Der Hüülertee wurde diese Fasnacht das letzte Mal gebraut – die Guuggenmusig Musegghüüler verabschiedet sich

Nach 38 Jahren war 2020 die letzte Fasnacht für die Musegghüüler. Die Aktuarin Leyla Stöckli erklärt, was die Musegghüüler ausmachte und wieso es zur Auflösung kam.

Salome Erni
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«Steam Punk» war das Sujet im Jahr 2020, der letzten Fasnacht der Guuggenmusig Musegghüüler.

«Steam Punk» war das Sujet im Jahr 2020, der letzten Fasnacht der Guuggenmusig Musegghüüler.

Bild: PD

Alljährlich beendete die Guuggenmusig Musegghüüler Lozärn am frühen Aschermittwoch um genau 5.00 Uhr die Fasnacht mit einem Tanz um ihr berühmtes Teefässli. Dass dieses Ritual dieses Jahr zum letzten Mal stattfand, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

An der Generalversammlung im Juni entschied die Guuggenmusig jedoch einstimmig, dass 2020 die letzte Fasnacht für die Musegghüüler war. Nur noch zehn Mitglieder umfasste der Verein. Die Aktuarin Leyla Stöckli sagt dazu:

«Es ist sehr schade, dass es so weit kommen musste. Doch nun ist Zeit für etwas Neues – so weh es auch tut.»

Die Musegghüüler am Schwarzenberger Umzug 2020.

Die Suche nach Neumitgliedern war schwierig

Die Fasnächtlerin Stöckli sagt, dass trotz intensiver Suche keine Neumitglieder gefunden werden konnten. Ausserdem gab es in diesem Jahr einige Austritte und die Guuggenmusik hätte mit nur etwa vier verbliebenen Personen in die Fasnacht 2021 starten müssen. Diese Fasnacht sei es ausserdem nicht mehr das gleiche Gefühl gewesen, sagt sie und fährt fort:

«Die Luft ist draussen.»

Dass die Suche nach Neumitgliedern erfolglos blieb, führt Stöckli darauf zurück, dass die Guuggenmusig ein zeit- und geldintensives Hobby ist. Ausserdem seien viele Leute nicht mehr bereit, in einem Verein Verantwortung zu übernehmen. Gerade bei einer Guuggenmusig mit so wenig Mitgliedern sei das aber wichtig.

Mit dem Teefässli durch die Fasnacht

Das Teefässli mit dem nach Geheimrezept gebrauten Hüülertee.

Das Teefässli mit dem nach Geheimrezept gebrauten Hüülertee.

Bild: PD

Zu Spitzenzeiten vor mehr als fünfzehn Jahren seien sie «gäbig 60 bis 70 Mitglieder» gewesen, erzählt Stöckli. Bei den Musegghüüler besonders sei neben der Musik stets das mitgeführte Teefässli gewesen. Die letzten drei Jahre übernahm Stöckli gemeinsam mit der Präsidentin Stefanie Iacuzzi die Aufgabe, den Hüülertee jeden Morgen nach geheimem Rezept zu brauen.

Bei den Musegghüülern habe die Kameradschaft einen besonders hohen Stellenwert gehabt, sagt die Aktuarin stolz. Die Letzten, die an der Fasnacht oder im Restaurant den Heimweg antraten, seien stets die Musegghüüler gewesen, so Stöckli. «Wir waren eine gemütliche Guuggenmusig».

So blicken die Musegghüüler auf viele Jahre Guuggenmusik mit bunten Kostümen und der einen oder anderen Tasse Tee zurück. Mit der Fasnacht ganz aufzuhören werde aber «niemand schaffen», sagt Stöckli und lacht. Die Mitglieder bleiben trotz der Auflösung ihrer Guuggenmusig der Fasnacht treu, obwohl wenige 2021 ein Zwischenjahr einlegen möchten.

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