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Der Frauenstreik in Luzern: Ein Aufschrei in violett

Tausende Frauen und Männer haben am Freitag in Luzern für Gleichstellung demonstriert. Der Aufschrei sollte kein einmaliges Ereignis sein. Sondern der Anfang einer wiedererstarkten Bewegung.
Kilian Küttel
Beim Frauenstreik marschierten Frauen und Männer durch die Stadt und forderten um Gleichstellung.(Bild: Pius Amrein, Luzern, 14. Juni 2019)

Beim Frauenstreik marschierten Frauen und Männer durch die Stadt und forderten um Gleichstellung.(Bild: Pius Amrein, Luzern, 14. Juni 2019)

Und dann wird es laut. Als der Stundenzeiger zur Elf springt, gehen Hunderte Wecker los. Sie klingeln, trällern, fiepen, lärmen. Hunderte klatschende Hände, Hunderte schreiende Stimmen. Eine kollektive Entladung von Unzufriedenheit, die sich über Jahre hinweg aufgebaut hat und sich jetzt entlädt. In einer Sekunde. Ausgelöst durch den trivialen Akt eines sich bewegenden Zeigers.

1000 Demonstrantinnen um 11 Uhr morgens

Das war er also, der symbolische Weckruf zum Luzerner Frauenstreik. Laut Schätzungen der Luzerner Polizei demonstrierten am Freitag Vormittag 1000 Personen auf dem Luzerner Theaterplatz. Vereinzelt Männer, in der erschlagenden Mehrheit Frauen.

Wie überall im Land. Und sie forderten das gleiche wie die Menschen in Zug oder Schwyz. Wie in Langenthal oder Bern. Wie in Zürich oder der Romandie: Gleichstellung der Geschlechter, ein Ende der Diskriminierung von Frauen. Gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Schluss mit Sexismus und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht.

Die Farbe Lila

Dafür gingen sie an diesem 14. Juni auf die Strasse. Auf den Tag genau 28 Jahre nach dem letzten landesweiten Frauenstreik, an dem eine halbe Million Frauen teilnahmen. Am 14. Juni 2019 waren es Teenager und Seniorinnen, Studentinnen und Selbstständige, Angestellte gleich wie Mütter mit ihren Kindern.

