DENKMALPFLEGE: Das Bauinventar der Stadt Luzern ist fertiggestellt

Im Bauinventar sind 796 Gebäude als schützenswert und 1125 als erhaltenswert eingestuft worden. Das Bauinventar ist zum einen eine wichtige Grundlage, um die architektonischen Schätze zu erhalten. Zum anderen ist es ein wichtiges Instrument im Baubewilligungsverfahren.

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Schützenswert: eines der Eckhäuser an der Kreuzung Bruchstrasse/Klosterstrasse. (Bilder: Pius Amrein (Luzern, 4. Mai 2017))

Schützenswert: eines der Eckhäuser an der Kreuzung Bruchstrasse/Klosterstrasse. (Bilder: Pius Amrein (Luzern, 4. Mai 2017))

Die kantonale Denkmalpflege hat den Auftrag, für jede Gemeinde ein Bauinventar zu erstellen. Entsprechend wurde seit Frühling 2010 der gesamte Baubestand des Kantons Luzern gemeindeweise erfasst, beschrieben und bewertet. Das städtische Ressort Denkmalpflege und Kulturgüterschutz sowie die kantonale Denkmalpflege haben sich gemeinsam dieser Aufgabe gewidmet. Nun sind die Arbeiten daran abgeschlossen, heisst es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag.

Planungs- und Rechtssicherheit

Das Bauinventar soll auf die zahlreichen, im Alltag oft nicht wahrgenommenen Schätze unserer Baukultur aufmerksam machen. Ist ein Gebäude im Bauinventar erfasst, heisst dies, dass das Haus ein wertvoller Bau von historischer und architektonischer Bedeutung ist oder auch im Stadtbild eine wichtige Stellung einnimmt. Sein Erhalt ist anzustreben und Veränderungen sind mit grosser Sorgfalt und Rücksicht auf die historische Substanz vorzunehmen.

Zudem erhöht das Bauinventar die Planungs- und Rechtssicherheit für die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer. Es ist diesbezüglich auch für alle Beteiligten ein wichtiges Instrument im Baubewilligungsverfahren. Für die bewerteten Objekte gilt kein Bauverbot. Umbauten, Sanierungen und Renovationen müssen aber sehr behutsam durchgeführt werden. Bei den erhaltenswerten Gebäuden ist die städtische, bei den schützenswerten und bei den Baugruppen die kantonale Denkmalpflege ins Bewilligungsverfahren einzubeziehen.

Konkret sind im Bauinventar nun 796 städtische Objekte als schützenswert eingetragen. Schützenswert heisst, dass das Gebäude ein wertvoller Bau von historischer oder architektonischer Bedeutung ist. Es muss alles unternommen werden, um ihn möglichst originalgetreu zu erhalten. An Renovationen oder Veränderungen sind hohe Qualitätsanforderungen gestellt.

Erhaltenswerte Objekte sind im Bauinventar deren 1125 aufgeführt. Erhaltenswerte Gebäude sind charakteristische Bauten von guter Qualität. Renovationen sind einfacher möglich als bei schützenswerten Gebäuden, müssen aber ebenfalls stets sorgfältig vorgenommen werden. Bei den Baugruppen machen Ensembles von Gebäuden oder deren räumlicher oder funktionaler Zusammenhang den historischen oder architektonischen Wert aus.

Anfang Mai 2017 wurden die Eigentümerinnen und Eigentümer jener Gebäude, die im Bauinventar aufgeführt sind, mit einem Brief informiert und zu Informationsveranstaltungen eingeladen. Über den Sommer 2017 werden allfällige Rückmeldungen der Eigentümerinnen und Eigentümer bearbeitet und das Bauinventar bereinigt. Im Herbst 2017 soll es in Kraft treten.

pd/zim

Das Gebäude mit dem Hotel/Restaurant Drei Könige. (Bild: Pius Amrein  (LZ) (Luzerner Zeitung))

Das Gebäude mit dem Hotel/Restaurant Drei Könige. (Bild: Pius Amrein (LZ) (Luzerner Zeitung))