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Ebiker Gemeinderat zur Giftstoff-Messung: «Die Gesundheit steht an erster Stelle»

Der Gemeinderat von Ebikon hat sich am Freitagnachmittag in einer Medienkonferenz zur Berichterstattung über zu hohe Werte des Giftstoffes Naphthalin im Primarschulhaus Höfli geäussert. Es gebe Kinder mit gesundheitlichen Problemen. Ein Zusammenhang mit den Naphthalin-Werten lasse sich jedoch nicht herstellen.
Lucien Rahm
Gemeindepräsident Daniel Gasser, Gemeindegeschäftsführer Alex Mathis und Gemeinderat Hans Peter Bienz (von links) an der Medienkonferenz vom Freitag. (Bild: Lucien Rahm (Ebikon, 6. Juli 2018))

Gemeindepräsident Daniel Gasser, Gemeindegeschäftsführer Alex Mathis und Gemeinderat Hans Peter Bienz (von links) an der Medienkonferenz vom Freitag. (Bild: Lucien Rahm (Ebikon, 6. Juli 2018))

«Wir sind sehr befremdet über die Berichterstattung des ‹Blick›», sagte der Ebiker Gemeindepräsident Daniel Gasser zu Beginn der Pressekonferenz vom Freitag. Der «Blick» habe in seinem Artikel vom Freitagmorgen gewisse Aussagen frei erfunden. Gasser spricht von Hetzerei. Man überlege sich rechtliche Schritte.

Denn anders als dargestellt, stünde bei ihnen die Gesundheit von Kindern und Lehrern an erster Stelle. Insbesondere habe man sich in keiner Weise über die Situation lustig gemacht, wie dies im Bericht dargestellt worden sei. Auch der Begriff «Helikoptereltern» sei nie gefallen.

Der «Blick» schreibt in seinem Artikel, dass die Messungen im Schulhaus Höfli eine maximale Konzentrationen von 210 Mikrogramm Naphthalin pro Kubikmeter ergeben hätten. Das entspreche einem Vielfachen des zulässigen Werts.

Philip Küttel vom Fachbüro Holinger in Luzern, welches die Messung durchgeführt hat, bestätigte bereits zuvor die gemessene Maximal-Konzentration gegenüber dieser Zeitung. «Allerdings haben wir diese Messung als nicht relevant eingestuft. Diesen Wert haben wir in einem Raum ermittelt, der mit Absicht während 15 Stunden nicht gelüftet wurde und in dem die installierten Geräte zur Raumluftreinigung ausgeschaltet waren. Das ist ein Zustand, den es im normalen Schulbetrieb gar nicht gibt.»

Kinder mussten nicht mehr zur Schule kommen

Gasser hielt an der Medienkonferenz fest, dass es zwar Kinder mit gesundheitlichen Beschwerden gebe, sich jedoch kein Zusammenhang zur Luftbelastung herstellen lasse. Allen Eltern sei empfohlen worden, bei einem Vertrauensarzt Untersuchungen machen zu lassen.

Höfli-Rektor Urs Steinmann sagte an der Medienkonferenz, ihm seien zwei Kinder bekannt, die diese Woche mit einem Arztzeugnis fehlten. Man wisse jedoch nicht, was dahinterstehe. Man habe nun ausserdem geduldet, dass Kinder aufgrund der belasteten Räume nicht mehr zur Schule gekommen sind. Zudem seien auf dem Gang Tische für Schüler bereitgestellt worden, die die Räume nicht mehr betreten wollten.

Philip Küttel sagte am Freitagnachmittag, dass sie zwar keine Mediziner seien, sich aber informiert hätten, wie die relevanten Richtwerte zustande gekommen seien. Diese seien alle ähnlich entstanden. Man sei dabei von Tierversuchen ausgegangen. Doch sei es schwierig, vom Tier auf den Menschen zu schliessen. Die Grenzwerte seien sehr vorsichtig festgelegt. Die im Höfli gemessenen Werte seien aber immer noch 20-fach unter dem deutschen Arbeitsplatzgrenzwert.

Küttel fügte an, dass man nicht ignorieren dürfe, wenn jemand Beschwerden äussert. Theoretisch könnte das Naphthalin dafür verantwortlich sein. «Man kann es aber nicht genau sagen.» Daher seien nun die weiteren Vorsichtsmassnahmen nötig.

Neue Hochleistungslüftungen geplant

Zu den Gründen, weshalb man den Bericht nicht umgehend veröffentlicht habe, sagte der Gemeinderat, dass die absoluten Werte mit Vorsicht zu geniessen seien. Wichtig sei deren Einordnung, weshalb man nicht blanke Zahlen präsentieren wollte.

Die Werte würden nicht bedeuten, dass eine echte Gefahr besteht, hielt Küttel fest. Dennoch seien Vorsichtsmassnahmen angezeigt.

In der Sommerpause sollen nun weiter Massnahmen zur Beseitigung des Geruchs vorgenommen werden. Unter anderem würden Hochleistungslüftungen eingesetzt. Dafür würden 100'000 Franken investiert – rund 8000 Franken pro Gerät, wie Gemeinderat Hans Peter Bienz sagte.

Nach der Sommerpause würden die Werte erneut gemessen und beurteilt. Bienz sagte, dass nach den Ferien sichergestellt sei, dass die Räume keine Werte mehr über dem Grenzwert aufweisen werden.

Höfli soll abgerissen werden

Das Schulhaus Höfli soll mittelfristig abgerissen werden. Container seien geplant, in denen der Schulunterricht provisorisch stattfinden kann. 800'000 Franken kosten die Provisorien. Mitte 2020 sollen diese durch eine definitive Lösung ersetzt werden.

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