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Demonstranten in Luzern prangern Zentralschweizer Asylpolitik an

Am Donnerstagabend zogen gemäss Veranstaltern rund 700 Demonstranten durch die Luzerner Innenstadt. Die neue Flüchtlingsorganisation Solinetz wollte so auf angebliche Missstände in der Zentralschweizer Asylpolitik aufmerksam machen.
Simon Mathis
Rund 700 Flüchtlinge und Sympathisanten zogen abends über die Reuss. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (5. Juli 2018))

Rund 700 Flüchtlinge und Sympathisanten zogen abends über die Reuss. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (5. Juli 2018))

Am Donnerstagabend zog ein langer Demonstrationszug durch die Luzerner Altstadt. Das Motto: «Ich bin auch ein Mensch». Das Ziel: Aufmerksam machen auf angebliche Missstände beim Asylwesen – besonders in der Zentralschweiz.

Neben Betroffenen waren auch zahlreiche Menschen vor Ort, die sich mit den Flüchtlingen solidarisieren. Ein Sprecher forderte Fairness für alle geflüchteten Menschen. Viele würden ähnlich wie in einem Warteraum leben. Auf Transparenten war etwa zu lesen: «Seit 12 Jahren ist mein Name Flüchtling», «Niemand flüchtet ohne Grund» oder «Keine Unterdrückung durch den F-Ausweis».

Durchgeführt wurden die Proteste von der Flüchtlingsorganisation Solinetz, die Ende Mai gegründet worden ist. Solinetz ist ein Zusammenschluss bereits bestehender Institutionen, die sich nach eigenen Worten «migrationssolidarisch» einsetzen. Gründungsmitglieder sind unter anderem der Flüchtlingstreffpunkt HelloWelcome, das Luzerner Asylnetz, der Verein Sentitreff, sowie die reformierte und katholische Kirche der Stadt Luzern.

Umgang mit Minderjährigen kritisiert

«Besonderer Stein des Anstosses ist, wie man in der Zentralschweiz mit unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden umspringt», sagt Sabina Moor, Mitglied von Solinetz, gegenüber unserer Zeitung. Die Vereinigung moniert, dass 16- bis 18-jährige Asylsuchende mit 6 Franken Taggeld auskommen müssen. Bemängelt werden ausserdem unzureichende Ressourcen für die kantonale Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen (DAF). So will der Kanton Luzern per Ende Dezember 2018 drei Asylzentren schliessen (wir berichteten am 3. Juli). Moor sagt dazu: «Der Kanton leistet klar zu wenig in Sachen Migration.»

Die Stadt Luzern habe eine Bewilligung für 500 Demonstranten erteilt, so Sabina Moor. Die Facebook-Page von Solinetz verzeichnet über 100 Zusagen für die Proteste – und über 500 Interessierte. «Kann sein, dass uns der regnerische Abend die Suppe versalzt», befürchtet Moor. «Aber vielleicht werden wir überrascht.» So unwirtlich war das Wetter am frühen Abend dann doch nicht. Und eine Überraschung gab es tatsächlich. Denn laut Veranstalter marschierten rund 700 Personen vom Mühle- bis zum Helvetiaplatz, wo danach eine Kundgebung stattfand.

Demonstranten in der Altstadt von Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (5. Juli 2018))

Demonstranten in der Altstadt von Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (5. Juli 2018))

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