Frauenstreik in Luzern: Demonstrantinnen marschieren los. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Frauenstreik in Luzern: Demonstrantinnen marschieren los. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Friedlich marschieren die Demonstrierenden durch die Stadt. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Friedlich marschieren die Demonstrierenden durch die Stadt. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Die erhobene Faust: Zeichen des Protestes. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Die erhobene Faust: Zeichen des Protestes. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Ihre Anliegen präsentieren die Streikenden auf den Plakaten. Hier: Selbstbstimmung. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Ihre Anliegen präsentieren die Streikenden auf den Plakaten. Hier: Selbstbstimmung. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Der Deomonstrationszug zieht durch die Altstadt. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Der Deomonstrationszug zieht durch die Altstadt. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Vertreten sind mehrere Generationen. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Vertreten sind mehrere Generationen. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Die Gassen der Altstadt sind voll von Protestierenden. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Die Gassen der Altstadt sind voll von Protestierenden. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Diese Demonstrantinnen zitieren Emil Manser, das vor bald 15 Jahren verstorbene Luzerner Stadtoriginal. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Diese Demonstrantinnen zitieren Emil Manser, das vor bald 15 Jahren verstorbene Luzerner Stadtoriginal. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Lila ist eine der Farben der Bewegung. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Lila ist eine der Farben der Bewegung. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Aufkleber zieren Taschen und T-Shirts. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)Aufkleber zieren Taschen und T-Shirts. (Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)(Bild: Pius Amrein, Luzern 14. Juni 2019)
Urner Frauen machen ihre Anliegen vor dem Telldenkmal publik. (Bild: Florian Arnold, 14. Juni 2019)Urner Frauen machen ihre Anliegen vor dem Telldenkmal publik. (Bild: Florian Arnold, 14. Juni 2019)
Frauenstreik in Altdorf im Rahmen eines Apéros im Restaurant Schüztenmatte. (Bild: Urs Hanhart, 14. Juni 2019)Frauenstreik in Altdorf im Rahmen eines Apéros im Restaurant Schüztenmatte. (Bild: Urs Hanhart, 14. Juni 2019)
Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Frauenstreik im Zürcher Gemeinschaftszentrum Schindlergut am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Frauenstreik im Zürcher Gemeinschaftszentrum Schindlergut am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Pflegerinnen vor dem Zürcher Universitätsspital am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Pflegerinnen vor dem Zürcher Universitätsspital am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Frauen und Männer treffen sich auf dem Helvetiaplatz anlässlich des Frauenstreiks in der ganzen Schweiz, am Freitag, 14. Juni 2019, in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Zwei Frauen umarmen sich mit einem Plakat in der Hand, an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik, am Freitag, 14. Juni 2019, in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)Zwei Frauen umarmen sich mit einem Plakat in der Hand, an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik, am Freitag, 14. Juni 2019, in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Zwei Frauen machen ein Selfie, an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik, am Freitag, 14. Juni 2019, in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)Zwei Frauen machen ein Selfie, an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik, am Freitag, 14. Juni 2019, in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Eine junge Frau mit Peacefahne und Skateboard, an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik, am Freitag, 14. Juni 2019, in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)Eine junge Frau mit Peacefahne und Skateboard, an einer Kundgebung zum nationalen Frauenstreik, am Freitag, 14. Juni 2019, in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Eine Frau schwingt die Fahne des Frauenstreiks vor dem Bundeshaus, am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)Eine Frau schwingt die Fahne des Frauenstreiks vor dem Bundeshaus, am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Frauen und Männer demonstrieren vor dem Bundeshaus am Tag des Frauenstreiks am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)Frauen und Männer demonstrieren vor dem Bundeshaus am Tag des Frauenstreiks am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Tausende Frauen, einige Männer und Kinder marschieren für bessere Bedingungen bei der Kinderbetreuung am Tag des Frauenstreiks am Freitag, 14. Juni 2019 in der Innenstadt von Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)Tausende Frauen, einige Männer und Kinder marschieren für bessere Bedingungen bei der Kinderbetreuung am Tag des Frauenstreiks am Freitag, 14. Juni 2019 in der Innenstadt von Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Ein Schild mit der Aufschrift «1 Jahr Mutterschaftsurlaub», bei einer Kundgebung zum Frauenstreik auf dem Bundesplatz, am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Ein Schild mit der Aufschrift «1 Jahr Mutterschaftsurlaub», bei einer Kundgebung zum Frauenstreik auf dem Bundesplatz, am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Mit einem Flashmob wird der Verkehr kurzfristig lahmgelegt im Rahmen des Frauenstreiks auf dem Claraplatz in Basel am Freitag, 14 Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)Mit einem Flashmob wird der Verkehr kurzfristig lahmgelegt im Rahmen des Frauenstreiks auf dem Claraplatz in Basel am Freitag, 14 Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Dort, wo normalerweise Freundschaftschlösser befestigt werden, hängt ein Büstenhalter und ein Palakt für den Frauenstreik am Käppelijoch in Basel am Freitag, 14 Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)Dort, wo normalerweise Freundschaftschlösser befestigt werden, hängt ein Büstenhalter und ein Palakt für den Frauenstreik am Käppelijoch in Basel am Freitag, 14 Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Blockiertes Zürcher Central am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Blockiertes Zürcher Central am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Blockiertes Zürcher Central am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Blockiertes Zürcher Central am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Frauen aus dem Schulamt auf dem Zürcher Münsterhof am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Frauen aus dem Schulamt auf dem Zürcher Münsterhof am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Frauenstreik auf dem Zürcher Münsterhof am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Frauenstreik auf dem Zürcher Münsterhof am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Blockiertes Zürcher Central am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Blockiertes Zürcher Central am Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
In der ganzen Stadt sind violette Bänder befestigt, so wie an diesem Laternenpfahl auf der Mittleren Brücke, im Rahmen des Frauenstreiks in Basel am Freitag, 14 Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)In der ganzen Stadt sind violette Bänder befestigt, so wie an diesem Laternenpfahl auf der Mittleren Brücke, im Rahmen des Frauenstreiks in Basel am Freitag, 14 Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Der Männliturm der Museggmauer – Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)Der Männliturm der Museggmauer – Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)
