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Der Bigboss führt mit Gefühl

Ich brauche ein dynamisches Team um mich, das bereit ist, mit mir stürmische Gewässer zu erobern. Ich mag ein gewisses Risiko», sagt Klemens Gottstein. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Papierfabrik Perlen zeigt in seinem Büro auf ein grosses Foto, das ihn an solche intensiven und turbulenten Manöver erinnert. Zu sehen ist eine Segeljacht, die auf der Kante segelt.
Andrea Schelbert
Hat das gesunde Gespür von seiner Mutter geerbt: Klemens Gottstein in der Papierfabrik Perlen. (Bild Pius Amrein)

Hat das gesunde Gespür von seiner Mutter geerbt: Klemens Gottstein in der Papierfabrik Perlen. (Bild Pius Amrein)

Auf dem Schiff befindet sich eine Crew, die ihre Jacht trotz hoher Geschwindigkeit sicher durch den wilden Ozean manövriert. Das Bild strahlt viel Abenteuerlust aus – ein Begriff, der auch zu Klemens Gottstein passt. Denn der 52-Jährige hat Mut für Veränderungen, und es reizt ihn, neue Wege einzuschlagen. «Es gab noch keinen Berg, zu dem ich nicht gesagt hätte, dich kriegen wir. Mein Optimismus hat mich mein ganzes Leben lang positiv begleitet. Ich liebe Herausforderungen und nehme sie verantwortungsbewusst an», erklärt der zweifache Familienvater.

Mut zur Veränderung

Klemens Gottstein verfügt noch über andere Charakterstärken, die ihn sehr sympathisch wirken lassen. Er besitzt viel Power, und seine persönliche Einstellung der Arbeit und der Firma gegenüber sind auffallend positiv. Man hört ihn nicht einmal über lange Arbeitstage klagen, und man spürt, dass er alles im Leben mit viel Lebensfreude und Zuversicht anpackt. Jeder der 350 Mitarbeiter sei wichtig und wertvoll, betont er mehrmals. «Die Türen zu meinem Büro sind immer offen. Niemand muss einen Termin vereinbaren, um mit mir reden zu können. Es ist mir sehr wichtig, dass die Mitarbeiter meine Unterstützung erfahren und dass sie spüren, dass ich ein direkter Ansprechpartner für sie bin.»

Gottstein hat das Ruder in der Papierfabrik Perlen im Januar 2012 übernommen. Er hatte den Angestellten von Anfang an Mut gemacht. «Das sind Menschen mit einem enormen Wissen. Plötzlich soll mit dem neuen Chef vieles anders laufen. Solche Veränderungen machen natürlich auch Angst und brauchen darum eine gute Begleitung und direkte Kommunikation.» Er sei ein energetischer Mensch, der Dynamik und Bewegung liebe. «Veränderungen sind immer auch Chancen.»

Maschinen alleine genügen nicht

Die wirtschaftliche Situation in der Papierindustrie fordert Klemens Gottstein. «Das Papier ist wegen der digitalen Medien massiv unter Druck geraten. Dadurch ist eine Überkapazität da, die wiederum den Preis enorm drückt. Die Frage ist, ob die Zeitung eines Tages zu einem Luxus wird», sagt der erfahrene Manager. Klar ist: Gottstein lässt sich von solchen wirtschaftlichen Entwicklungen nicht zurückhalten. Dank seiner Initiative laufen in der Papierfabrik aktuell zahlreiche Projekte über eine Zeitdauer von zwei Jahren. «Das ist ein Prozess, den wir zusammen mit den Mitarbeitern gestalten. Nur mit unseren Maschinen können wir solche grossen Veränderungen nicht realisieren, hier brauchen wir jeden einzelnen Angestellten. Wir haben unglaublich viel Potenzial, das wir aus eigener Kraft umsetzen können», ist der 52-Jährige überzeugt. Die Schwierigkeit seines Jobs bestehe darin, die Mitarbeiter immer wieder für die Ziele des Betriebs zu motivieren. «Ich darf das Bewusstsein und die Sensibilität dafür nicht verlieren. Ich muss immer wieder spüren, ob wir dynamisch genug sind und Lust dazu haben, Neues anzupacken.» Hilfreich dabei sei sein gutes Gespür, das er von seiner Mutter geerbt hat. «Ich bin eine gefühlvolle Führungskraft. Meine Intuition und Empathie helfen mir generell im Leben. Ich lasse mein Bauchgefühl auch bei der Arbeit zu», sagt der 52-Jährige. Er ermuntere auch die Mitarbeiter, sich mehr auf ihre Intuition zu verlassen. «Man kann nicht immer auf den Kopf hören, das wäre viel zu rational. Man kann viele Sachen analytisch lösen. Doch einige Probleme muss man anders angehen. Es braucht ein Gespür dafür, das man mit keiner Logik erklären kann.»

Klemens Gottstein ist ein inspirierender, kreativer Mensch. An seinem Blazer ist eine kleine, rote Blume befestigt. Was hat diese zu bedeuten? «Sie ist für mich ein Sympathieträger. Sie strahlt etwas Positives aus», erklärt er. Bei einem Firmenbesuch in Mailand sei er darauf aufmerksam geworden. «Man trägt sie dort, um über dieses Blümchen einen Gruss auszusprechen. Das hat mir gefallen und mich animiert. Denn ich bin keine graue Maus», meint er lachend. Er habe das Blümchen in drei verschiedenen Farben gekauft. «Ich werde sehr oft gefragt, was das sei. Ich antworte immer, dass es Freude ausstrahle und einen Gruss ausrichte.»

«Ich lebe sehr gerne»

Die Natur und seine Familie geben dem enthusiastischen Mann Kraft. Ihm ist bewusst, dass sein Berufserfolg nur dank Unterstützung seiner Familie möglich ist. Er müsse seiner Frau ein riesiges Kompliment aussprechen. «Nur dank ihrer Hilfe kann ich so wirken. Wir haben eine gute, gleichberechtigte Beziehung.» Gottstein ist ein Mensch, der sich mit den grossen Lebensthemen auseinandersetzt. «Der Verlust von Menschen kommt im Alter immer näher. Mein Vater ist vor sechs Jahren gestorben, und meine Mutter ist krank. Immer wieder erfahre ich von Gleichaltrigen, die einen Herzinfarkt erleiden. Das beschäftigt mich», gesteht er. Er glaube eher nicht, dass ihm der Tod Angst mache. «Ich würde es einfach schade finden, wenn ich nicht mehr da wäre», sagt er. Ein lautes und herzliches Lachen seinerseits folgt. «Das würde ich echt bedauern, denn ich lebe sehr gerne.»

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