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Luzerner Kurhotel kommt dank Gast zu einem fast neuwertigen Steinway-Flügel

Das Klavierspiel wird gross geschrieben im Luzerner Kurhotel Sonnmatt. Doch das alte Instrument schepperte. Da kam die Geste eines Gastes für ein neues gerade recht.
Balz Bruder
Pianist Patrizio Mazzola spielte auf der Sonnmatt zur Einweihung des neuen Konzertflügels nach den Wünschen des Publikums. (Bild: PD)

Pianist Patrizio Mazzola spielte auf der Sonnmatt zur Einweihung des neuen Konzertflügels nach den Wünschen des Publikums. (Bild: PD)

Wie mag es durch das Gemäuer getönt haben, da edle Herrschaften nach der Jahrhundertwende durch die Hallen des Jugendstilhauses auf der Sonnmatt ob Luzern wandelten? Vorstellen mag man sich solches gern. Verbrieft ist allerdings wenig.

Sicher ist, dass da damals nicht jener Yamaha-Flügel stand, der bis vor kurzen den hoch über den See hinausgehenden Salon schmückte. Und die Gäste von Kurhaus und Residenz regelmässig durch feine Klänge verwöhnte. Mit dem Verwöhnen war es allerdings in jüngerer Vergangenheit so eine Sache. Des Klavierspiels durchaus kundige Hörer mussten feststellen, dass das über vier Jahrzehnte alte Instrument dem Zahn der Zeit allmählich Tribut zollte.

Ungenannter, aber «sehr interessanter Preis»

Doch woher einen Flügel ähnlicher Klasse nehmen, ohne die Hotelpreise zu verdoppeln und das Dîner zu vergolden? Alles eine Frage der Klientel, ist man im vorliegenden Fall geneigt zu sagen. Denn die Sonnmatt konnte von einem Gast des Hauses einen fast neuwertigen Steinway-Flügel übernehmen. Der neue Direktor Urs Niffeler spricht von einem «sehr interessanten Preis» – ohne diesen allerdings exakt zu beziffern. Nur so viel: Instrumente dieser Kategorie kosten gut und gerne 100'000 Franken – und sind auch auf dem Occasionsmarkt noch immer äusserst kostspielig. Kurz und gut: Die Sonnmatt hat unter allen Titeln einen guten Handel gemacht – ebensolche Gäste muss man haben, so einfach ist das.

Und solche, die sich selber an den Flügel setzen, wie dies häufiger vorkommt im historischen Haus. Aber nicht nur dies: Auch Musiker schätzen die Sonnmatt als Ort der Kunst. Und so erstaunte es nicht, dass das neue Instrument nach den Regeln der Kunst eingeweiht wurde. Kein Geringerer als der Luzerner Konzertpianist Patrizio Mazzola nahm die ehrenvolle Aufgabe an – und entledigte sich dieser mit Bravour.

Die bloss etwas mehr als fünf Kilometer Luftdistanz zwischen der Sonnmatt und der Rachmaninow-Villa Senar in Hertenstein beflügelten den gebürtigen Genueser hörbar. Die Préludes jedenfalls perlten herrlich. Gut möglich, dass der Genius loci das Seinige tat – zwischen Sonnmatt und Hertenstein ebenso wie zwischen dem italienischen Pianisten und seiner Zentralschweizer Vita. Mazzola wuchs in der Gegend auf und erwarb seine Diplome beim legendären Hubert Harry am Konservatorium Luzern.

Manchmal ist das Leben ein Wunschkonzert

Übrigens: Mazzola begnügte sich nicht damit, ein Klavierrezital herunterzuspulen, sondern machte den Einweihungsabend zu einem regelrechten Wunschkonzert. Das kenntnisreiche Publikum packte die Gelegenheit denn auch beim Schopf und forderte den Pianisten mit anspruchsvollen Wünschen quer durch das breite Klassik-Repertoire. Was Mazzola wiederum die Gelegenheit bot, das Instrument in all seinen Facetten zu feiern.

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