Die Zeit ist reif – Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)Die Zeit ist reif – Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Frauen streiken am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Eine Frau zeigt ihren Bauch mit der Aufschrift "I GAVE LIFE" am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Eine Frau zeigt ihren Bauch mit der Aufschrift "I GAVE LIFE" am nationalen Frauenstreik am Freitag, 14. Juni 2019, in Luzern. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Mitarbeiterinnen einer KiTa legen ihre Arbeit nieder anlässlich des Frauenstreiks. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Mitarbeiterinnen einer KiTa legen ihre Arbeit nieder anlässlich des Frauenstreiks. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Mitarbeiterinnen einer KiTa legen ihre Arbeit nieder anlässlich des Frauenstreiks. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Mitarbeiterinnen einer KiTa legen ihre Arbeit nieder anlässlich des Frauenstreiks. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Mitarbeiterinnen einer KiTa legen ihre Arbeit nieder anlässlich des Frauenstreiks. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)Mitarbeiterinnen einer KiTa legen ihre Arbeit nieder anlässlich des Frauenstreiks. (Bild: KEYSTONE/Melanie Duchene)
Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti (vorne links), Bundesrätin Viola Amherd (mitte) und die Nationalrätinnen kommen während einer Unterbrechung im Parlament zu den streikenden Frauen auf den Bundesplatz. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti (vorne links), Bundesrätin Viola Amherd (mitte) und die Nationalrätinnen kommen während einer Unterbrechung im Parlament zu den streikenden Frauen auf den Bundesplatz. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Sibel Arslan, Grüne Baselstadt (rechts) macht ein Selfie mit Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti, Bundesrätin Viola Amherd und Nationalrätin Isabelle Moret (von rechts) bei einer Kundgebung zum Frauenstreik auf dem Bundesplatz. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Sibel Arslan, Grüne Baselstadt (rechts) macht ein Selfie mit Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti, Bundesrätin Viola Amherd und Nationalrätin Isabelle Moret (von rechts) bei einer Kundgebung zum Frauenstreik auf dem Bundesplatz. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bundesrätin Viola Amherd (links) und die Nationalrätinnen Isabelle Moret, Edith Graf-Litscher, Margret Kiener Nellen und Yvonne Feri (von links) kommen während einer Unterbrechung im Parlament zu den streikenden Frauen auf den Bundesplatz. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Bundesrätin Viola Amherd (links) und die Nationalrätinnen Isabelle Moret, Edith Graf-Litscher, Margret Kiener Nellen und Yvonne Feri (von links) kommen während einer Unterbrechung im Parlament zu den streikenden Frauen auf den Bundesplatz. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Eine Aktivistin hängt eine Fahne an eine Statue vor dem Bundeshaus. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Eine Aktivistin hängt eine Fahne an eine Statue vor dem Bundeshaus. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Lehrerinnen auf ihrem Protestmarsch durch das Quartier von Hottingen in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Lehrerinnen auf ihrem Protestmarsch durch das Quartier von Hottingen in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Lehrerinnen auf ihrem Protestmarsch durch das Quartier von Hottingen in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Lehrerinnen auf ihrem Protestmarsch durch das Quartier von Hottingen in Zürich. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
Frauenstreik in Zürich am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)Frauenstreik in Zürich am Freitag, 14. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)
(Bild: KEYSTONE/Walter Bieri, Zürich)(Bild: KEYSTONE/Walter Bieri, Zürich)
Aktivistinnen hängen am Gebäude des Medienhauses der Tamedia in Bern Transparente auf. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)Aktivistinnen hängen am Gebäude des Medienhauses der Tamedia in Bern Transparente auf. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Aktivistinnen richten sich an einer Strassenecke ein, am Tag des Frauenstreiks am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)Aktivistinnen richten sich an einer Strassenecke ein, am Tag des Frauenstreiks am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Teilnehmerinnen am Frauenstreik sitzen in einem Strassencafe und geniessen Kaffee und Gipfeli, am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)Teilnehmerinnen am Frauenstreik sitzen in einem Strassencafe und geniessen Kaffee und Gipfeli, am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bundesrätin Simonetta Sommaruga in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Bundesrätin Simonetta Sommaruga in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
In einem Gynasium in Lausanne wird gestreikt. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)In einem Gynasium in Lausanne wird gestreikt. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
«Zmorge» auf der Strasse am Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)«Zmorge» auf der Strasse am Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
«Zmorge» auf der Strasse am Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)«Zmorge» auf der Strasse am Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)(Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Violett dominiert im Bundeshaus: Yvonne Feri, SP Kanton AG (links), begrüsst Bundesrätin Viola Amherd im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Violett dominiert im Bundeshaus: Yvonne Feri, SP Kanton AG (links), begrüsst Bundesrätin Viola Amherd im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Die SP-Nationalrätinnen Nadine Masshardt, Yvonne Feri, Laurence Fehlmann Rielle, Priska Seiler Graf, Barbara Gysi, Mattea Meyer, und Jacqueline Badran (von links) posieren für ein Selfie. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Die SP-Nationalrätinnen Nadine Masshardt, Yvonne Feri, Laurence Fehlmann Rielle, Priska Seiler Graf, Barbara Gysi, Mattea Meyer, und Jacqueline Badran (von links) posieren für ein Selfie. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Margret Kiener Nellen, SP Kanton BE, verdeckt, zeigt neben Flavia Wasserfallen, SP Kanton BE (rechts), eine Flagge des Frauenstreiks im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)Margret Kiener Nellen, SP Kanton BE, verdeckt, zeigt neben Flavia Wasserfallen, SP Kanton BE (rechts), eine Flagge des Frauenstreiks im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Peter Klaunzer)
In Lausanne war bereits in der Nacht viel los. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)In Lausanne war bereits in der Nacht viel los. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Symbolisch einen BH verbrennen: Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)Symbolisch einen BH verbrennen: Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Frauenstreik in Lausanne – es brennt. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)Frauenstreik in Lausanne – es brennt. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Nein ist Nein – Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)Nein ist Nein – Frauenstreik in Lausanne. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Die Kathedrale in Lausanne mit violettem Kopf. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)Die Kathedrale in Lausanne mit violettem Kopf. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Das Logo des Frauenstreiks vom 14. Juni wird von der gegenüberliegenden Seite des Rheins auf den Roche-Turm projiziert in Basel, am Donnerstag, 13. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)Das Logo des Frauenstreiks vom 14. Juni wird von der gegenüberliegenden Seite des Rheins auf den Roche-Turm projiziert in Basel, am Donnerstag, 13. Juni 2019. (Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas)
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Frauenstreik in der Schweiz

