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Luzern: Demo gegen das Gefängnissystem

Rund 100 Personen sind am Samstag von der Luzerner Neustadt Richtung Gefängnis Grosshof in Kriens gezogen. Sie demonstrierten gegen alle Formen der Inhaftierung.
Ismail Osman
Eingangsbereich des Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Eingangsbereich des Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Als ein «Spaziergang zum Grosshof» wurde die gestrige Demonstration im Vorfeld angekündigt. Der Spaziergang sei als Zeichen der «Solidarität mit den Gefangenen und als Audruck einer Kritik am System von Gefängnis und Strafe» zu verstehen, heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung, die von der Gruppierung Autonome Schule Luzern (ASL) versendet wurde.

Die Gruppierung nennt darin auch den Namen eines Asylsuchenden namens Amanuel Bekele, der sich im Grosshof derzeit in Ausschaffungshaft befinde: «Die Behörden verweigern ihm einen legalen Status und versuchen ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen. Bis er ‹freiwillig› geht. Und weil er trotzdem hier bleibt, sperren sie ihn ein und versuchen ihn zu brechen», heisst es im Schreiben. Und weiter: «Ist es nicht anmassend, dass die gesetzgebende Mehrheit in der Schweiz darüber bestimmt, wer hier leben darf und wer nicht?»

Die Ausschaffungshaft als solches war aber nur eine Facette des Gefängniswesens, welches als Ganzes hinterfragt wurde. So solle der Spaziergang auch zur Reflexion darüber anregen, «wie sinnvoll oder eben nicht Strafen und Freiheitsentzug sind. Hilft Strafe Leuten nach einer Gewalttat an anderen Menschen, sich emphatisch und fair zu verhalten?»

Kundgebung verlief friedlich

Dem Aufruf folgten am Samstag letztlich rund 100 Personen. Diese fanden sich nachmittags zunächst beim Helvetiaplatz in der Luzerner Neustadt ein. Nach einer ersten kurzen Kundgebung bewegte man sich in Richtung Grosshof in Kriens. Dort befindet sich sowohl die Justizvollzugsanstalt wie auch ein Durchgangszentrum.

Die Demonstration wurde im Vorfeld bewilligt und von der Polizei begleitet. Der Spaziergang verlief sehr friedlich, wie die Luzerner Polizei auf Anfrage bestätigt. Vor der Justizvollzugsanstalt wurden weitere Ansprachen gehalten, bevor sich die Demonstration mit Einsetzen der Dämmerung auflöste.

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