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Ein Franken genügt für den Kauf des Tropenhauses in Wolhusen bei weitem nicht

Für die Winzigkeit von einem symbolischen Franken will die Besitzerin Coop das Tropenhaus veräussern. Der künftige Besitzer der Anlage muss aber weit mehr Mittel für den Erwerb aufbringen, nämlich Sicherheiten leisten für einen allfälligen Rückbau, sprich Abriss.
Thomas Heer
Steht weiterhin vor ungewisser Zukunft: Das Tropenhaus Wolhusen. (Bild: Pius Amrein, Wolhusen, 19. Juli 2017)

Steht weiterhin vor ungewisser Zukunft: Das Tropenhaus Wolhusen. (Bild: Pius Amrein, Wolhusen, 19. Juli 2017)

In Teilen der Bevölkerung in und um Wolhusen wird in diesen Tagen und Wochen darüber gerätselt, wer dereinst die Anlagen übernehmen wird, in denen sich heute noch das Tropenhaus befindet. Geschäftsführer Pius Marti teilt mit, dass es dazu noch keine Neuigkeiten gibt. Er kündigt aber immerhin an, er werde bis Ende kommender Woche wieder über den aktuellen Stand informieren. Ob der Käufer dannzumal schon namentlich genannt wird, dazu sagt Marti noch nichts.

Wie bereits bekannt ist, wird der künftige Tropenhaus-Besitzer diese Immobilie von der heutigen Eignerin, dem Detailhandelskonzern Coop, für den Betrag eines symbolischen Frankens übernehmen können. Damit wird das Geschäft aber noch nicht abgewickelt sein.

Die Rede ist von 1,5 Millionen Franken

Hinter vorgehaltener Hand wird da und dort seit längerem darüber diskutiert, dass der künftige Eigentümer mit dem Verkaufsabschluss auch Sicherheiten leisten muss. Und zwar für den Fall, dass dem neuen Besitzer die Freude an der Anlage vergeht, und er sich aus Wolhusen still und leise verabschiedet. Von 1,5 Millionen Franken ist die Rede, die der Käufer als Sicherheit hinterlegen muss. Beispielsweise durch Einzahlung auf ein Sperrkonto, um sicherzustellen, dass der Abriss der Gebäude finanziell abgesichert ist. Die Summe von 1,5 Millionen Franken ist auch Peter Bigler, Gemeindepräsident von Wolhusen, bereits zu Ohren gekommen. Pius Marti will den Betrag nicht kommentieren. Er sagt aber: «Wir verlangen eine Sicherheit. Coop verkauft die Anlagen nicht an den Erstbesten.» Der Konzern handelt demnach im Fall Tropenhaus nicht nach dem Motto: aus den Augen aus dem Sinn. Der Detailhändler will sicherstellen, dass auch in fernerer Zukunft im Raum Wolhusen keine Bauruinen die Landschaft verschandeln. Marti sagt: «Wir werden eine Lösung finden.»

Gemäss Peter Bigler liegt das Tropenhaus in einer sogenannten Sonderbauzone. Beim künftigen Eigner kann es sich also beispielsweise nicht um ein Holzsägewerk handeln. Bigler könnte sich vorstellen, dass eine Gärtnerei auf der Anlage einen Erlebnisgarten mit angeschlossenem Restaurant betreiben könnte.

Energie musste zugekauft werden

Ende Juni schliesst Coop den Tropenhaus-Betrieb. Der Hauptgrund für diesen Schritt liegt in der Tatsache begründet, dass die Wärme aus der Gas-Komprimierungsstation Ruswil nicht mehr ausreicht, um die Anlage zu beheizen. Das bedeutet, Coop muss zwischenzeitlich Energie zukaufen, und das macht das Ganze zu einem Verlustgeschäft, welches das Basler Unternehmen nicht mehr gewillt ist zu tragen. Der Bau des Tropenhauses kostete rund 16 Millionen Franken. Der künftigen Besitzer, der die Gebäude quasi zum Nulltarif ersteht, muss aber wie bislang Coop dem Eigentümer des Landes Baurechtszinsen zahlen.

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