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Das wurde aus den besetzten Häusern in Luzern

Die Remise Auf Musegg 1, die Bodum-Villa oder das SBB-Gebäude an der Güterstrasse - die Besetzer-Szene ist in Luzern aktiv wie schon lange nicht mehr. Zuletzt hatten die Aktivisten Erfolg. Das war aber nicht immer so.
Stefan Dähler
Dieses Haus wurde von der Aktivistengruppe Pulp@ besetzt. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 9. April 2018))

Dieses Haus wurde von der Aktivistengruppe Pulp@ besetzt. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 9. April 2018))

Die letzte Besetzung endete einvernehmlich: Die Aktivistengruppe «Pulp@» hat die Remise Auf Musegg 1 freiwillig verlassen. Die Eigentümerin der Remise, die Stadt Luzern, sucht im Gegenzug neue Räumlichkeiten für das von der Gruppe angestrebte Begegnungszentrum (Artikel vom 7. Mai).

Wie geht es nun weiter? Die Stadt prüft «verschiedene Optionen von eigenen Räumlichkeiten, die voraussichtlich im Laufe diesen Jahres im Rahmen von Raumrochaden sowieso frei werden dürften», teilt Stadtbaumeister Marko Virant auf Anfrage mit. Das Risiko, dass die kulante Haltung der Stadt weitere Aktivisten ermutigt, städtische Liegenschaften illegal zu besetzen, dürfte aber gering sein. Es gebe derzeit «keine geeigneten Leerstände», so Virant. Der von Schimmel befallene oberste Stock der Remise, den die Gruppe «Pulp@» in Beschlag genommen hatte, soll saniert werden, die Stadt plant ein Gesamtkonzept für die ganze Liegenschaft.

Der gescheiterte Versuch der Juso

Hausbesetzungen gaben in Luzern in den letzten Jahren immer wieder zu reden - nachdem es zuvor lange ruhig geblieben war. Ein Überblick zeigt: Dass Aktivisten sich durchsetzen können, kommt sehr selten vor. Am wenigsten weit kamen Anfang 2015 die Juso. Sie wollten an der Vonmattstrasse ein Gebäude für einen Abend besetzen, wurden jedoch vor Ort bereits von der Polizei erwartet. Die missglückte Aktion brachte der Jungpartei im Rahmen der Kick-Ass-Award-Verleihung 2016 durch Radio 3fach den Schmähpreis «Toro Embolado» ein.

Stärker in den Fokus rückte das Thema 2016 aufgrund der Besetzung der Bodum-Villa an der Obergrundstrasse 99 durch die Gruppe «Gundula». Dadurch wollten die Aktivisten auf das Problem leer stehender Räume in der Stadt Luzern aufmerksam machen. Doch das Haus steht nach wie vor leer und zerfällt allmählich. Ein Neubauprojekt scheiterte, weil sich die Stadt Luzern und die Bodum Invest AG nicht einigen konnten. Aufgrund der Besetzung wurden 27 Personen wegen Hausfriedensbruch verurteilt, darunter nicht nur Aktivisten, sondern auch eine Journalistin, die das Gelände betreten hatte. Nicht viel besser steht es um die benachbarte Villa Obergrundstrasse 101, die ebenfalls kurzzeitig besetzt wurde. Diese gehört ebenfalls Bodum, die Stadt hat ein Umbauprojekt bereits bewilligt. Eigentlich sollte der Bodum-Hauptsitz dorthin verlegt werden, inzwischen hat der dänische Unternehmer Jørgen Bodum seine Meinung jedoch geändert. Beide als erhaltenswert eingestufte Liegenschaften sollen nun verkauft werden, heisst es auf Anfrage. Weitere Auskünfte erteilt Bodum nicht. Ähnlich wie «Gundula» erging es auch der Gruppe «Rosa Lavache», die einen Teil des Hauses an der Güterstrasse 7 beim Güterbahnhof Luzern vor einigen Monaten gleich mehrmals besetzt hatte. Sie forderte dort autonome Bildungs- und Freiräume. Für die Eigentümerin des Gebäudes, die SBB, ist das kein Thema. Sie hat Strafanzeige gegen die Aktivisten erstattet.

Wie es mit dem ebenfalls als erhaltenswert eingestuften Gebäude weitergeht, werde «im Rahmen der Abklärungen rund um die Arealentwicklung geklärt», teilen die SBB auf Anfrage mit. Im Gebiet soll die Rösslimatt-Überbauung entstehen. Die letzten Mieter müssen nach einer Fristverlängerung Ende Juni ausziehen. Zwischennutzungen seien «aus sicherheitsrelevanten Gründen» kein Thema, so die SBB. Das Gebäude befinde sich in einem schlechten Zustand.

Etwas mehr Erfolg hatte dagegen die Gruppe «Stella Matta», die im Sommer 2016 ein Gebäude im leer stehenden Anwesen an der Sternmattstrasse 68 besetzte. Zwar mussten auch hier die Aktivisten die Liegenschaft nach kurzer Zeit wieder verlassen, doch ihr Anliegen, dass diese künftig wieder genutzt werden soll, dürfte sich bald erfüllen.

Zur Erinnerung: Die früheren Eigentümer, ein kinderloses Ehepaar, hatten im Testament verfügt, dass ihr Anwesen nach ihrem Ableben nicht mehr bewohnt werden darf. Das Grundstück ging an die Margot und Jost Limmacher-Leo Stiftung über. Seit 2012 steht es leer. Die Stiftung hat aber kürzlich ihren Stiftungszweck geändert. Das Grundstück soll nun verkauft und künftig wieder genutzt werden, heisst es auf Anfrage.

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