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Der Bauboom wirkt sich auch kulinarisch aus: Jetzt ziehen erste Restaurants nach Luzern Süd

Die ersten Bewohner sind kaum eingezogen – schon hat im Krienser Mattenhof das erste Restaurant seine Tore geöffnet. Es wird künftig zahlreiche Konkurrenten erhalten. Die wenigen Gastrobetriebe, die es in Luzern Süd bisher gab, sehen die Entwicklung positiv.
Stefan Dähler
Der erste am Platz: Blick in die Küche des asiatischen Restaurants Nooch im Mattenhof, das vor wenigen Tagen eröffnet worden ist. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 11. April 2019)

Der erste am Platz: Blick in die Küche des asiatischen Restaurants Nooch im Mattenhof, das vor wenigen Tagen eröffnet worden ist. (Bild: Manuela Jans-Koch, Kriens, 11. April 2019)

Lange war in Kriens das Beizensterben ein grosses Thema. Nun kommt es umgekehrt. Im Gebiet Luzern Süd werden in den nächsten Jahren zahlreiche Gastrobetriebe eröffnen. Den Anfang hat am vergangenen Donnerstag das asiatische Restaurant Nooch in der Mattenhof-Überbauung gemacht. Es handelt sich um eine Kette, die zur Zürcher Fredy Wiesner Gastronomie AG gehört. Ein weiteres Nooch-Restaurant befindet sich unter anderem bei der Mall of Switzerland in Ebikon.

Wallisellen als Vorbild

Mit rund 150 Innen- und 180 Aussenplätzen handelt es sich bei jenem in Kriens um ein grosses Restaurant. «Luzern Süd ist für uns sehr attraktiv, weil viele Wohnungen und auch Büroräume entstehen», sagt Daniel Wiesner, Mitglied der Gründerfamilie. Man habe in Wallisellen in einem vergleichbaren Gebiet bereits positive Erfahrungen gemacht. «Wir rechnen in Kriens vor allem mit einem urbanen Publikum, dem die Mieten in Luzern zu hoch ist.» Die ersten zwei bis drei Jahren dürften aber nicht ganz einfach werden. Wiesner:

«Viele Wohnungen sind noch nicht gebaut, daher benötigen wir wahrscheinlich einen langen Atem. Doch als grösseres Unternehmen können wir dies auffangen.»

Eine Bildergalerie aus dem neuen Restaurant Nooch im Mattenhof:

Blick ins Interieur des Restaurants.Blick ins Interieur des Restaurants.
Koch Daniel Milchov Ivanov bei der Sushi-Zubereitung. (Bilder Manuela Jans-Koch, 11. April 2019)Koch Daniel Milchov Ivanov bei der Sushi-Zubereitung. (Bilder Manuela Jans-Koch, 11. April 2019)
Koch Timay Tha Longtok am Wok.Koch Timay Tha Longtok am Wok.
Blick in die Räumlichkeiten des Restaurants.Blick in die Räumlichkeiten des Restaurants.
7 Bilder

Das neue Restaurant Nooch im Krienser Mattenhof

Als nächster Betrieb folgt voraussichtlich Ende August ebenfalls im Mattenhof «Jack's Cevap House». Dessen Inhaber betreiben in Emmenbrücke bereits eine Beiz und setzen auf fleischige Balkanküche. Die Stadt Kriens hat kürzlich die Baubewilligung erteilt. In der Überbauung, die Mobimo gehört, wird es noch weitere Lokale geben. «Wir suchen noch nach ein bis zwei Gastroanbietern. Entsprechende Verhandlungen laufen», teilt Mobimo-Sprecherin Marion Schihin auf Anfrage mit. Ab 8. Mai wird zudem das neue Hotel Holiday Inn Express zusätzliches Leben in den Mattenhof bringen. Das Hotel wird allerdings kein eigenes Restaurant betreiben, sondern nur Frühstück und Snacks anbieten.

