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Kommentar

Denk mal!

«Pflege? Denk mal!», so wirbt der Denkmalschutz wortspielerisch für seine Rolle beim Erhalt historischer Bausubstanz.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu, Chefredaktor

Jérôme Martinu, Chefredaktor

Im Luzerner Stadtteil Littau steht seit den 1960er-Jahren das Grenzhof-Schulhaus. Nicht gerade eine Augenweide, sagen viele, wie bei so manchen Bauten aus jener Zeit. Der Luzerner Stadtrat will das Schulhaus abreissen. Es ist schadstoffbelastet, die Grenzwerte des dort vorkommenden, gesundheitsgefährdenden Naphtalins werden überschritten. Die Denkmalpflege des Kantons Luzern hat den Grenzhof jetzt aber unter Denkmalschutz gestellt – obwohl unklar ist, ob eine Giftstoffsanierung mit vertretbarem Aufwand überhaupt möglich ist. Und die sich für den Erhalt starkmachende IG Baukultur der Moderne der Zentralschweiz empfiehlt gar, stattdessen die «architektonisch bedeutungslose» Rönnimoos-Schule abzureissen. Was soll man davon halten? Richtig ist, die Sanierungsmöglichkeiten wasserdicht abzuklären – auch wenn das rund 250 000 Franken kostet. Bleibt aber von der geschützten Bausubstanz nach einer Sanierung nicht mehr viel übrig, dann macht ein Erhalt schlicht keinen Sinn.

Ebenfalls in Luzern: Die Hälfte der als erhaltenswert eingestuften Reussbühler Shedhalle, Baujahr 1918, wird überraschenderweise abgerissen. Grund: Die mit 10 Millionen Franken veranschlagte Sanierung wegen instabilen Untergrunds ist zu teuer. In diesem Fall scheint der Denkmalschutz keine Einwände zu haben.

«Pflege? Denk mal!», so wirbt der Denkmalschutz wortspielerisch für seine Rolle beim Erhalt historischer Bausubstanz. Ja, wir müssen sorgsam mit dem architektonischen Erbe umgehen. Und dennoch darf man sich fragen, wie hoch der Denkmalschutz das Prinzip der Verhältnismässigkeit gewichtet. Dies im Wissen darum, dass bei der Beurteilung von Schutzwürdigkeiten stets auch ein gewisses Mass an Subjektivität mitspielt.

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