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Coop zieht dem Tropenhaus in Wolhusen den Stecker

Ein betriebswirtschaftlich verantwortbarer Betrieb sei nicht mehr möglich: Damit begründet das Tropenhaus Wolhusen die Einstellung auf Juni des nächsten Jahres. Betroffen sind rund 50 Mitarbeiter.
Lukas Nussbaumer/Alexander von Däniken/Evelyne Fischer
Blick ins Tropenhaus – nach der Schliessung müssen die Gewächshäuser rückgebaut werden.Bild: Urs Flüeler/Keystone (Wolhusen, 21. März 2018)

Blick ins Tropenhaus – nach der Schliessung müssen die Gewächshäuser rückgebaut werden.Bild: Urs Flüeler/Keystone (Wolhusen, 21. März 2018)

Ohne Coop hätte das 2010 eröffnete Tropenhaus in Wolhusen längst schliessen müssen. Doch der Grossverteiler übernahm 2012 die Aktienmehrheit, nachdem die ersten beiden Betriebsjahre mit Verlusten endeten. Coop verzichtete damals auch auf die Rückzahlung von Darlehen.

Ende Juni 2019 ist voraussichtlich dennoch Schluss. Grund sind aber nicht etwa Betriebsverluste. Verantwortlich für das mögliche Aus ist das Verfehlen des Kernkonzepts des Hauses: die Nutzung der Abwärme einer Verdichterstation der Nord-Süd-Gas-Pipeline. Der Anteil der Wärmeversorgung aus der Abwärme habe zuletzt nur noch etwa 50 Prozent betragen, sagt Geschäftsführer Pius Marti. Eine Änderung sei aufgrund der volatilen Gasmärkte nicht absehbar.

Coop verkauft die Anlagen für 1 Franken

Weil der Wärmeverbund-Vertrag mit dem Spital ausläuft und die geplante neue Klinik praktisch keine Wärme mehr braucht, hätten für eine eigene alternative Wärmeversorgung zwei bis drei Millionen Franken investiert werden müssen. «Damit wäre ein betriebswirtschaftlich verantwortbarer Betrieb nicht mehr möglich gewesen und die Nachhaltigkeit hätte sich trotzdem nochmals verschlechtert», sagt Marti.

Betroffen von der geplanten Schliessung sind 50 Mitarbeiter, die sich 30 Stellen teilen. Coop habe zugesichert, sich für das Personal einzusetzen, so Marti. Erste Gespräche mit Angestellten seien schon geführt worden, und es werde eine interne Jobvermittlung eingerichtet.

Der Umsatz des Tropenhauses betrug in den letzten Jahren im Durchschnitt 3,5 bis 4 Millionen Franken, dies bei etwa 36 000 Eintritten. Alle Angebote werden bis mindestens im Juni 2019 im gleichen Umfang weitergeführt.

Coop: «Tropenhaus war Herzensangelegenheit»

Coop bestätigt, dass man sich für das Personal einsetzt. «Coop bedauert die geplante Schliessung», sagt Mediensprecher Urs Meier. «Das Tropenhaus war für uns eine Herzensangelegenheit.» Man habe 2012 auf die Rückzahlung des Darlehens verzichtet und neues Eigenkapital von 2,4 Millionen Franken eingeschossen, so Meier weiter. Das Tropenhaus Frutigen, welches Coop ebenfalls gehört, ist laut Meier nicht vom Wolhuser Entscheid betroffen.

Hier ein Blick in eine Halle, in der Schneidearbeiten anstehen. (Bild: Pius Amrein, 19. Juli 2017)

Hier ein Blick in eine Halle, in der Schneidearbeiten anstehen. (Bild: Pius Amrein, 19. Juli 2017)

Laut Pius Marti bleibt ein kleiner Hoffnungsschimmer. «Wir probieren eine Weiterführung. Coop ist bereit, die Anlagen für 1 Franken abzugeben», so Marti. Die Chancen seien jedoch eher gering, zumal eine Zonenplanänderung notwendig würde. Ist im Juni 2019 tatsächlich Schluss, müssen die Gewächshäuser zurückgebaut werden.

Gemeindepräsident: «Herber Verlust»

Gemeindepräsident Peter Bigler (FDP) ist am Mittwochvormittag von Coop informiert worden. «Der Gemeinderat bedauert die geplante Schliessung sehr, das ist ein herber Verlust für Wolhusen.» Obwohl Bigler wusste, dass es mit der Wärmeversorgung hapert, kam der Entscheid für ihn letztlich «wie aus heiterem Himmel.» Bigler: «Noch vor zehn Tagen luden wir unsere Jungbürger zu einem Apéro mit Besichtigung ins Tropenhaus ein.»

Dieses habe im Tourismus für die Region eine bedeutende Rolle gespielt und trug den Namen Wolhusen «über die Gemeindegrenze hinaus». Zudem sei der Betrieb «ein wichtiger Arbeitgeber» gewesen. «Ich hoffe nun auf eine gute Anschlusslösung für die Betroffenen.»

Neue Ausstellung im Tropenhaus zum Thema Kaffee (2015)

Kaffee für Lukas Meyer, Projektleiter Kaffee-Ausstellung (mitte) und Pius Marti, Geschäftsführer des Tropenhauses in Wolhusen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
«Wie Kaffee die Welt verzaubert.» (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
So heisst die neue Ausstellung des Tropenhauses Wolhusen, die am 25. März eröffnet wird und bis Ende Februar 2016 besucht werden kann. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
«Wir möchten die Leute mit allen Sinnen begeistern und die verschiedenen Facetten des Kaffees weitergeben. Mein Begriff von Kaffee ist jedenfalls bereits arg durcheinandergeraten», sagte Tropenhaus-Geschäftsführer Pius Marti an der Medienorientierung. Auf dem Bild degustiert Marti Bohnen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Der Besucher erfährt mehr über die Geschichte des Kaffees, die Hintergründe der Zubereitung, spezielle Rezepte... (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
er erhält die Möglichkeit zur Degustation und kann unter Anleitung sogar selber Bohnen rösten. Auf dem Bild: Äthiopische Kaffeezeremonie mit Sarah Roduner (links) und Frehiwot Teshome. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Im Tropenhaus finden sich mehrere Stationen mit Informationen, Audio-Installationen... (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
... und Filmen zum Thema Kaffee. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Wer nach dem Besuch der Ausstellung so richtig auf den Geschmack dieser Steinfrucht gekommen ist, kann sein Wissen in Workshops vertiefen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Wer sich mehr Zeit für Kaffee nehmen will, kann dies im Highlight der Ausstellung tun. Eine 3 Meter breite und 1,70 Meter hohe Kaffeetasse lädt zum Verweilen und Degustieren ein. «Kaffeekränzchen in der Plaudertasse» nennt sich die Einrichtung, die acht Personen Platz bietet und gebucht werden kann. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
«It's coffee time». Im Tropenhaus wird ein Film über die Herstellung des Kaffees gezeigt. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
11 Bilder

Tropenhaus: Ausstellung zum Kaffee

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