Eine Übersicht über das bisherige (grün) und künftige (orange) gastronomische Angebot in Luzern Süd:

Saalsporthalle bereichert das kulinarische Angebot

Weitere kulinarische Angebote entstehen dafür gleich nebenan bei der geplanten Saalsporthalle Pilatus Arena, die frühestens ab 2022 realisiert wird. Die Sporthalle wird ein gastronomisches Angebot bieten, hinzu kommt ein neues Restaurant innerhalb der Wohnüberbauung, die ebenfalls zum Projekt Pilatus Arena gehört.

Weitere Betriebe sollen es in der Nidfeld-Überbauung, die bis 2024 errichtet werden dürfte, entstehen. Details dazu sind noch keine bekannt, wie es bei der Projektentwicklerin Losinger-Marazzi auf Anfrage heisst. Weiter wird im Alterszentrum im Schweighof Ende 2020 ein Café eröffnet.

Auch wenn das Gebiet Luzern Süd bisher nicht gerade als gastronomische Hochburg bekannt ist, gibt es doch bereits einige Lokale: Am bekanntesten sind das Restaurant Kuonimatt, die Restaurant-Bar Ranch sowie das Fastfood-Restaurant McDonald's. Weiter gibt es das Südpol-Bistro, das Restaurant des Sportparks Pilatus und das Lokal Lieblingsplatz, das Mittagsmenus anbietet.

Bisherige Beizer geben sich zuversichtlich

Wie wird sich das neue gastronomische Angebot auf sie auswirken? Patricia Scholz, Geschäftsführerin der Restaurant-Bar Ranch, nimmt die Herausforderung sportlich. «Konkurrenz belebt das Geschäft, wir sehen den Wandel als Chance», sagt sie auf Anfrage. «Wir werden unser Konzept beibehalten. Wir haben viele Stammgäste und sind daher zuversichtlich.»

Daniel Hartwig, Geschäftsführer der Restaurants «Kuonimatt Steakhouse & Pizzeria» und «El Mariachi Mexican Restaurant & Bar», sagt, man könne die Auswirkungen «nicht im voraus prophezeien». Man habe aber bereits Ende Jahr vorgesorgt und das Angebot mit einem neuen Restaurant, dem El Mariachi, ausgebaut. «Das ‹Nooch› hat ein ganz anderes Konzept, daher werden wir vorerst wenig davon mitkriegen.» Mittelfristig entstehen weitere Restaurants, aber es wird auch mehr Bewohner geben. Hartwig: «Ich bin überzeugt: Dadurch entsteht genug Publikum für mehrere Betriebe, daher ist der Wandel auch eine Chance für jeden von uns.»

Mc Donald's will mit neuer Küche punkten

Mc Donald's Schweiz verweist auf Anfrage auf den positiven Geschäftsgang der Gruppe im letzten Jahr. Das Restaurant in Kriens wurde zuletzt 2015 modernisiert. In diesem Jahr erfolge der Einbau einer neuen Küche, damit man «noch frischere Produkte» anbieten könne, heisst es auf Anfrage.

Ruedi Stöckli, Präsident des Verbands Gastro Luzern, schätzt die Überlebenschancen der Restaurants im Gebiet Luzern Süd ebenfalls als gut ein:

«Der Bedarf ist angesichts der neuen Wohnungen und Büros sicher vorhanden – zumindest am Mittag.»

So wird etwa die Swisscom im Mattenhof rund 400 Mitarbeiter beschäftigen. «Eine andere Frage ist, wie es am Abend aussieht. Doch dass dort mehr Wettbewerb entsteht, ist zu begrüssen.» Aus diesem Grund findet auch Daniel Wiesner gut, dass im Gebiet weitere Gastrobetriebe entstehen. Das sei für das Restaurant Nooch kein Nachteil – im Gegenteil. «Wir hoffen auf möglichst viele Restaurants, denn ein grosses Angebot hilft, abends mehr Leute ins Gebiet zu locken.»

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