Der Blick von hier auf die Welt – aktuelle Kunst auf der Luzerner Landschaft

Regional verankerte Kunstschaffende bespielen bis Mai fünf verschiedene Orte im Kanton Luzern. Gestartet wird in Hochdorf.

Text: Susanne Holz, Bilder: Jakob Ineichen
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Auf den Spuren von Segantini entstanden 22 Fotografien von Elena Marcuzzi.

Auf den Spuren von Segantini entstanden 22 Fotografien von Elena Marcuzzi.

Henri Spaeti freut sich. In seiner Galerie, dem Kunstraum Hochdorf, startet am 15. März die jurierte Ausstellung «Aktuelle Kunst – Luzerner Landschaft». Diese wird bis Ende Mai an fünf verschiedenen Orten im Kanton Luzern zeitlich gestaffelt die Werke von 31 ausgewählten Kunstschaffenden zeigen, die alle einen Bezug zur Region haben: 

«Aktuelle Kunst 2020 – Luzerner Landschaft»

Wenn zwischen dem 15. März und 17. Mai 2020 an fünf verschiedenen Standorten im Kanton Luzern Kunst gezeigt wird, so ist das bereits die vierte Ausgabe des Formats «Aktuelle Kunst – Luzerner Landschaft». Zur jurierten Ausstellung gesellt sich dieses Jahr neu der Kunstraum Hochdorf. Neu ist ausserdem, dass die Jury einen Preis vergeben und somit eine Arbeit auszeichnen wird. Die Preisübergabe ist am 26. April im Rahmen der Vernissage im Entlebucherhaus Schüpfheim. Die von einer Jury unter Leitung von Roland Heini ausgewählten 31 Kunstschaffenden haben alle einen Bezug zur Region. Einige von ihnen zeigen Werke an mehreren Orten: Was Besuchern einen erweiterten Einblick möglich macht. Gezeigt werden die rund 47, neuen Werke dieser Kunstschaffenden in vier zeitlich gestaffelten Ausstellungen: Den Anfang macht der Kunstraum Hochdorf vom 15. März bis zum 5. April. Im Sankturbanhof Sursee wird vom 27. März bis zum 31. Mai ausgestellt. Im Rathaus Willisau vom 24. April bis zum 10. Mai. Und in Schüpfheim vom 26. April bis 17. Mai sowohl im Entlebucherhaus als auch in der Kantonsschule Schüpfheim. (sh)

Aktuell ist Künstler und Galerist Henri Spaeti am Einrichten des Teils der Ausstellung, der bei ihm stattfindet. Für Spaeti ein Highlight: In seinem Kabinett wird die Videoinstallation «2 Mal ohne Halt Frühling» von Ruth Baettig zu sehen sein, die den Betrachter mit ins Cockpit eines zwischen Sursee und Basel verkehrenden Zugs nimmt – auf dessen Frontscheibe Baettig Brief um Brief schreibt, bis die Scheibe ganz dunkel ist.

Galerist Henri Spaeti (links) im Gespräch mit Künstler Roger Schnyder und der ebenfalls ausstellenden Künstlerin Elena Marcuzzi im Kunstraum Hochdorf.

Galerist Henri Spaeti (links) im Gespräch mit Künstler Roger Schnyder und der ebenfalls ausstellenden Künstlerin Elena Marcuzzi im Kunstraum Hochdorf.

Eine weitere Arbeit Ruth Baet­tigs wird dann noch im Sankturbanhof Sursee gezeigt – denn es ist eine Idee der «Aktuellen Kunst», einige Künstler mehrfach und an verschiedenen Orten zu präsentieren, um einen erweiterten Einblick in deren Schaffen zu bieten. So stellt etwa auch Rebecca Faessler, die in Sursee aufgewachsen ist, Werke sowohl im Kunstraum Hochdorf als auch in der Kantonsschule Schüpfheim aus. Faesslers leuchtend farbige Malereien aus der Werkreihe «In Between» erinnern an die Flut von Daten, Bildern und Informationen, die uns heute täglich überrollt.

Trotz aller Dunkelheit eine grosse Leichtigkeit

Beim Gespräch in seiner Galerie in Hochdorf betont Henri Spaeti zudem: Mit Hochdorf sei nun erstmals auch das Seetal beim Format «Aktuelle Kunst – Luzerner Landschaft» vertreten. Für alle fünf Standorte habe eine sechsköpfige Jury aus 62 Eingaben die 31 Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, die nun das Luzerner Land bespielen. Spaeti: «Ende April wird die Jury eine Arbeit auszeichnen.» Der Preisträger erhalte neben einem Geldpreis von 2000 Franken eine Kabinettsausstellung an der Folgeausstellung «Aktuelle Kunst 2022».

Allein der Rundgang in Hochdorf macht neugierig auf die aktuellen Arbeiten der regional verankerten Künstler. Da wären die nachtschwarzen Objekte von Edith S. Ambühl, gefertigt aus selbst hergestelltem Papier, die an Wellblech erinnern und trotz aller Dunkelheit eine grosse Leichtigkeit ausstrahlen. Mit ihren Faltungen, mit denen das Licht spielen kann: «Allmend.tuchen, dunkelfaltig» ist diese Werkserie poetisch benannt.

Oder da wären die Monoprints von Elena Marcuzzi, die in Hochdorf lebt und arbeitet. 22 Fotografien auf Pappelholz, inspiriert durch einen Aufenthalt im Engadin: «Pensando a Segantini». Fotos flüchtiger Spiegelungen, Licht auf Wasser, Momentaufnahmen dieser und jener Strömung. Oder Klara Bühler und Thomas Heini: Bühlers Schieferarbeiten und Heinis Zeichnungen ergänzen sich in ihrer Gegenüberstellung. «Nautilus», sind die Schieferplatten und Zeichnungen betitelt: Gleich dem fiktiven U-Boot bei Jules Verne scheinen sie in ihr eigenes Universum zu führen.

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