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Der höchste Horwer mag es bodenständig

Der neue Horwer Einwohnerratspräsident Reto Eberhard freut sich in seinem Präsidialjahr auf viele Begegnungen mit der Bevölkerung. Der SVPler lebt die Werte seiner Partei – das zeigt sich auch in seinem Daheim.
Roman Hodel
Die Schweizerfahne hängt bei Reto Eberhard daheim nicht nur am 1. August. (Bild: Dominik Wunderli (Horw, 25. Juli 2018))

Die Schweizerfahne hängt bei Reto Eberhard daheim nicht nur am 1. August. (Bild: Dominik Wunderli (Horw, 25. Juli 2018))

In der mit viel Holz vertäfelten Dachwohnung von Familie Eberhard geht es heimatverbunden zu und her. Davon zeugen etwa die Schweizerfahne im Gang oder eine Kuhglocke im Wohnzimmer. «Ich schätze das Bodenständige», sagt Reto Eberhard, der ab 1. September den Einwohnerrat präsidiert und damit für ein Jahr als höchster Horwer amtet.

Traditionelle Werte hätten ihn schon immer angesprochen – ob kulturell oder gesellschaftlich. Das Wort «konservativ» mag der 40-Jährige nicht so. Er sagt: «Der Ausdruck ‹wertebewusst› passt viel besser zu mir.» Für Politik zu interessieren begann er sich 1992, im Alter von 14 Jahren. Damals sagte das Stimmvolk Nein zum EWR-Beitritt. Es war der grosse Sieg der SVP. «Das hat mir imponiert.» Ende der 1990er Jahre trat er der Partei bei, denn sie halte Werte wie Eigenständigkeit, Eigenverantwortung und die Identität der Schweiz hoch.

Er lebte eineinhalb Jahre in den USA

Politische Ämter waren aber vorerst kein Thema. Viel mehr zog es den gelernten Landschafts- und Staudengärtner aus Bellach SO zunächst in die Welt hinaus. Genau genommen nach Massachusetts (USA), wo er sich während eineinhalb Jahren in einem Gartencenter weiterbildete und Englisch lernte. Dies nützt ihm heute noch: «Die Englisch sprechende Kundschaft schätzt es, wenn ich mit ihnen in Englisch über Garten-Themen diskutieren kann», sagt der Inhaber einer kleinen Gartenpflegefirma. «In der Region Horw-Luzern betreue ich einfache, aber auch gerne anspruchsvolle Kundengärten. »

Nach der Rückkehr aus den USA erhielt Eberhard je ein Stellenangebot in Zürich und Horw. «Da mich die Zentralschweiz mit ihren Bergen und Seen und ihrer bodenständigen Kultur mehr anspricht, habe ich mich für Horw entschieden .» Er sagt es in fast lupenreinem Luzerner Dialekt – trotz Jugendjahren im Solothurnischen. «Mir gefällt diese Mundart», sagt Eberhard. Da seine Mutter aus Appenzell Innerrhoden stamme, spreche er auch «Appezöller Dialekt» – und gibt gleich eine Kostprobe. «Ich kann mich gut anpassen.» Entsprechend schnell hatte er sich auch in Horw integriert.

Eines Tages beobachtete Reto Eberhard am Strassenrand, wie ein paar Männer SVP-Wahlplakate aufstellten. Er fragte, ob sie Hilfe benötigten. So kam man ins Gespräch. Einige Jahre später fragte ihn die Partei für den Einwohnerrat an. «Da ich in einer Gemeinde gerne Verantwortung übernehme, sagte ich zu.» 2010 rückte er ins Parlament nach. Dort ist Reto Eberhard weder als Vielschwätzer noch als Provokateur bekannt. Viel mehr gilt er als stiller, allseits geschätzter Schaffer. Und so erzielte er bei der Wahl am 28. Juni ein Glanzresultat mit 27 von 27 Stimmen. «Mit dieser einheitlichen Unterstützung habe ich dann doch nicht gerechnet – sie hat mich jedoch sehr gefreut.», sagt Reto Eberhard.

Dass er innerhalb von acht Jahren lediglich zwei Vorstösse eingereicht hat, passt zum Bild des eher unauffälligen Parlamentariers. Er sagt dazu: «Es werden zu viel Pipifax-Vorstösse eingereicht.» Das koste die Gemeinde Geld und beschäftige oft unnötig die Verwaltung. «Weniger ist mehr», sagt Eberhard und findet, dass dieses Motto auch auf seine Voten im Rat zutreffe: «Ich muss nicht zu allem und jedem etwas bemerken.» Ein Umstand, der ihm im Präsidialjahr noch zu Gute kommen könnte. Denn als höchster Horwer muss er zu den Sachgeschäften ohnehin schweigen. Dafür darf Reto Eberhard die Sitzungen leiten, Abstimmungsresultate verkünden und – wenn nötig – per Glöckchen Kollegen unterbrechen, die wieder mal zu lange reden. Nicht zu vergessen die repräsentativen Aufgaben. «Die Grussworte an die Vereine und die vielen Begegnungen mit der Horwer Bevölkerung – darauf freue ich mich sehr.»

Es funkte am Trachtenfest

Allerdings bedeutet das «Ehrenamt», wie er es nennt, viel Mehraufwand. Jede Sitzung will vorbereitet sein. Da bleibt weniger Zeit für seine noch junge Familie. Der 40-Jährige ist seit drei Jahren mit der 27-jährigen Pflegefachfrau Madeleine verheiratet. Zwei Söhne komplettieren das Glück – der zweijährige Samuel und der erst halbjährige Linus. Kennengelernt haben sich die beiden auf einem Trachtenfest in Obwalden. «Die Familie und die christlichen Werte sind für mich wichtig», sagt der Katholik. «Der Glaube gehört zu meinem Alltag.» Ein Alltag, der vielleicht dereinst Platz haben könnte für ein anderes politisches Amt? Er sagt: «Ich nehme es ‹vorewäg›, zuerst kommt jetzt das Präsidialjahr, und danach will ich mich vor allem meiner Familie widmen.»

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