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Der Gründer des legendären Luzerner «Down Town» ist gestorben

Ohne ihn wäre das Luzerner Nachtleben in den 1970er- bis 90er-Jahren weniger bunt gewesen: Gérard Braid. Nun ist der Gründer der «Down Town»-Bar in der Eisengasse im Alter von 73 Jahren gestorben.
Roman Hodel
Sein letzter Besuch im «Down»: Gérard Braid mit Tochter Pascale. (Bild: PD, Luzern 21. März 2019)

Sein letzter Besuch im «Down»: Gérard Braid mit Tochter Pascale. (Bild: PD, Luzern 21. März 2019)

Als Luzern noch beschaulicher und katholischer war, gab es in der Stadt nicht manche Orte, um die Nacht zum Tag zu machen. Eine dieser wenigen Ausnahmen in den 1970er- bis 90er-Jahren war das Down Town in der Eisengasse. Gegründet wurde die Bar von Gérard Braid. Am 12. April ist er im Alter von 73 Jahren gestorben, wie einer Todesanzeige in unserer Zeitung zu entnehmen ist. Laut seiner Tochter Pascale (51) erlitt ihr Vater nach einer Operation Anfang April einen Herzstillstand. «Die Ärzte konnten ihn zwar zurückholen, doch drei Tage später verstarb er leider - wir sind unendlich traurig», sagt sie.

Gérard Braid ist in Frankreich aufgewachsen. Als er als Soldat in Deutschland Militärdienst leistete, lernte der junge Mann in einem Lokal einen Schweizer kennen. Dieser habe ihm geraten, in die Schweiz zu ziehen, wenn er etwas erreichen wolle. Und so landete Gérard Braid in Engelberg, wo er auch seine spätere Ehefrau Erika - Pascales Mutter - kennenlernte. Von dort ging es weiter nach Luzern. Zunächst arbeitete er im Dancing Floragarten, danach als Geschäftsführer im Hazyland.

Alsbald übernahm das Paar das Hotel Hammer im Eigenthal. Doch die Stadt fehlte ihnen. 1975 pachteten Gérard und Erika Braid das «Black Cat» in der Eisengasse und machten daraus ein paar Jahre später das «Down Town». Die Rock-Bar ist längst Kult. Tochter Pascale, die das Lokal seit zehn Jahren führt, sagt:

«Das ‹Down› wurde für viele zum Daheim. Einige sind nur wegen meinem Vater gekommen - er liebte es, die Gäste zu verwöhnen, war grosszügig zu allen - ein Gentleman.»

Allerdings: Die Arbeit im Nachtleben ist hart und hinterlässt Spuren. Vor 15 Jahren wanderte Gérard Braid nach Vietnam aus. Doch regelmässig kehrte er in die Heimat zurück. Dabei war ein Besuch im «Down» Pflicht. Das letzte Mal am vergangenen 21. März. «Das ‹Down› war sein Baby», sagt seine Tochter und fügt an: «Ich bin dankbar, ihn noch bei mir gehabt zu haben.» Auch dass sie sich persönlich habe verabschieden können. «Wäre er in Vietnam gestorben, wäre das noch schlimmer für mich gewesen.» Auf Wunsch des Verstorbenen findet keine Trauerfeier statt - und die Asche wird in einem Gewässer verstreut.

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