Der Anteil an leerstehenden Wohnungen im Kanton Luzern ist so hoch wie seit 1998 nicht mehr

Mehr als 3000 leere Wohnungen und Einfamilienhäuser ist der Rekord, der am 1. Juni 2020 verzeichnet wurde. Auch prozentual hat der Anteil Leerwohnungen im Kanton Luzern zugenommen und beträgt nun 1.66 Prozent.

Salome Erni
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3296 leerstehende Wohnungen und Einfamilienhäuser – das war der Stand am 1. Juni 2020 im Kanton Luzern. Dieser Rekordwert bedeutet eine Zunahme um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, ist der Medienmitteilung von Lustat Statistik Luzern zu entnehmen. Am Stichtag standen 1,66 Prozent aller Luzerner Wohnungen leer, das sind 0.15 Prozent mehr als im letzten Jahr. Dies ist der höchste Wert seit 1998, damals entsprachen die 2660 leeren Wohnungen 1,8 Prozent der gesamten Anzahl. Der Anteil leerstehender Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand lag 2020 im fünften Jahr in Folge über der 1-Prozent-Marke.

Leerstehende Miet- und Eigentumswohnungen seit 2002

zu vermieten
zu verkaufen
2002200320042005200620072008200920102011201220132014201520162017201820192020Kategorie0100020003000

Vor allem Einzimmerwohnungen sind unbewohnt

Bei über 90 Prozent davon handelt es sich um Mietwohnungen. 17 Prozent der leerstehenden Wohnungen wurden erst in den letzten beiden Jahren fertiggestellt. Prozentual stehen am meisten Einzimmerwohnungen frei, die grösste Zunahme der Leerwohnungsziffer verzeichnen ebenfalls die Einzimmerwohnungen. Je mehr Räume eine Wohnung aufweist, desto geringer ist die Chance, dass sie leersteht. Bei den Einfamilienhäusern, die meist mehr als sechs Zimmer aufweisen, standen 145 leer, was eine Zunahme gegenüber dem letzten Jahr um 32 bedeutet.

Leerwohnungsziffer nach Zimmerzahl seit 2002

jeweils am 1. Juni, in Prozent
1 ZImmer
2 Zimmer
3 Zimmer
4 Zimmer
5 Zimmer
6 Zimmer
20022003200420052006200720082009201020112012201320142015201620172018201920200123

Die regionalen Unterschiede sind gross

Die Wohnungen im Agglomerationsgürtel mit Gemeinden wie Neuenkirch, Malters oder Udligenswil sowie in der Region Rottal-Wolhusen waren am gefragtesten. Im Unteren Wiggertal betrug die Leerwohnungsziffer dafür ganze 2,54 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr müssen der Agglomerationskern mit Gemeinden wie Kriens, Horw oder Ebikon und die Region Michelsamt/Surental die stärkste Zunahme ihrer Leerwohnungsziffer verzeichnen. In fünf Regionen konnte hingegen eine Abnahme der Anzahl leerstehender Wohnungen beobachtet werden. Dazu gehören die Regionen Stadt Luzern, Rooterberg/ Rigi, Sursee/Sempachersee, Willisau und Seetal.

Die Leerwohungsziffer am 1. Juni 2020, aufgegliedert nach Analyseregionen

Stand 1. Juni 2020
0,00,51,01,52,02,5SeetalRottal-WolhusenEntlebuchWillisauUnteres WiggertalMichelsamt/SurentalSursee/SempacherseeRooterberg/RigiAgglomerationsgürtel (Kt. LU)AgglomerationskernStadt Luzern

Im Kanton Luzern wird am 27. September über eine Volksinitiative des Mieterverbands abgestimmt. Das Volksbegehren verlangt, dass Vermieter bei Wohnungsknappheit den neuen Mietern mitteilen müssen, wie viel Miete sie vom Vormieter verlangt haben. Diese Formularpflicht soll dann gelten, wenn im Kanton weniger als 1,5 Prozent der Wohnungen frei sind.

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