Ihr Anspruch nach Gleichstellung trug die Farbe Lila. Lila, überall. Auf Transparenten, T-Shirts, Tüchern, Taschen. Versehen mit dem Venussymbol, dem nach unten gerichteten Kreuz und einem Kreis. In dessen Mitte stand eine zur Faust geballte Hand, das Zeichen der Bewegung. Es war ein Aufschrei in violett.

Ein Auftakt wie ein Donnergrollen

Ein Aufschrei, in dessen geografischen Zentrum eine Bühne stand, die vor dem Theaterplatz errichtet wurde. Es ist 11.08 Uhr, als Noemi Grütter von Amnesty International Schweiz eben diese Bühne betritt. Sie ist die erste von vielen Rednerinnen an diesem Tag. Sie eröffnet den Streik in einer Weise, dass auch der Hinterletzte zuhören muss. Mit der Gewalt eines hereinbrechenden Gewitters schmettert sie ihre Parolen ins Publikum. 16 Minuten lang:

«Wir streiken, weil jede fünfte Frau in der Schweiz sexuelle Gewalt erlebt hat.»

Die Masse hängt an ihren Lippen.

«Wir streiken, weil man sich noch heute vor Menstruationsblut ekelt aber Vergewaltigungspornos boomen.»

Die Masse ist der selben Meinung.

«Wir streiken, weil die Frauen, die 1991 gestreikt haben, auch heute noch streiken.»

Die Masse jubelt Grütter zu.

Die blonde Frau in schwarzen Kleidern mit gelbem Stirnband erhebt ein Glas:

«Es ist genug. Wir brechen das Schweigen über alltägliche Gewalt und Diskriminierung. Darauf, dass es heute nicht endet, sondern weitergeht, bis wir in der Schweiz endlich Gleichstellung erreicht haben.»

11.24 Uhr, Grütter trinkt, die Rede endet, der Jubel bleibt.

Der Weg ist begonnen, doch nicht zu Ende gegangen

Noemi Grütter sprach aus, was viele denken, die an diesem Freitag auf den Theaterplatz gekommen sind. Wie Joy Wyler, 47 Jahre alt, Stadtluzernerin: «Ich erlebe immer wieder Momente, in denen die Rechte der Frauen zu kurz kommen. Seit dem letzten Frauenstreik 1991 hat sich einiges getan, wir sind auf dem richtigen Weg. Aber noch nicht am Ende.»

