Luzern: Das unternimmt die Kirche gegen Übergriffe

Die Katholische Kirche Luzern hat mit einer Selbstverpflichtung auf die öffentliche Diskussion um sexuelle Übergriffe reagiert. Diese gilt auch für freiwillige Mitarbeiter. Bei Verdachtsfällen soll eine externe Fachperson zugezogen werden.

Drucken
Teilen

Bei Verdachtsfällen von sexuellen Übergriffen will die Katholische Kirche Luzern eine unabhängige, externe Fachperson als Anlaufstelle für die Opfer und für die Beratung der Verantwortlichen zuziehen. Diese trifft Vorabklärungen hat auch eine beratende Funktion. Bei genügendem Verdacht wird Anzeige erstattet, ausser wenn das betroffene Opfer dies ausdrücklich ablehnt. Wenn die Gefahr von baldiger Wiederholung besteht, werde auf jeden Fall Anzeige erstattet. Bei erwiesenen Fällen will die Kirchgemeinde die entsprechenden personalrechtlichen Massnahmen ergreifen. Zudem wird dann ein Verfahren nach Kirchenrecht eingeleitet, womit auch das Bistum informiert ist.

Prävention spielt wichtige Rolle

Im Vordergrund stehe aber zunächst die Prävention. Alle Mitarbeitenden, auch die freiwilligen, sollen sich regelmässig mit Fragen wie «erlaubte Körperkontakte, heikle Situationen, Abhängigkeitsverhältnisse und Ausbeutung» auseinandersetzen. Bei allen Anstellungen wird überprüft, ob die betreffende Person bereits negativ aufgefallen ist. Die Selbstverpflichtung wird für alle Angestellten zum Bestandteil des Arbeitsvertrag. Auch die freiwillig Mitarbeitenden unterzeichnen eine persönliche Erklärung, sofern sie Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen haben.

Die Selbstverpflichtung wurde vom Kirchenrat durch das Pastoralraumteam einvernehmlich verabschiedet. Sie stützt sich ausserdem auf bestehende Papiere der Bischofskonferenz und der Landeskirche, wie die katholische Kirche Luzern in einer Medienmitteilung schreibt.

(pd/das)