Jahr die Frage wieder: Wie um Himmels Willen kommen die Enzilochmanne in ihre Kostüme, die aus nichts anderem als aus Tannenästen bestehen, ohne sich die Finger blutig zu stechen?

Standesgemäss freundlicher zeigten sich jene Zünfte, die winkend und allerlei Feines verteilend durch die Menge zogen. Aus Daiwil, Horw, Beromünster, Ettiswil, Rothenburg, Sursee, Littau, Wolhusen und Uffikon nahmen sie den Weg nach Willisau auf sich. «Gegenbesuche an deren Umzügen sind geplant», verriet Stefan Calivers.

Sujets mit Lokalkolorit konnte man keine ausmachen. Auch Politisches blieb auf der Strecke. Bissigen Humor hingegen schrieben sich zwei Gruppierungen auf die Fahne: Die Prostautocrew Willisau fuhr mit einem echten Postauto durch das Städtli, als Ziel war vorne «Müllberg» angegeben. Die Crew schützte sich mit Gasmasken, denn hinten nach zogen sie das stillgelegte Kernkraftwerk Mühleberg.

Den wohl grössten Wagen hatten die Safenhügle Mauensee dabei. Ihre Schnapsbrennerei stand unter dem Motto «im Rausch der Mafia», dubiose Gestalten in 20er-Jahre Kleidung zockten und massen sich im Boxring. Die am Strick aufgehängte blonde Puppe wurde als Spielschuldnerin verhöhnt. Irgendwie dann passend das Motto der letzten Guuggenmusig aus Zell: «Mach keis Theater!»

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