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Der Hellbühler Männerchor reist durch die Zeit

75 Jahre Vereinsgeschichte, das feiert der Männerchor Hellbühl mit drei Konzerten. In der Gegenwart herrschen indes Nachwuchssorgen.
Stephan Santschi
Der Männerchor Hellbühl 1947, damals noch als Schützenchörli, bei der Einsetzung von Parrer Meier. (Bild: PD)

Der Männerchor Hellbühl 1947, damals noch als Schützenchörli, bei der Einsetzung von Parrer Meier. (Bild: PD)

Es war im März 1944. Der zweite Weltkrieg war in vollem Gange, als in Hellbühl ein Verein gegründet wurde, der für positive Stimmung sorgen sollte. «Immer noch wütet der furchtbare Weltkrieg, wo die Menschen nur auf Tod und Verderben ausgehen», schrieb der Aktuar ins Protokollbuch der Gründungsversammlung. Und so schickte sich der neue Männerchor mit dem Motto «wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder» in sein musikalisches Wirken.

Über 75 Jahre sind seither vergangen, der Krieg ist längst beendet, doch die singenden Männer des kleinen Ortsteils von Neuenkirch gibt es weiterhin. Mit der Teilnahme an regionalen und schweizerischen Gesangsanlässen, Auftritten im KKL in Luzern oder dem traditionellen Spaghettiessen an der Hellbühler Dorfkilbi machen sie immer wieder von sich reden.

An diesem Sonntag nun und auch zwei weitere Male am nächsten Wochenende bitten sie im Rösslisaal zu ihren Jubiläumskonzerten. «Wir unternehmen mit unseren Zuhörern eine Zeitreise», verspricht Vereinspräsident Ruedi Dahinden. Eine Zeitreise in die Musikgeschichte des Männerchors von Hellbühl.

Bemerkenswert: Während dieses Dreiviertel-Jahrhunderts sind insgesamt nur sechs Chorleiter vermerkt. Dies ist vor allem auf die prägendste Figur der Vereinshistorie zurückzuführen – Seppi Purtschert war nämlich nicht weniger als 38 Jahre lang Dirigent (1944 bis 1982). Im Konzertprogramm, das Conférencier Christof Bühler moderiert, werden aus jeder Ära jeweils zwei bis drei Stücke des entsprechenden Repertoires aufgeführt.

Theatereinlagen und Modeschau inbegriffen

Der Einstieg erfolgt mit dem Titel «In einem kühlen Grunde» des Lyrikers Joseph von Eichendorff. Es sei das allererste Lied, das die Hellbühler Chorpioniere an einer öffentlichen Veranstaltung zum Besten gegeben haben. Beendet wird der musikalische Ausflug mit Trauffers «Müeh mit de Chüeh», welches mit der aktuellen Dirigentin Sabine Lochstampfer einstudiert worden ist.

Auch optisch ist Abwechslung garantiert, «wir wechseln regelmässig das Tenü – so wie es zur jeweiligen Zeit eben ausgesehen hat», erzählt der 72-jährige Peter Fellmann, der seit 40 Jahren im Hellbühler Männerchor singt und im Rahmen der Jubiläumskonzerte als Medienverantwortlicher fungiert. «Zudem soll die eine oder andere Inszenierung für Unterhaltung sorgen», sagt Fellmann mit einem Schmunzeln. So wird zum Beispiel ein Vorfall vom Schweizerischen Gesangfest in Willisau aus dem Jahr 1991 nachgestellt, als einer der Hellbühler mit der Bewertung «gut» so gar nicht einverstanden war und kurzerhand das Zertifikat in Stücke riss.

Auch in Hellbühl sinken die Mitgliederzahlen

Theatralische Einlagen, modernes Liedgut – Massnahmen, dieser Art sollen der Männerchor-Szene generell wieder zu mehr Blüte verhelfen. Zuletzt sanken die Mitgliederbestände im Kanton Luzern grossflächig, eine Überalterung hat sich bemerkbar gemacht. Davon ist auch der Männerchor in Hellbühl betroffen. «Derzeit haben wir 32 Sänger, vor wenigen Jahren waren wir noch über 40», sagt Peter Fellmann. Anwerbeversuche seien bisher auf wenig Anklang gestossen.

Durchaus Sinn macht es daher, dass an den Jubiläumskonzerten auch der Kinderchor Neuenkirch mit Liedern von Kunz und Abba Gastauftritte hat. Das Stück «Teresina bella» führen sie derweil gemeinsam mit dem Männerchor auf. Dem Vernehmen nach soll die erste Aufführung am Sonntag gut besucht sein, insgesamt werden im Rösslisaal für 176 Zuschauer Stühle eingerichtet.

Hinweis: Männerchor. Jubiläumskonzerte (Rösslisaal Hellbühl): Sonntag, 10. November, 17 Uhr. Samstag, 16. November, 20 Uhr. Sonntag, 17. November, 17 Uhr. Eintritt: 15 Franken. Vorverkauf: Tel. 041 467 21 24 (Montag bis Freitag, 19.00 bis 20.30 Uhr).

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