Das Südportal der Luzerner Kapellbrücke ist ab diesem Freitag wieder begehbar

Für 150'000 Franken saniert die Stadt zurzeit den südlichen Brückenkopf – einige der ersetzten Hölzer hatten rund 185 Jahre auf dem Buckel.

Roman Hodel
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Noch gibt es einiges zu tun am südlichen Brückenkopf.

Noch gibt es einiges zu tun am südlichen Brückenkopf.

(Bilder: Boris Bürgisser, Luzern 28. Januar 2020)

Wer die Kapellbrücke von der Theaterseite her überqueren will, muss seit Anfang Januar über einen provisorischen Steg steigen. Grund: Die Stadt Luzern erneuert das Südportal (wir berichteten). Voraussichtlich am kommenden Freitag werden die Arbeiten abgeschlossen und die Brücke wieder wie gewohnt begehbar sein, wie Markus Sigrist, Projektleiter beim Tiefbauamt, sagt. Nächste Woche werde dann noch das Gerüst rückgebaut und anschliessend der Lift für die Rollstühle wieder montiert.

In den vergangenen Wochen haben Fachleute die Treppenanlage des Südportals saniert und verschiedene Hölzer ersetzt:

  • Der rund zehn Meter lange, seeseitige Holzrandträger, der wahrscheinlich noch von der Verkürzung des südlichen Teils der Brücke um 1835 stammt. Die Verkürzung war nötig, weil die Bahnhofstrasse gebaut wurde.
  • Die Treppenholme sowie Bodenbretter, welche vom Wiederaufbau nach dem Brand 1993 datierten.

Weiter erhielt die Treppenanlage anstelle des früheren Schwarzbelags einen neuen Sockelstein aus Granit. Dieser findet sich bereits bei den Abdeckplatten der Ufermauer entlang, der sogenannten «Krone».   Schliesslich haben Taucher während der Arbeiten die Tragkonstruktion der Brücke überprüft. Laut Sigrist ist diesbezüglich aktuell alles in bester Ordnung.

Überhaupt sei es bei den Arbeiten zu keinen unliebsamen Überraschungen gekommen. Auch den Kostenrahmen von rund 150'000 Franken könne man einhalten. Die Erneuerung findet in Zusammenarbeit mit dem Ressort Denkmalpflege und Kulturgüterschutz der Stadt statt und wird in Absprache mit Luzern Tourismus ausgeführt.

Vor drei Jahren wurde das Nordportal saniert

Altersbedingte Unterhaltsarbeiten wie diese sind in regelmässigen Abständen notwendig, um das Wahrzeichen Luzerns in Schuss zu halten. Das betrifft etwa die 27 Joche, auf denen die Kapellbrücke steht und die dem Wasser der Reuss ausgesetzt sind. Im Jahr 2017 wechselte die Stadt bei neun Jochen marode Pfähle, Zangen und Streben aus. Zudem erneuerte sie damals das Nordportal auf der Seite Peterskapelle. Bereits im Jahr 2015 hatte die Stadt am Dach und am Oberbau der Brücke Unterhaltsarbeiten vorgenommen.

Und auch der Termin für die nächsten grösseren Unterhaltsarbeiten steht bereits fest: Voraussichtlich im Winter 2021/22 plant die Stadt weitere Erneuerungsarbeiten an den Jochen. Ohnehin geht die Arbeit an einem Bauwerk wie der Kapellbrücke nie aus: Zum «normalen Unterhalt» gehört die Reinigung und der Wechsel von Bodenbrettern.

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