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Demonstration in Luzern: 200 Personen fordern einen «solidarischen und ökologischen Neustart»

Rund 200 Beteiligte haben am Samstagnachmittag in der Stadt Luzern für einen grundlegenden Wandel der Gesellschaft demonstriert.

Chiara Stäheli
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An der Demonstration durch die Stadt Luzern haben rund 200 Personen teilgenommen.
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Die Beteiligten versammelten sich am Samstagnachmittag auf dem Bahnhofplatz.
Nach einleitenden Worten durch die Organisatoren startete der Demonstrationszug seinen Marsch.
Die Demonstranten wünschen sich eine krisenresistente Zukunft.
Auch Mitglieder des Luzerner Frauenstreikkomitees nahmen an der Demonstration teil.
Die Klima-Grosseltern waren ebenfalls mit dabei, um ihre Forderungen kundzutun.
Vom Bahnhof führte die Route in Richtung Bundesplatz und von dort über die Reussbrücke weiter in die Altstadt.
Die Demonstration wurde von zwölf Luzerner Organisationen initiiert.
Klimaschutz, Lohngleichheit, soziale Gerechtigkeit: Die Motive der teilnehmenden Organisationen sind nicht alle dieselben. Einen Neustart fordern allerdings alle.
Die Demonstration wurde von einem Aufgebot der Luzerner Polizei begleitet. Auf Anfrage bestätigt diese, dass die Veranstaltung friedlich verlaufen sei.
Jana Avanzini (hinten) und Kathrina Mehr vertraten an der Demonstration das Luzerner Frauenstreikkomitee.
Der Demonstrationszug unterwegs zum Bundesplatz.
Nach rund zwei Stunden war die Demonstration zu Ende.

An der Demonstration durch die Stadt Luzern haben rund 200 Personen teilgenommen.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. September 2020)

Ausgerüstet mit Megafon, Plakaten, Stoffbannern und Masken haben sich am Samstagnachmittag rund 200 Menschen in Luzern versammelt, um gemeinsam einen «solidarischen und ökologischen Neustart» zu fordern. Bereits am Treffpunkt auf dem Bahnhofplatz stach die Diversität der Demonstrierenden ins Auge: Nicht nur Klimaaktivisten, auch Antikapitalisten und Frauenstreik-Teilnehmerinnen waren vor Ort. Ins Leben gerufen wurde die Demonstration von zwölf Luzerner Organisationen – darunter SP, Grüne, Frauenstreik, Klimastreik und der Luzerner Gewerkschaftsbund.

Forderung nach einem grundlegenden Wandel

Eine der Initiantinnen ist Milena Hess. Die 19-jährige Luzerner Klimaaktivistin ist überzeugt: «Es braucht eine grundlegende Veränderung, damit wir Krisen in Zukunft verhindern können.» Ziel der Demonstration sei es, zu zeigen, dass ein Neustart erfolgen müsse, der nicht nur das Klima berücksichtige, sondern gleichzeitig auch die sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umstände mitdenke.

Ähnlich sieht das Martin Wyss, Präsident des Luzerner Gewerkschaftsbundes: «Die Coronakrise hat Ungleichheiten in der Bevölkerung sichtbar gemacht. Es gibt viele Menschen in der Schweiz, die sich plötzlich in existenzbedrohenden Situationen befinden.» Gleichzeitig habe die Politik gezeigt, dass es möglich sei, auch einschneidende Entscheide und Massnahmen rasch zu vollziehen. «Es ist nun wichtig, dass wir unseren Forderungen im Zuge dieser Demonstration Nachdruck verleihen, damit wir schon bald mit politischen Entscheidungsträgern über den künftigen Umgang mit Krisen diskutieren können.»

Mit der Verlautbarung dieser Forderung startete der Demonstrationszug am Samstagnachmittag seinen Marsch durch Luzern. Vom Bahnhofplatz führte die von der Stadt Luzern genehmigte Demonstration durch die Neustadt und von dort über die Reussbrücke in die Altstadt. Weiter ging es über die Seebrücke zurück in die Bahnhofstrasse, wo die Demonstration nach rund zwei Stunden ihr Ende fand. Wie die Luzerner Polizei auf Anfrage mitteilt, ist die Veranstaltung friedlich verlaufen.

Video: Tele 1

Unterschiedliche Organisationen verfolgen ein gemeinsames Ziel

An den Strassenrändern haben sich bereits kurz nach dem Start die ersten Schaulustigen versammelt. Viele Passanten hielten inne und verfolgten die Demonstration – die einen interessiert, die anderen eher irritiert. Nicht selten traf man auf ratlose Zuschauer, die sich nicht ganz im Klaren darüber zu sein schienen, welches Ziel die Demonstranten nun genau verfolgten.

Zwar wünschen sich alle Beteiligten einen «Neustart», dennoch sind die Forderungen der einzelnen Organisationen ganz unterschiedlicher Art: Auf den Plakaten, Stofftüchern und Kartons prangten Begriffe wie «Klimagerechtigkeit» oder «Lohngleichheit», und auch dem Kapitalismus wollen einige Beteiligten ein Ende setzen. Eine heterogene Masse, die sich gemeinsam für einen grundlegenden Wandel einsetzt.

Mit dabei waren auch Kathrina Mehr und Jana Avanzini. Die beiden sind Teil des Luzerner Frauenstreik-Komitees. Die Gründe, weshalb sie an der Demonstration teilgenommen haben, sind vielfältig: «Extreme Lohnungleichheit, unbezahlte Arbeit und eine Zunahme der häuslichen Gewalt in den vergangenen Monaten treiben uns auf die Strasse», sagt Kathrina Mehr. Es sei wichtig, auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Jana Avanzini ergänzt: «An der heutigen Demonstration solidarisieren sich ganz unterschiedliche Organisationen für einen Neustart nach Corona. Bei diesem Neustart müssen zwingend auch die Anliegen der Frauen berücksichtigt werden.»

Egal ob Gleichstellung, Klimaschutz oder soziale Gerechtigkeit: Für Milena Hess vom Klimastreik Zentralschweiz ist klar: «Um unsere Ziele zu erreichen, muss sich grundlegend etwas verändern – und das braucht Mut. Eine Eigenschaft, die wir bei Politikern oft vermissen.»

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