Daneben steht ihre Freundin Ulrike Gocht. Man kennt sich aus dem Quartier. Die gebürtige Deutsche und Mutter zweier Kinder im Schulalter pflichtet ihrer Kollegin bei:

«Einige Schritte haben wir gemacht, wir können heute Selbständig sein, selber entscheiden, was wir tun wollen. Aber es reicht noch nicht.»

Sie spricht die Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben an, die in Deutschland um einiges besser sei als hier. Und Joy Wyler ergänzt: «Es geht nicht darum, die Stellung des Mannes zu verschlechtern. Aber wir wollen Chancengleichheit. Für alle.» Alle – Frauen und Männer, Schweizerinnen und Ausländer.

Gleiches Recht - auch für die Männer

Dass der Streik jedem offenstand, der die Anliegen teilte, war augenfällig. Und die Sprache zweitrangig. Die Schilder waren beschriftet mit Sprüchen in Deutsch, englisch oder persisch. «Equal rights for me, my mom, for everyone», stand auf dem T-Shirt eines Kleinkindes. Gleiche Rechte für alle.

Gleiche Rechte auch für die Männer, die sich mit den Frauen solidarisierten. Recht zum Streiken. Auch für den Luzerner Künstler Marcel Glanzmann. Schon immer habe er die Anliegen der Frauen unterstützt:

«Auch wenn ich Diskriminierung im Alltag verhältnismässig selten spüre, ist es doch nichts als richtig und notwendig, ein Zeichen zu setzten.»

Dafür, dass das Thema wieder aufs Tapet komme. Dass man hinschauen müsse und nicht weghören könne.

Das geschah spätestens um 16.41 Uhr. Nach mehreren Workshops, Reden und Darbietungen – wie von der Brunner Autorin Martina Clavadetscher zusammen mit Isa Wiss oder der Luzerner Slam Poetin Lisa Brunner – startete zu dieser Zeit der Höhepunkt des Frauenstreiks, die Demonstration durch die Luzerner Altstadt.

3000 Personen marschierten durch die Altstadt

Schätzte die Luzerner Polizei die Teilnehmerzahl am frühen Nachmittag noch auf 1000 Personen, waren es um 16.41 gut 3000, die sich gemächlichen Schrittes dem Tross anschlossen. Das Streikkomitee geht gar von 5000 bis 6000 aus. Darunter deutlich mehr Männer als wenige Stunden zuvor. Kurzfristig musste die Seebrücke gesperrt werden. «Gleichstellung – Taten statt Worte», oder «Ich will keinen Papi-Tag, ich will fifty-fifty», stand auf den Transparenten.

Zu Sirenengeheul und Pfiffen skandierten die Demonstranten Parolen wie «Ah Zelle Bölle Schelle, ufe mit de Fraue-Chöle.» Richtig laut wurde es, als der Zug das Regierungsgebäude passierte. Pfiffe und Buhrufe erschallten, die rein männliche Regierung holte sich gestern keine Sympathiepunkte ab.

Nicht das Ende; der Anfang

Auch nicht bei SP-Kantonsrätin Ylfete Fanaj, die in einer Rede vor dem Regierungsgebäude die Exekutive aufrief, mehr in Gewaltprävention und Gewaltschutz für Frauen zu investieren. Und die Forderung nach Frauen in der Regierung brachte ihr tosenden Applaus ein.

Fanaj gehörte zum Streikkommitees, gleich wie die 22-jährige Lorena Stocker aus Rain. Diese sagte zu unserer Zeitung:

«Dass so viele Leute hier sind, zeigt wie wichtig unsere Anliegen sind. Das stimmt mich optimistisch für die Zukunft.»

Denn mit dem Frauenstreik soll es nicht zu Ende sein. Stocker: «Wir wollen weitermachen, uns regelmässig treffen, noch mehr Aktionen durchführen und uns weiter einsetzen. Das hier ist der Start einer Bewegung, nicht das Ende einer Kampagne.»

Mut schöpfen können die Demonstrantinnen aus einem ersten Erfolg: Wie der Schweizerische Gewerkschaftsbund mitteilt, werden Mitarbeiterinnen einer Luzerner Reinigungsfirma wegen des Frauenstreiks neu für Vor- und Nachbearbeitungsarbeiten sowie Reisezeit entschädigt.

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