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Das Theater St. Karl taucht in die Welt um das Jahr 1900 ein

Im neuen Stück des Theaters St. Karl Luzern, das in der Vergangenheit spielt, glaubt die Familie Döll an Spiritismus, nur der Vater nennt es Hokuspokus – und greift zu einem Trick.
Yvonne Imbach
Hauptprobe im Theater St. Karl: Die Hypnoseszene gelingt dem Ensemble einwandfrei. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 24. April 2019)

Hauptprobe im Theater St. Karl: Die Hypnoseszene gelingt dem Ensemble einwandfrei. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 24. April 2019)

Wenn sich am Freitagabend im Pfarreizentrum St. Karl Luzern der Premierenvorhang öffnet, tauchen die Zuschauer in eine andere Welt ein. Einerseits spielt «Der ungläubige Thomas» um 1900, was in eindrucksvollen Kostümen, Kulissen und Frisuren zur Geltung kommt. Die Männer haben sich sogar Bärte, Schnäuze und Koteletten wachsen lassen, um noch authentischer zu wirken.

Andererseits geht es schon in der ersten Szene spirituell zu und her. Familie Döll sitzt im Kreis um den Esstisch und wartet auf Antworten aus der geistigen Welt. Im Tisch soll ein Geist sein und wenn der einmal klopft, heisst dies «nein», zweimal bedeutet «unbestimmt» und dreimal steht für «ja». Vater Döll (Robi Waltisberg) platzt in die Séance und hält sich mit seiner Meinung nicht zurück: «Ihr treibt am heiterhellen Tag Blödsinn!» Um seiner Familie dem Hokuspokus auszutreiben, ist Ignaz Döll jedes Mittel recht. Zum Schein lässt er sich von seinem Neffen hypnotisieren und erwacht ohne jegliche Erinnerung aus der Hypnose. Da er sich weder an Ehefrau noch Töchter erinnert, ist er vogelfrei und stürzt sich als Erstes ins Nachtleben. Seine Lieben sorgen sich gewaltig und ziehen den Arzt zu, um Döll sein Gedächtnis zurückzugeben.

Die Hintergedanken des Mediziners

Der Mediziner durchschaut Dölls Schauspiel und will ihn in die Enge treiben – nicht ohne Hintergedanken, hat er doch ein Auge auf Dölls hübsche Tochter Franziska geworfen.

Unter der bewährten Regie von Hermann Jossen gelingt es den 13 Spielerinnen und Spielern, das anspruchsvolle Stück mit viel Schwung auf sehr hohem Niveau von einer Pointe zur nächsten zu treiben. Das Ensemble ist erfahren und eingespielt, was besonders für die Hauptdarsteller wichtig ist. Denn ein Theater im Theater so zu spielen, dass es glaubhaft wirkt, ist nicht einfach.

Hermann Jossen lobte das Spielerteam nach der Hauptprobe am Mittwochabend zu recht: «Ich bin sehr zufrieden. Die Dialoge laufen zum Teil parallel: Links wird gespielt, rechts wird das Publikum mit laut gesprochenen Gedanken einbezogen.» Dies gelingt ausgezeichnet. Viel Situationskomik und herrlich schräge Szenen kitzeln die Lachmuskeln.

Premiere am Freitag, 26. April, um 20 Uhr. Weitere zwölf Aufführungen bis am 18. Mai, Pfarreizentrum St. Karl. Reservation: Telefon 079 383 28 70 oder www.theaterstkarl.ch

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