Daten-Leak in Deutschland: Ermittler nehmen mutmasslichen Hacker fest

Im Fall des Daten-Leaks hat die Polizei in Deutschland einen Tatverdächtigen verhaftet. Es soll sich dabei um einen 20-jährigen Schüler aus Hessen handeln.

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Der festgenommene Mann soll noch bei den Eltern wohnen. Gemäss Informationen des Spiegels steht er im Verdacht, Hunderte Datensätze von Politikern und Prominenten im Internet veröffentlicht zu haben. Der 20-Jährige zeige sich geständig.

«Das ganze Ausmaß seiner Aktion war ihm offenbar gar nicht bewusst», sagte ein Ermittler dem Spiegel. Er soll keine Verbindungen zu ausländischen Geheimdiensten haben.

Auf die Spur kamen ihm die Ermittler über sogenannte digitale Spuren, die der Mann im Internet hinterlassen hatte. Am Sonntagabend durchsuchten Ermittler die Wohnung des Tatverdächtigen. Da hatte er seinen Computer jedoch bereits zerstört. Weitere Einzelheiten sollen am Dienstagmittag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.

Adventskalender-Prinzip

Der mutmassliche Täter hatte über Wochen nach dem Adventskalender-Prinzip Datenpakete veröffentlicht. Auf Twitter postete er vom 1. bis 24. Dezember jeweils ein Link zu Daten. Zunächst zu Daten von Prominenten, dann zu Daten von Hunderten von Politikern. Diese enthielten frei zugängliche Informationen, aber auch private Handynummern oder Chatverläufe mit Familienmitgliedern. Seit dem 28. Dezember wurden keine weiteren Daten mehr veröffentlicht. (zfo)

Datenklau in Deutschland: «Das ist ein Weckruf»

Kanzlerin Angela Merkel, Entertainer Jan Böhmermann und Schauspieler Til Schweiger: Daten von Hunderten Politikern und Prominenten wurden im Netz veröffentlicht. Ein professioneller Hacker fordert nun, dass Cybersicherheit endlich ernster genommen wird.
Christoph Reichmuth, Berlin