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Das Theater Nawal zeigt in Luzern ein anspruchsvolles Stück über Paare auf der Suche nach Neuem

Das neue Werk «Lantana» des Theaters Nawal zeigt auf, welche fatalen Folgen zerstörtes Vertrauen für Beziehungen haben kann. Der Zuschauer ist eingeladen, sich auf eine komplexe Handlung einzulassen – und sich selbst Fragen zu stellen.
Yvonne Imbach
Szene aus dem Stück «Lantana» des Theaters Nawal. Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 3. Januar 2019)

Szene aus dem Stück «Lantana» des Theaters Nawal. Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 3. Januar 2019)

Die Geschichte beginnt ebenso banal wie lasziv: Wir sehen – parallel gespielt – zwei Paare, die nach einer zufälligen Begegnung in einer Bar je in einem schäbigen Hotelzimmer landen. Ein doppelter Seitensprung dieser Menschen – alle verheiratet, gelangweilt und auf der Suche nach Neuem – bahnt sich an. Nur ein Paar jedoch vollzieht den Betrug.

Mit dieser ersten Szene beginnt sich ein Netz an Geschichten zu verweben. Das widerspiegelt sich im ersten Teil auch in den Dialogen. Gewisse Teile des Texts überschneiden sich und werden von zwei oder mehreren Figuren miteinander gesprochen. Eine höchst beeindruckende Leistung des Ensembles, dies präzis und flüssig sowie stets natürlich rüberzubringen.

Geschichte wurde bereits verfilmt

Autor des Stücks ist der Dramatiker Andrew Bovell. Sein Theaterstück «Speaking in Tongues» wurde 2001 unter dem Titel «Lantana» verfilmt und mehrfach ausgezeichnet. Mit demselben Titel zeigt das Theater Nawal seit letztem Freitag seine neue Produktion. Regie führt professionell Reto Ambauen. Für die Musik ist Theatermusiker Christov Rolla verantwortlich, der die Übergänge mit passenden Titeln untermauert. Sein «Need You Tonight» von INXS oder «Everybody Hurts» von R.E.M. vertonen die Handlungsstränge und geben wohltuend den einen Moment Zeit, das einzuordnen, was man eben erlebt hat.

Was man zwei Stunden zu sehen und zu hören bekommt, ist komplex: Die beiden Paare bereden ihre Seitensprünge. Verletzungen und Vertrauensbrüche passieren. Bei diversen Aussprachen werden andere Personen eingeknüpft. So wird vom unglücklich verliebten Mann berichtet, von dem am Strand nur seine Schuhe, ein paar Budapester, zurückblieben. Ein anderer Schuh, ein schwarzer Damenpumps, spielt auch eine Rolle. Ein Nachbar wird beobachtet, wie er diesen über einen Zaun wirft. Eine nächtliche Strasse und eine Autopanne sowie eine verschwundene Ehefrau treiben die verästelte Geschichte weiter voran. Die Handlung kippt vom Ehedrama in einen Kriminalfall.

Zuschauer muss sehr aufmerksam sein

In «Lantana» wuchern immer neue Geheimnisse – und weitere Figuren stossen dazu. Auf seltsame Weise sind sie mit den Geschehnissen des ersten Teils verwoben. Es verlangt viel Aufmerksamkeit und Konzentration, um als Zuschauer den Faden nicht zu verlieren. Reto Ambauen zielt exakt darauf: «Wir wollen, dass sich das Publikum auf die Geschichte einlässt und das Theater verlässt mit den Gedanken an die Figuren, die sich fragen: Wie soll ich mich in dieser Welt verhalten, ja, wie überlebe ich ihn ihr?»

Die neun Spielerinnen und Spieler gehen in ihrer Figurenarbeit derart auf, dass es ein Genuss ist, die vorgeführten Charaktere entdecken zu dürfen. Wer kluges, gutes Theater mit Tiefgang mag, ist hier genau richtig.

Weitere elf Aufführungen bis 2. Februar. Theater Pavillon, Spelteriniweg 6, Luzern. Tickets: www.voralpentheater.ch

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