Der EV Zug begibt sich gegen Genf ohne Inspiration in die Niederlage

Der EV Zug verliert bei Genève-Servette 1:3. Die Leaderposition gerät dank dem Sieg der ZSC Lions in Gefahr. Die Zentralschweizer liegen noch zwei Punkte vor den Zürchern.

René Barmettler aus Genf
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Kein Durchkommen für EVZ-Stürmer Andreas Martinsen: Genf-Goalie Gauthier Descloux zeigte am Freitagabend eine starke Leistung.

Kein Durchkommen für EVZ-Stürmer Andreas Martinsen: Genf-Goalie Gauthier Descloux zeigte am Freitagabend eine starke Leistung.

Bild: Martial Trezzini/Keystone (21. Februar 2020)

Auf dem Weg nach von Zug nach Genf passiert man, je nach Route, Bern, Fribourg und Lausanne. Sämtliche drei Klubs kommen für den EV Zug als Gegner für die Viertelfinals noch in Frage. Erst in den Halbfinals könnten die Zentralschweizer auf Genève-Servette treffen. Die viertplatzierten Genfer waren der freitägliche Prüfstein für Zug. Oder das was von den Westschweizern derzeit übrig bleibt. Die vier Ausländer Daniel Winnik, Tommy Wingels, Eric Fehr und Henrik Tömmernes sammelten vor dieser Affiche zusammen 137 Skorerpunkte in der laufenden Spielzeit. Doch diesmal spielte nur Erstgenannter. Auch Stammtorhüter Robert Mayer fehlt verletzungsbedingt. Doch das reichte, um bereits in der ersten Pause Applaus von den Zuschauern abzuholen. In der 5. Minute sah Winnik den von den Zugern allein gelassenen Stéphane Patry. Das 20-jährige Eigengewächs konnte EVZ-Goalie Luca Hollenstein, der in dieser Saison zum 11. Mal in der Meisterschaft Leonardo Genoni vertrat, im Nachschuss bezwingen.

Es war nicht der einzige Fauxpas der Gäste in diesem Startdrittel. Ein Wechsel zur Unzeit ermöglichte dem 34-jährigen Kanadier Winnik und Marco Miranda viel Freiraum, den die beiden zum 2:0 nutzen konnten (17.).

Hofmann mit dem 23. Treffer und dem 13. Pfostenschuss

Nach dem ersten Seitenwechsel unterliefen den Zugern zwar keine eklatante Aussetzer mehr. Dennoch konnte Mayer-Ersatz Gauthier Descloux das Eis auch nach 40 Minuten ohne Gegentor verlassen. Zwei Überzahlspiele des EVZ brachten nichts Zählbares gegen das ligaweit beste Team in Unterzahl ein. Ausserdem traf Yannick Zehnder nur den Pfosten. EVZ-Trainer Dan Tangnes versuchte zwar, seiner Mannschaft neue Impulse zu geben und veränderte vor der Partie die Formationen. Dabei fiel auf, dass Topstürmer Lino Martschini, der zuletzt acht Mal nicht mehr getroffen hatte, in die dritte Sturmformation versetzt wurde. Für ihn rückte der formstarke Sven Leuenberger nach, der zusammen mit dem Norweger Andreas Martinsen und dem Schweden Erik Thorell stürmte.

Im Schlussabschnitt gaben dann die Zuger wieder den Takt vor. Im Powerplay traf Grégory Hofmann zunächst zum 13. Mal den Pfosten in dieser Spielzeit (41.), ehe er acht Minuten danach auf Zuspiel von Jan Kovar seinen 23. Saisontreffer erzielte. Raphael Diaz ermöglichte diesen schnellen Gegenstoss, in dem er als hinterster Mann die Scheibe abfangen und diese schnell nach vorne spielte.

Es blieb schliesslich das einzige Tor der Zuger an diesem Abend, die sich ohne Inspiration in die Niederlage begaben. Sie feuerten zwar 33 Schüsse auf das gegnerische Tor ab, nur konnten Descloux diese in den seltensten Fällen beunruhigen. Und so holten die Zuger wortwörtlich eine blutige Nase in Genf. Fünf Minuten vor Ende kassierte Martinsen von Servette-Verteidiger Marco Maurer einen Faustschlag ins Gesicht. Blut floss auf das Shirt und das Eis, was einen fünfminütigen Unterbruch wegen Eisreinigungen zur Folge hatte. Der EVZ konnte indes nicht mehr zurückschlagen, sondern kassierte auch noch das 1:3 in das von Hollenstein verlassene Gehäuse 77 Sekunden vor Schluss.

Noch zwei Duelle zwischen dem EVZ und den ZSC Lions

Und weil die ZSC Lions 3:1 gegen Ambri-Piotta gewannen, schmolz der Vorsprung des Leaders auf zwei Punkte zusammen. Am Samstagabend gastieren eben diese ZSC Lions in der Bossard-Arena. Die Zürcher sind noch der hartnäckigste Verfolger der Zuger.

Doch die Saisonbilanz spricht für die Zentralschweizer: Nach vier Begegnungen lautet die Bilanz 10:2-Punkte, also 4:0 nach Siegen. Der mögliche Gegner in einem Playoff-Final ist jedoch nicht der letzte Test: Im 50. und letzten Qualifikationsspiel treffen die beiden Teams im Zürcher Hallenstadion nochmals aufeinander. Die Zürcher haben zwar ein Spiel mehr als Zug bestritten. Doch wer Erster nach 50 Spielen sein wird, das entscheiden wohl die beiden direkten Begegnungen, von denen die Zuger sicher eine davon gewinnen müssen.

Genève-Servette – Zug 3:1 (2:0, 0:0, 1:1)
6817 Zuschauer. – SR DiPietro/Hebeisen, Betschart/Wolf.

Tore: 5. Patry (Winnik) 1:0. 17. Winnik (Miranda) 2:0. 50. Hofmann (Kovar) 2:1. 59. Douay (Wick) 3:1 (ins leere Tor).

Strafen: 5-mal 2 plus 10 Minuten (Richard) gegen Genève-Servette, 4-mal 2 plus 10 Minuten (Hofmann) gegen Zug.

Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Maurer; Völlmin, Le Coultre; Mercier; Miranda, Smirnovs, Winnik; Caron, Richard, Rod; Patry, Kast, Bozon; Wick, Berthon, Douay; Fritsche.

Zug: Hollenstein; Schlumpf, Geisser; Thiry, Alatalo; Zgraggen, Diaz; Zryd, Stadler; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martinsen, Leuenberger, Thorell; Martschini, Senteler, Zehnder; Simion, Albrecht, Bachofner.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Fehr, Maillard, Mayer, Riat und Wingels, Zug ohne Morant, Schnyder (alle verletzt) und Lindberg (überzähliger Ausländer).