Datenbank
Zahl erneut gestiegen: Kanton Luzern zählt 435 potenzielle Gewalttäter

Die Gefährder-Datenbank des Kantons Luzern hat aktuell 435 Einträge. Das sind 7 mehr als vor einem Jahr. Welchen Einfluss die Pandemie auf Fälle häuslicher Gewalt hat, ist noch unklar.

Alexander von Däniken
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Bei Drohungen oder anderen Anzeichen von Gewalt kann die Luzerner Polizei seit 2017 potenzielle Gewalttäter in einer Datenbank erfassen. Die Zahl der Einträge wächst jedes Jahr. Ende 2017 waren es 352 Personen, Ende 2018 bereits 381. Per 6. Januar 2021 zählt die Datenbank 435 Einträge – 7 Prozent mehr als zum selben Stichtag vor einem Jahr. Dies erklärt die Luzerner Polizei auf Anfrage.

Laut Mediensprecher Urs Wigger handelt es sich um eine Momentaufnahme. Das kantonale Bedrohungsmanagement nehme laufend Änderungen vor. Neue Fälle kommen dann hinzu, wenn eine substanzielle Bedrohungslage besteht oder wenn diese ansteht. Dabei wird jeder Fall einzeln geprüft. Gelöscht werden Einträge dann, wenn sie während fünf Jahren inaktiv sind. Das ist innert Jahresfrist 39-mal vorgekommen.

Zahlen im März erhältlich

Ein mögliches Beispiel eines Eintrags ist die häusliche Gewalt. Diese, so befürchten Frauenhäuser und Opferberatungsstellen, dürfte seit Beginn der Pandemie im vergangenen Frühling zugenommen haben. Bestätigen lässt sich das aber nicht. Die Zahlen zu Delikten, die das Strafgesetzbuch betreffen, liegen laut Urs Wigger noch nicht vor, «daher sind auch noch keine statistischen Angaben zum Bereich häusliche Gewalt verfügbar».

Eine auf verlässliche Zahlen fundierte Aussage lässt sich also nicht machen. Noch nicht: Im März wird die Luzerner Polizei die Kriminalstatistik 2020 präsentieren.