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Das wohl grösste «Vier gewinnt»-Spiel der Stadt Luzern ist ab sofort in Betrieb

Auf einem Parkplatz vor dem Paulusheim haben Anwohner den ersten Pop-up-Park der Stadt installiert. Sie sind selber gespannt, wie wetterfest sich das in Eigenregie gebaute Spiel erweisen wird.

Roman Hodel
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Die Masse sind imposant: Rund 1,6 Meter breit und 1,4 Meter hoch ist das Spielbrett des wohl grössten «Vier gewinnt»-Spiels in der Stadt Luzern. Es steht ab sofort und bis am 22. August für alle verfügbar auf einem Parkplatz an der Moosmattstrasse vor dem Paulusheim. Hier ein Bild von den Aufbauarbeiten am Freitagabend:

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2020)

Die Installation ist amtlich bewilligt, denn es handelt sich um den ersten von acht sogenannten Pop-up-Parks, die die Stadt Luzern diesen Sommer auf ausgewählten Parkplätzen jeweils für vier Wochen vergeben hat (siehe Kasten am Ende des Textes).

Wie beim Original verfügt das aufgestellte Spielbrett über sieben Spalten senkrecht und sechs Reihen waagerecht. Beiden Spielenden stehen je 21 gleichfarbige Spielsteine zur Verfügung. Diese wirft man von oben in die Spalten. Wer als Erster vier oder mehr seiner Spielsteine waagrecht, senkrecht oder diagonal in eine Linie bringt, hat gewonnen. «Wir wollten unbedingt ein Spiel realisieren, weil es Leute zusammenbringt», sagt Mitinitiantin und Anwohnerin Marion Zängerle:

«Und zwingend in einer überdimensionalen Grösse, damit es sich vom Original abhebt.»

Rasch habe man sich auf «Vier gewinnt» geeinigt, da es ein Spiel sei, das jede(r) kenne. «Man braucht keine Anleitung», sagt Marion Zängerle, die hier im Bild zu sehen ist:

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 24. Juli 2020)

Stadt leistet kleinen Beitrag

Zur Umsetzung der Idee erhalten Zängerle und ihre drei Mitinitianten bis zu 1000 Franken von der Stadt – wie alle Pop-up-Parks – und sie vertrauten auf ihre Erfahrungen aus der Pfadizeit. «Wir haben alles selbst geschraubt und gesägt, aber natürlich sind wir keine Profi-Holzbauer», sagt sie. Das Spielbrett besteht aus Holz, als Spielsteine dienen Topf-Untersetzer aus Kork.

Beide Materialien sind mit Blick auf den Open-Air-Standort nicht ganz unproblematisch. «Wir hoffen, dass sich die Kork-Spielsteine bei Regenwetter nicht zu sehr mit Wasser vollsaugen und dass sich auch das Holz des Spielbretts nicht zu sehr verformt», sagt Zängerle mit einem Schmunzeln. Vor allem aber hofft sie, dass das Spiel die vier Wochen ohne Vandalismus übersteht. Zumindest bei den Spielsteinen haben die Initianten einen Ersatz-Vorrat angelegt.

Pflanzen sorgen für «wohnliche» Atmosphäre

Damit der bloss fünf Meter lange und knapp zwei Meter breite Pop-up-Park auch ein bisschen «wohnlich» wird, wie Zängerle es sagt, haben sie rund um das Spiel ein paar Obstharassen zum Sitzen und einige Töpfe mit Blumen und Pflanzen platziert. Letztere dienen zusätzlich als Sicherheitsabschrankung gegen die Strasse und die anderen Parkplätze hin. Zudem wird jemand aus der Gruppe einmal täglich nach dem Rechten sehen. «Nur schon wegen der durstigen Pflanzen», sagt Zängerle.

Dass die 28-Jährige bei einem Pop-up-Park-Projekt mitmacht, hat auch ein bisschen mit ihrer beruflichen Herkunft zu tun: Zängerle ist Geografin und Urbanistin, begleitet Gemeinden bei der Siedlungsentwicklung. «Hier wechsle ich nun quasi von der theoretischen auf die praktische Seite», sagt sie. Von den Pop-up-Parks habe sie zuerst in den Medien gelesen. «Ich fand's auf Anhieb cool. Und mir war klar, dass das Projekt nur zum Fliegen kommt, wenn die Anwohner sich auch engagieren.»

Das sind die weiteren Pop-up-Parks:

  • «Neustadt-Park». Waldstätterstrasse. 1. bis 29. August. Hier sollen ein Holzboden, Stühle und Pflanzen zum Verweilen einladen.
  • «Sentitreff». Baselstrasse 21. 15. August bis 12. September. Mit Spielen, Sitzgelegenheiten und Kunstrasen.
  • «Ideen-Parking». Burgerstrasse. 15. August bis 12. September.
  • «Lindenstrasse». Lindenstrasse. 22. August bis 19. September.
  • «Fordere das Universum». Sälistrasse. 22. August bis 19. September.
  • «Städtischer Pop-up-Park». Dammstrasse. 29. August bis 26. September.
  • «Ferien am See». Alpenquai. 29. August bis 26. September. Mit Strandkörben zum Chillen und fürs Feierabendbier.