Theater Schwarzenberg: Wenn der Brautvater die Hochzeit sabotiert

Das Theater zeigt auf, welche Turbulenzen eine Spiel- und Wettleidenschaft auslösen kann.

Yvonne Imbach
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Das Ensemble des Theaters Schwarzenberg bei einer der letzten Proben.

Das Ensemble des Theaters Schwarzenberg bei einer der letzten Proben.

Bild: Yvonne Imbach (Schwarzenberg, 13. Januar 2020)

Gleich in der ersten Szene geht es tränenreich zu und her: Braut Manuela Pfund (Antonella Congedi) sitzt im Brautkleid daheim und heult sich die Augen aus. Eben wurde sie im Standesamt von ihrem Verlobten sitzengelassen. Warum dieser «Dubel» Nein sagte, weiss sie nicht, aber sie schwört: «In acht Monaten werde ich 25, bis dahin bin ich verheiratet!»

Ihre Mutter Valeria (Priska van de Giesen) verspricht ihr Unterstützung und plant gleich, ein entsprechendes Inserat in die Zeitung zu setzen: «Junge, gut situierte Dame mit kleinem Vermögen sucht zwecks Heirat Mann mit grossem...»

Auch die nächste Hochzeit soll verhindert werden

Wenig Bedauern zeigt Vater Rolf Pfund (Beat Fuchs). Um sich finanziell zu sanieren, hatte der Schokoladenfabrikant gewettet, dass die Hochzeit nicht stattfinden wird. Um die Wette zu gewinnen, hat er die Hochzeitspläne seiner Tochter sabotiert. Nun aber muss der Schokoladenfabrikant einen neuen Plan aushecken, um die nächste drohende Hochzeit zu verhindern. Kurzerhand wird sein Freund Peter Müller (Balz Scherer) als neuer Heiratskandidat eingeschleust. Aber auch die Zeitungsannonce war erfolgreich. Als auch der smarte Bankier Bruno von Abhall (Michele Marsura) um die Gunst von Manuela buhlt, ist das Chaos perfekt.

Ob und wie Rolf Pfund das Handwerk gelegt werden kann, bringt die Theatergruppe Schwarzenberg unter der erstmaligen Regie von Ferdinand Ottiger auf unterhaltsame Art und Weise auf die Theaterbühne des Schwarzenberger Gemeindesaals. «Ein neuer Regisseur ist immer eine Herausforderung für beide Seiten», weiss Ferdinand Ottiger. So haben sich die Spieler erst an sein Bühnenkonzept anpassen müssen. «Ich plane jeweils ein eher nüchternes, wenig dekoriertes Bild. Das Spiel soll die Bühne füllen, nicht die Requisiten.»

Seit September haben die sieben Spieler unter seiner Leitung zweimal die Woche geprobt. Dieser Einsatz hat sich gelohnt, wie ein Besuch an einer der letzten Proben zeigte. Die Dialoge sitzen, die Pointen wirken natürlich und reihen sich in der Komödie wie Perlen an der Schnur aneinander. Die Spieler sind in ihren Rollen angekommen und geben Vollgas.

Musikalischer Einstieg

Bevor das Theaterspiel beginnt, sorgt die Brass Band MG Schwarzenberg unter der neuen Leitung von Matic Tomazic rund eine Stunde für Musikgenuss. In Schwarzenberg wird dem Publikum alles geboten, was man sich von einem unterhaltsamen Konzert- und Theaterabend wünscht.

Hinweis: Aufführungen: Premiere. 18. Januar um 20 Uhr; 22. und 25. Januar um 20 Uhr; 19. und 26. Januar um 14 Uhr. MZH Schwarzenberg. Tickets: Telefon 079 754 24 90 oder www.konzerttheater.ch