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«Der älteste Jungschwinger»

Hans Giger ist eine treue Seele: Mit seinen 90 Jahren greift er den Schwingern vom Klub Oberhabsburg bei jedem Fest unter die Arme. Gestern legte er beim Verteilen des Sägemehls Hand an. Im Ring stand er nie. Schwingen kann er trotzdem.
Roger Rüegger
Hans Giger hilft den Schwingern, wo immer Hilfe nötig ist. Hier beim Schulhaus Obmatt in Adligenswil. (Bild: Manuela Jans-Koch (22. Juni 2018))

Hans Giger hilft den Schwingern, wo immer Hilfe nötig ist. Hier beim Schulhaus Obmatt in Adligenswil. (Bild: Manuela Jans-Koch (22. Juni 2018))

Die fröhliche Runde im Café Habermacher in Ebikon nimmt einen kleinen Apéro zur Stärkung, bevor es zur Sache geht. Bei der Gruppe handelt es sich um Mitglieder des Schwingklubs Oberhabsburg, der an diesem Wochenende den Innerschweizer Nachwuchsschwingertag und das Buebeschwinget bei der Schul- und Sportanlage Obmatt in Adligenswil durchführt.

Wenn es darum geht, Hand anzulegen, steht Hans Giger (90) in der ersten Reihe. Der Heimweh-Entlebucher ist ein unermüdlicher Helfer. «Leute wie unser Hans sind unverzichtbar. Er ist seit 60 Jahren ein stiller Chrampfer und Weggefährte und unterstützt uns bei jedem Fest», beschreibt ihn Schwingklub-Vizepräsident Alois Isenegger.

40 Jahre im Dienst der Papierfabrik Perlen

Wie es so ist bei Rentnern, schaut Hans – die Männer bestehen darauf, dass man sich duzt – auf seine Uhr. «Um halb zwölf gibt’s Mittagessen, danach müssen wir zum Festplatz», sagt der Mann, der 40 Jahre im Dienst der Papierfabrik Perlen stand.

Tatsächlich ist er dann am Nachmittag in der Obmatt anzutreffen. In fünf Sägemehlringen wird am Wochenende geschwungen. Hans greift sich einen Rechen und hilft beim Verteilen des Materials. Die Berge aus Sägemehl sind innert kurzer Zeit verteilt und geebnet. Sowieso, auch mit den richtigen Bergen kennt er sich bestens aus. In der Schweiz hat er etliche 4000er bezwungen. Zudem hat er im Himalajagebirge Touren unternommen und auch den Kilimandscharo bewältigt. «Meine Freizeit habe ich zu einem grossen Teil in den Bergen verbracht», sagt er. Aktiv ist Hans auch heute noch, das ist unübersehbar. Er ist schlank und drahtig, wie Berggänger eben sind. Alois: «Wir haben viele Bergtouren zusammen unternommen. Im Winter und im Sommer. Auch heute sind wir noch ab und zu in den höheren Regionen unterwegs.» Aktiver Schwinger war der in Finsterwald geborene Bauernsohn – er ist das zweitälteste von 17 Kindern – nie. «Aber der Schwingsport gefällt mir sehr. Ich verfolge die Wettkämpfe meistens aus der Nähe», sagt er.

Beim Thema Aktivschwinger ergreift Alois das Wort. «Hans ist zwar nie Schwinger gewesen, aber ein Nidle-Schwinger. Er hat viele Jahre bei der Milchannahmestelle in Gisikon gearbeitet. Ich erlebte ihn, als ich ein Bub war. Immer, wenn mich meine Mutter zum Tilsiterkaufen dorthin schickte, gab mir Hans ein kleines Extrastück Käse mit auf den Weg. Das machte nur er, die anderen nicht», so Alois lachend. «Das ist eben typisch Hans. Er gibt alles. Das war früher so und es ist heute nicht anders.»

Der älteste Jungschwinger der Oberhabsburger

Die Beständigkeit ist eine weitere Eigenschaft des Junggesellen. Jeden Samstag geht er zum Schwingerstamm ins Bahnhöfli in Root, in der Nähe des Altersheims, wo er seit letztem März wohnt. Zu seinem 90. Geburtstag am 4. März hat ihm Schwingerkönig Arnold Ehrensberger gratuliert. Alois präzisiert seine Aussage, dass Hans kein Schwinger sei: «Doch, er ist der älteste Jungschwinger unseres Stamms.»

Hinweis: Infos zum Jungschwingertag unter www.sk-oberhabsburg.ch

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