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Kolumne

Den Chauffeur nicht schlagen

Einblicke - Unser Autor Christian Peter Meier über seine Beobachtungen während seiner Reise durch die USA.
Christian Peter Meier, Leiter regionale Ressorts
Christian Peter Meier

Christian Peter Meier

Wieder einmal habe ich eine USA-Reise hinter mir. Und wieder hat sich gezeigt: Ich mag die Amerikaner. Trotz allem. Und wohl vor allem, weil sie uns ähnlich sind und doch so anders. Drei aktuelle Beobachtungen:

Während meines Aufenthalts kam ein demokratischer Gouverneur extrem in die Bredouille, weil eine kompromittierende Fotografie aus dem Jahr 1984 aufgetaucht war: Das Bild zeigt einen schwarz-geschminkten Mann und eine weitere Person in der Kutte des Ku-Klux-Klans. Darüber steht der Name des Politikers, der vor lauter Kritik kaum mehr wusste, wo ihm der Kopf stand.

Kein Wunder: Denn das sogenannte Blackfacing gilt in der US-Geschichte als Ausdruck der Diskriminierung von Afroamerikanern und ist heute ein absolutes Tabu. Ich habe mir vorgestellt, wie entsetzt ein US-Amerikaner (vor diesem Hintergrund) reagieren dürfte, wenn ihm hierzulande an der Fasnacht zum ersten Mal ein «Schwarzer», «Indianer» oder auch «Chinese» über den Weg läuft – oder im Gefolge des Samichlauses plötzlich den Schmutzli entdeckt.

In einem Bus wiederum stach mir ein Plakat mit folgendem Titel ins Auge: «Don’t touch the driver!» Im Kleingedruckten wurde dort erklärt, dass ein tätlicher Angriff auf einen Chauffeur eine mehrjährige Gefängnisstrafe zur Folge haben könne. Was dieser Infokampagne so alles vorausgegangen sein muss? Und: Ob Luzerner Trolleybusfahrer ähnliche Erfahrungen mit ihren Kunden machen?

Schliesslich ist mir einmal mehr aufgefallen, wie wichtig die Latinos für die US-Wirtschaft sind. Die Diskrepanz zwischen der volkswirtschaftlichen Leistung dieser Bevölkerungsgruppe und ihrem Ruf im Weissen Haus ist eklatant. Vielleicht sollten die Latinos kollektiv ein paar Tage lang streiken, um den vom Präsidenten erklärten Nationalen Notstand mit Inhalt zu füllen. Habe ich mir so gedacht – um dann schnell zu realisieren, dass dann mit Sicherheit auch ein Hotelzimmer nicht gereinigt würde ...

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