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Luzern: Den jungen Igeln setzen die Hundstage extrem zu

32 Igel pflegt Evelyne Noser derzeit in der Auffangstation in Ebikon. Die stachligen Tiere sind nicht die einzigen, die unter der Extremhitze leiden. Wir sagen, wie Sie helfen können.
Roger Rüegger
Dieser Igel hat's gut: Er wird in der Auffangstation in Ebikon gestärkt. (Bild: Philipp Schmidli, 7. August 2015)

Dieser Igel hat's gut: Er wird in der Auffangstation in Ebikon gestärkt. (Bild: Philipp Schmidli, 7. August 2015)

Der Hochsommer in Mitteleuropa, die sogenannten Hundstage, setzt auch Tieren zu. Weit stärker als Haustiere haben einige Wildtiere zu kämpfen. Besonders Igel leiden: «Die Zeit ist für Igel extrem schwierig. Viele sind im Mai und Juni geboren und müssen jetzt auf eigenen Beinen stehen, weil die Igelmutter ihre Jungen nach sechs Wochen alleine lässt», sagt Evelyne Noser, die eine Igel-Auffangstation in Ebikon betreibt.

Durch die Trockenheit fehlt es den Igeln nicht nur an Wasser, sondern auch an Nahrung. Insekten bleiben fern, Schnecken und Würmer verkriechen sich tief im Boden. Als Folge schwächeln die Igel und werden teils von Parasiten befallen. Zu schaffen machen ihnen Fliegen. Denn die suchen sich gerne schwache Igel aus, um ihre Eier abzulegen. «Es dauert nur wenige Stunden, bis Maden schlüpfen und in die Körperöffnungen der Igel eindringen», sagt Noser. Was dies für die Igel zur Folge hat, muss man nicht näher erläutern.

Wasser bereitstellen, aber Hygieneregel beachten

Diese Nachricht kursiert derzeit auf dem Nachrichtendienst WhatsApp. (Bild: PD)

Diese Nachricht kursiert derzeit auf dem Nachrichtendienst WhatsApp. (Bild: PD)

Menschen können einfach Hilfe leisten, indem sie Behälter mit Wasser aufstellen. Ein entsprechender Aufruf kursiert derzeit auch auf sozialen Netzwerken. Der Wortlaut: «Vögel, Igel und Kleintiere finden seit Tagen kein Wasser mehr in unseren Gärten. Die Tierschutzvereine rufen auf, Wasserschalen aufzustellen, damit die Tiere nicht verdursten.» Das ist gut gemeint, aber derart dramatisch ist die Lage nicht.

Einem künstlichen Vogelbad sind sie jedoch nicht abgeneigt. Wichtig ist, dass die Hygieneregel beachtet wird: Wasser muss täglich ausgetauscht und der Platz sauber gehalten werden. Denn gerade Vögel halten es mit der Hygiene nicht so genau und lassen immer etwas fallen.

Geschwächte Igel zum Tierarzt bringen

Geschwächte Igel erkennt man an deren Reaktion. «Reagieren sie auf Berührungen sofort, ist es gut. Zeigt ein Igel kaum Regung, sollte man eine Igelstation kontaktieren oder das Tier zum Tierarzt bringen. Ein Zeichen für Schwäche sind auch viele Fliegen», sagt Noser, die derzeit 32 Igel in ihrer Station pflegt.

Wer Igel zum Tierarzt bringt, sollte die Tiere in einen Behälter legen und diesen mit einem Tuch bedecken. Tierärzte behandeln Wildtiere wie Igel in der Regel gratis. Debora Donati, Tierarzthelferin in der Central Kleintierpraxis in Sursee: «Die Kosten gehen auf uns. Wer will, darf gerne einen freiwilligen Beitrag leisten. Wir nehmen die Daten der Personen auf, die uns Tiere bringen. Die Leute können entscheiden, ob sie die Igel nach der Behandlung selber in die Natur zurückgeben oder ob wir dies organisieren.» Wichtig sei, Igel dort zu platzieren, wo sie aufgefunden wurden.

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