Depotsystem wird schon wieder abgeschafft

Das an der diesjährigen Fasnacht eingeführte Depotsystem wird bereits wieder abgeschafft. Darauf haben sich die Stadt Luzern und Vertreter der Fasnachtsorganisationen geeinigt. Stattdessen sollen mehr «Dräksäke» zum Einsatz kommen.

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Getränke werden gegen zwei Franken Depot abgegeben. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Getränke werden gegen zwei Franken Depot abgegeben. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das Pfandsystem hatte an der Luzerner Fasnacht nur einen kurzen Auftritt. Nach der Einführung im Jahr 2011 wird es auf die nächste Fasnacht schon wieder abgeschafft. Wie die Stadt Luzern in einer Mitteilung schreibt, haben sich Vertreter der Stadt und der Fasnachtsorganisationen am Dienstagnachmittag an einem Runden Tisch darauf geeinigt.

Im Vorfeld der Luzerner Fasnacht wurden in diesem Jahr insbesondere die Einführung des Pfandsystems und die verstärkte Kontrolle von illegalen kommerziellen Ständen, kontrovers diskutiert. Im Stadtparlament wurden zudem zwei Vorstösseeingereicht, welche unter anderem eine Sistierung der verstärkten Kontrollen forderten.

Pfandsystem hat nicht funktioniert

Wie es in der Mitteilung der Stadt heisst, seien sich Stadt und Fasnachts-Vertreter über die Abschaffung des Depots einig. Das Pfandsystem habe nicht funktioniert. Gründe seien unterschiedliche Zuständigkeiten für öffentlichen und privaten Grund, das Fehlen einer zentralen Organisation, wilde Gruppen, die ohne Bewilligung Getränke verkaufen, Restaurants und der offene Perimeter des Fasnachttreibens.

Unterschiedliche Meinungen wurden am Runden Tisch zur Weiterführung der neu eingeführten Verpflegungszonen auf öffentlichem Grund geäussert. Zu diskutieren gaben einzelne Standorte, das Erscheinungsbild der Stände und teilweise das Angebot.

Über 17'000 Franken Gewinn

Trotz Kritik am Pfandsystem seien rund 95 Prozent der ausgegebenen Depotchips zurückgegeben worden. Nach Abzug der Kosten verbleibt ein Netto-Gewinn von rund 17'130 Franken. Bereits vor der Fasnacht wurde entschieden, dass von diesem Gewinn ein Viertel dem Luzerner Fasnachtskomitee zugesprochen wird. Der Runde Tisch hat nun entschieden, dass über die Verwendung des Rests des Gewinns am nächsten Runden Tisch im September entschieden werden soll.

Mehr Abfallsäcke

Auch eine neue Stossrichtung hat der Runde Tisch bereits ausgearbeitet: Statt dem Pfandsystem sollen 2012 mehr «Dräksäke» eingesetzt werden. Das Sicherheitssystem mit temporärer Einbahn auf dem Rathaussteg wird weitergeführt. Bis im Sommer haben nun alle beteiligten Organisationen Gelegenheit, sich zur neu beschlossenen Stossrichtung zu äussern.

Zudem sollen die Erfahrungen mit den Verpflegungszonen der Stadt mitgeteilt werden. Die Fasnachtsorganisationen wollen unter der Leitung der «Vereinigte» auch Vorschläge zum Umgang mit Gruppierungen erarbeiten, die nicht im Sinn der Fasnacht mit ihren Wagen und unbewilligten Ständen Plätze blockieren und mit Musik aus Lautsprechern beschallen. Die definitiven Entscheide fallen im September.

Für die Fasnacht 2012 soll es darüber hinaus keine grösseren Neuerungen geben. Am 19. September trifft sich der Runde Tisch wieder und fällt die definitiven Entscheide.

pd/bep