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Theater Ecco Rondo: Der Blick auf die 40er Jahre beklemmt

Das Theater Ecco Rondo zeigt im Stück «Abel vs Kain» wie zwei Brüder aufgrund ihrer Gesinnungen zu Feinden werden. Das Publikum ist begeistert - auch ohne Happy End.
Yvonne Imbach
Die Patriotische Zelle trifft sich im Keller des Metzgerssohnes. Szene aus dem Stück «Abel vs Kain». (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 6. November 2019)

Die Patriotische Zelle trifft sich im Keller des Metzgerssohnes. Szene aus dem Stück «Abel vs Kain». (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 6. November 2019)

Das junge Theater Ecco Rondo nimmt die Zuschauer im neuen Stück «Abel vs Kain» mit ins Jahr 1944. Schauplatz ist Luzern, wo zwei Gruppierungen im Untergrund tätig sind. Die eine, die «Patriotische Zelle», hat sich dem nationalsozialistischen Gedankengut verschrieben. Die andere, die «Rote Front», besteht aus jungen Kommunisten. Weil beide Gruppen im Geheimen agieren, scheint es keine Berührungspunkte zu geben - wären da nicht die beiden Brüder Wilhelm und Caspar aus der Oberschicht. Ihre politischen Gesinnungen sind so unterschiedlich, dass die Situation sich zuspitzt und schliesslich eskaliert: Einer der Brüder ist ums Leben gekommen, welcher ist unklar.

Bedrückende und fesselnde Geschichte

In szenischen Rückblicken erfahren die Zuschauer mehr über die Mitglieder der beiden Gruppen und die Wochen vor der Gewalttat. Polizeiliche Verhöre aller ziehen sich durch das ganze Stück: Eine Person sitzt am Tisch, gleissend von oben beleuchtet, im Hintergrund schemenhaft zu erkennen: Ein Polizist, der in bellendem Tonfall Fragen stellt. Die Atmosphäre ist beklemmend, die Geschichte fesselt und bedrückt. Für Idee, Drehbuch und Regie ist Lisa Bachmann verantwortlich, die mit diesem Stück ein Bühnenereignis geschaffen hat. Sie hat offensichtlich viel geschichtliche Recherche betrieben und historischen Lokalkolorit wie das Stahlwerk Von Moos oder die Beiz Metzgerhalle eingebaut.

Aussagen wie «Ich will keine studierte Ehefrau. Die weiss zwar alles, kann aber keinen Kartoffelstock zubereiten» geben einen Eindruck über die Rollenbilder dieser Zeit und sorgen für den einen oder anderen befreienden Lacher im ansonsten ernsten Kontext. Den vier Spielerinnen und fünf Spielern gelingt es ausgezeichnet, ihren Rollen lebendige, nachvollziehbare Biografien zu verleihen. Das Spiel ist dicht, berührend, mitunter krass. Es gibt nicht «die Guten» und «die Monster» und auch kein glückliches Ende. Dies wäre auch unangemessen für dieses Drehbuch, das absolut ins Programm eines guten Theaterverlags gehört. Das Publikum feierte am Mittwoch begeistert die Uraufführung.

Weitere Aufführungen: 9., 10., 16. und 17. November um 20 Uhr. 11. und 18. November um 17 Uhr. Theaterpavillon, Spelteriniweg 6, Luzern. Reservationen unter www.eccorondo.ch/reservation

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