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Luzerner Velorennen bringt «Gümmeler» an ihre Grenzen: Der Hang der brennenden Beine

In der Stadt Luzern stand am Samstag das Velo im Rahmen der Luzerner Velonacht im Fokus. Am «Hilliminator» kämpften sich Fahrer zunächst aber einen 300 Meter langen Steilhang hinauf.
Andreas Bättig
Das Velo steht im Fokus: Im Rahmen der Luzerner Velonacht fand der Hilliminator am Samstag statt. Im Bild ist Michael Pfeiler.Das Velo steht im Fokus: Im Rahmen der Luzerner Velonacht fand der Hilliminator am Samstag statt. Im Bild ist Michael Pfeiler.
Der Regen erschwerte das Rennen für die Velofahrer erheblich. Im Bild ist Michel Tubée.Der Regen erschwerte das Rennen für die Velofahrer erheblich. Im Bild ist Michel Tubée.
Grinsen die beiden etwa? Im Bild sind Simon Büchele und Niki Hug.Grinsen die beiden etwa? Im Bild sind Simon Büchele und Niki Hug.
Man beachte: Michel Tubées Oberschenkelmuskulatur. Ohne die ginge wohl nichts.Man beachte: Michel Tubées Oberschenkelmuskulatur. Ohne die ginge wohl nichts.
Hilliminator in Luzern: Das Bergrennen für Velo-Enthusiasten.Hilliminator in Luzern: Das Bergrennen für Velo-Enthusiasten.
Der Wind machte den Athleten zu schaffen.Der Wind machte den Athleten zu schaffen.
Im Bild: Ein kämpfender Michael Pfeiler.Im Bild: Ein kämpfender Michael Pfeiler.
Ein Eindruck der Rennstrecke.Ein Eindruck der Rennstrecke.
Hilliminator in Luzern.Hilliminator in Luzern.
Die Kandidaten traten mit Rennvelos, Mountainbikes und gar Cargovelos an.Die Kandidaten traten mit Rennvelos, Mountainbikes und gar Cargovelos an.
Hilliminator in Luzern.Hilliminator in Luzern.
Hilliminator in Luzern.Hilliminator in Luzern.
Hilliminator in Luzern.Hilliminator in Luzern.
Die Zuschauer feuern die Wettkämpfer heftig an. Im Bild sind Simon Büchele, Raphael Knecht und Sven Fürst.Die Zuschauer feuern die Wettkämpfer heftig an. Im Bild sind Simon Büchele, Raphael Knecht und Sven Fürst.
Pascal Kiser (Mitte) ist erst 11 Jahre alt.Pascal Kiser (Mitte) ist erst 11 Jahre alt.
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«Hilliminator»-Rennen: Velo-Enthusiasten kämpfen sich 300 Meter bergauf

Beissen, beissen und nochmals beissen. Wer in die Gesichter der Rennteilnehmer in der Zieleinfahrt ganz oben auf dem Berg schaute, der wusste: Diese Athleten müssen gerade heftige Schmerzen ertragen. Mit zusammengekniffenen Augen zeigten sie ihre Zähne, nur ganz selten konnte einer am Ziel ein bisschen lächeln. Das überraschte nicht, kämpften sich die Fahrerinnen und Fahrer mit ihren Velos einen 300 Meter langen Steilhang hinauf, der eine Steigung von 24 Prozent und eine Höhendifferenz von 60 Metern hat.

«Hilliminator» nennt sich das Rennen, das am Samstag zum sechsten Mal in der Stadt Luzern stattfand. Insgesamt 70 Männer und 5 Frauen wollten die steile Hochbühlstrasse bezwingen, sie traten mit Rennvelos, Mountainbikes und gar Cargovelos an.

Einer von ihnen war Thomas Oberlin aus Luzern. Auf die Frage, wie es denn so war, diesen steilen Hügel hochzufahren, findet er nur ein Wort: «Sou­schträng!» Auf die Nachfrage, ab wann genau es auf den 300 Metern «souschträng» wurde, sagte er: «Etwa nach fünf Metern.» Ab einem gewissen Zeitpunkt habe er seinen Körper auch gar nicht mehr richtig gespürt. Dank den vielen Zuschauern am Rand, die ihn angefeuert hatten, hätte er aber nochmals so richtig Gas geben können. «Ohne die wäre ich wohl auf halber Strecke abgestiegen», sagte Oberlin und nahm einen Schluck von seinem Bier, das er gleich nach der Zieleinfahrt überreicht bekommen hatte. Oberlin schied im Achtelfinal aus. Mit seiner Leistung sei er, der zum ersten Mal an diesem Rennen teilnahm, zufrieden.

Wichtigste Strategie: Kräfte einteilen

Keine grosse Mühe den Hügel hinaufzukommen, schien der Sieger der Männer gehabt zu haben. Schaute man Niki Hug aus Olten beim Bezwingen der Strecke zu, hätte man meinen können, er gleite locker-flockig eine sanfte Anhöhe hinauf. Viermal musste Hug den Berg bezwingen. Hug sagt:

«Meine Strategie war, die Kräfte einzuteilen und nicht immer Vollgas zu geben. Das ging auf.»

Wichtig sei auch, dass man nach jedem Lauf mit dem Velo locker ein bisschen weiterfahre, damit die Säure in den Muskeln abgebaut werde.

Ebenfalls für sich entscheiden konnte das Rennen in der Kategorie der etwas älteren Herren, den Masters, Daniel Christen aus Stans. «Es war schon brutal hart», gab er nach der Zieleinfahrt zu. «Nach etwa 30 Sekunden fangen die Beine an zu brennen», sagte Christen. «Du bist noch immer mitten im Stutz drin und spürst deine Gegner im Nacken. Aber ich kann zum Glück gut beissen, das ist meine Stärke.»

Bedingungen wegen Regen besonders hart

Bei den Frauen gewann Claudia Sutter aus Luzern. «Es war steil und gnadenlos», sagte Sutter. Zum Training sei sie am Freitag extra dreimal schon den Hügel hochgefahren und habe bemerkt. Sutter sagt:

«Am Anfang einfach nicht zu schnell loslegen, damit man beim Schlussspurt noch Energie hat.»

Laut dem Organisator Ruben Wey seien die Bedingungen in diesem Jahr durch den Regen besonders hart gewesen. «Bei nassem Asphalt haben die Fahrräder einen schlechten Grip. Ausserdem mussten die Fahrer noch gegen den Wind ankämpfen», sagte Wey. So sei aus einem sonst schon schweren Rennen ein sehr schweres Rennen geworden.

Nicht nur am «Hilliminator» drehte sich alles um den Velosport, sondern auch in zahlreichen Veloläden in Luzern. Neben leckerem Essen konnten die Besucherinnen und Besucher lernen, wie man etwa die Kette wechselt oder verschiedene Velos, E-Velos und E-Mountainbikes testen. Am Abend liessen die Velofans den Tag bei einer Velo-Party im Neubad ausklingen.

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