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«Der Bund offeriert uns eine Stadtumfahrung, die Zuger müssen ihre selber bezahlen»

Stadt gegen Kanton Luzern – die Fronten betreffend des Verkehrsprojekts Spange Nord sind verhärtet. Am Mittwochabend fand dazu ein Podium mit politisch prominenter Besetzung statt. Einig waren sich die Teilnehmer vor allem in einem.
Roman Hodel

Es war das meistgenannte Wort im Luzerner Kantonsratssaal: «Dialog.» Alle Teilnehmenden des Podiums «Mobilität im Agglomerationszentrum» sprachen immer wieder davon. Denn am von der City-Vereinigung und dem städtischen Wirtschaftsverband organisierten Anlass ging es darum, dass wir immer mobiler werden und es daher immer mehr Infrastruktur braucht. So wie den Bypass, den Tiefbahnhof und die Spange Nord. Die drei grossen Luzerner Verkehrsprojekte, die seit längerer Zeit für Diskussionen sorgen.

Wobei vor allem bei der Spange Nord die Fronten verhärtet sind zwischen Stadt und Kanton - und darum ging es dann auch hauptsächlich. «Wie steht eigentlich die City-Vereinigung zur Spange Nord?», wollte Gesprächsleiter Jérôme Martinu, Chefredaktor der «Luzerner Zeitung», von Vorstandsmitglied André Bachmann wissen. «Wir sehen die Logik des Gesamtsystems Bypass plus Spange Nord, aber dieses muss stadtverträglicher gestaltet werden.» Man sei jedoch «konsterniert», dass der Stadtrat den Dialog abgebrochen habe.

Die Antwort von Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) folgte postwendend: «Wir haben den Dialog nie abgebrochen, aber wir haben Position bezogen.» Die Spange Nord basiere auf zu hohen Verkehrsprognosen, sei nicht siedlungsverträglich. Im Stadtzentrum sei der Autoverkehr zurückgegangen, obwohl die Zahl der Einwohner und Arbeitsplätze zugenommen habe. «Zudem möchte ich den Stadt- oder Gemeinderat sehen, der vor Quartierbewohner hinsteht und ihnen sagt, dass hier bald eine offene, vierspurige Strasse vorbeiführen wird.»

Zuerst wird nun das Spange-Projekt durchleuchtet

Ein Zuhörer im Publikum warf dem Kanton vor, er treibe ein Projekt voran, das längst überholt sei. Regierungspräsident Robert Küng (FDP) verneinte: «Der Verkehr wird weiter zunehmen, weil Luzern wächst.» Das Projekt sei im Raum Schlossberg der direkteste Weg zu einer Lösung, «die naturgemäss nicht allen einen Mehrwert bietet»; obwohl 50 Prozent des Projekts ÖV- und Veloförderung betreffe. Es habe sich bislang nur um ein Vorprojekt gehandelt. Erst jetzt könne man dank des vom Kantonsrat beschlossenen Kredits detaillierter planen. «Zuerst werden wir mit dem Bund die Wirkung der Spange Nord durchleuchten», sagte Küng und betonte: «Der Bund offeriert uns mit dem Bypass quasi eine Stadtumfahrung – die Zuger müssen ihre selber bezahlen.»

Ständerat Damian Müller (FDP) doppelte nach: «Wir kämpfen in Bern wie Löwen für den Bypass und den Tiefbahnhof – wenn man sich aber in der Innerschweiz nicht einig ist, wird dies in Bern wahrgenommen und kann Folgen haben.» Deshalb appelliere er an alle Beteiligten, «den Dialog zu führen».

Velowege und ein neues Stadtportal

Dass dieser wichtig ist, zeigte die Buchrainer Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli (CVP) anhand eines Beispiels auf: «Im Rontal realisieren wir gemeinsam Radwege – dank Dialog.» Und auch der Krienser Gemeinderat Matthias Senn (FDP) nannte ein Beispiel: «Nach anfänglicher Opposition in Kriens gegen den Bypass werden wir beim künftigen Tunneleingang ein eigentliches Stadtportal erhalten – dank Dialog mit dem Bund.»

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