Leserdebatte

Das Verbot in der Rossbadi am Sempachersee bleibt – doch die Pferdefreunde geben nicht auf

Nach den anfangs heftigen Reaktionen auf das Pferdeverbot in der Rossbadi haben sich die Gemüter beruhigt. Aufgeben will die Pferde-Gemeinschaft aber nicht. 

Janick Wetterwald
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In den Sommermonaten dürfen Pferde nur noch von 7 bis 11 Uhr morgens bei der Rossbadi ins Wasser des Sempachersees. Gegen das neue Verbot formierte sich Widerstand – schnell und in grosser Anzahl. Die Facebook-Gruppe mit dem Namen «Förderung zum kulturellen Erhalt der Rossbadi Sempach» hat schon über 1900 Mitglieder.

Eine der Initiantinnen dieser Gruppe ist Melina Polinelli (38) aus Hildisrieden. Sie brachte den Stein mit ihrem Beitrag auf Facebook ins Rollen und äusserte sich daraufhin auch beim Zentralschweizer Fernsehen Tele 1.

Trotz des grossen Widerstands macht Gemeindepräsident Kari Huber klar: «Das Verbot wird wie geplant durchgesetzt – die Tafeln werden aufgestellt.»

IG gründen und Ideen erarbeiten

Aufgeben tun die Pferdefreunde aber nicht. Polinelli will zusammen mit Gleichgesinnten eine IG gründen. «Die IG soll der Gemeinde Neuenkirch Vorschläge unterbreiten, damit das Risiko verkleinert wird», schreibt die Reiterin. 

Einige Ideen hätte Polinelli schon: 

  1. Infotafeln mit der Aufschrift «Pferde haben Vortritt» für die vier Stunden am Morgen. Zudem weitere Hinweise wie: Kinder sollen während der Anwesenheit von Pferden beaufsichtigt sein oder Velofahrer im Schritttempo den Strand passieren.
  2. Die Gemeinde soll Tonnen für den Pferdemist bereit stellen, damit dieser dort entsorgt werden kann.
  3. Anmeldung über eine Online-Plattform, auf der man sich nur als Steuerzahler im Kanton Luzern registrieren und einen Platz in der Rossbadi sichern kann.

Der letzte Vorschlag ziele gemäss Polinelli darauf ab, den Ansturm von auswärtigen Gästen zu stoppen. Zudem könnte mit dem Anmeldeverfahren die maximale Anzahl an Pferden geregelt werden.

Gemeinde will Erfahrungen sammeln

Der Aufschrei nach der Bekanntgabe des Verbots hat den Neuenkircher Gemeindepräsidenten Kari Huber überrascht. «Besonders mit dieser grossen Anzahl an Reaktionen habe ich nicht gerechnet», sagt der CVP-Politiker. Er wolle aber festhalten, dass er sowohl positive wie auch negative Rückmeldungen erhalten habe. Huber lobt zudem die faire und angenehme Art, mit welcher die Kritik angebracht wurde.

Im Sommer 2020 hat es in der Rossbadi nur morgens Platz für Pferde.

Im Sommer 2020 hat es in der Rossbadi nur morgens Platz für Pferde.

Bild: Pius Amrein (16. Juli 2019)

Die Gemeinde hält trotzdem am Verbot fest und will im Jahr 2020 schauen, wie das System funktioniert. Zum Vorwurf, dass nun morgens sehr viele Reiterinnen und Reiter auf einmal die Rossbadi besuchen, sagt der Gemeindepräsident: «Das glaube ich nicht. Das Zeitfenster wird mit Sicherheit viele der auswärtigen Gäste fernhalten. Sollte ich mich täuschen, werden wir für das Jahr 2021 reagieren.» Ein gemeinsames Gespräch mit den betroffenen Parteien sei momentan nicht geplant. Die Gemeinde sei jedoch offen dafür und würde auch eine allfällige Petition behandeln.

Bestimmte Regelungen für die Benutzung der Rossbadi von 7 bis 11 Uhr wird es gemäss Huber nicht geben. Er betont aber, dass diese Zeit für die Pferde und ihre Reiterinnen und Reiter ist. «Reklamationen von Badegästen oder Passanten, die dieses Zeitfenster betreffen, wird die Gemeinde nicht gutheissen.» Abwinken muss Huber die Idee mit der Tonne für den Pferdemist: «Wir dürfen in der Schutzzone nicht mal ein Toi-Toi aufstellen. Da wird es mit einer Tonne ebenfalls sehr schwierig.»

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