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Rigorose Sicherheitskontrollen: Der israelische Aussenminister besucht am Montag das Lucerne Festival

Bundesrat Ignazio Cassis wird am Montag zusammen mit dem israelischen Aussenminister Israel Katz im Konzertsaal des KKL sitzen. Das zieht rigorose Sicherheitsmassnahmen nach sich.
Simon Mathis

Am Montagabend werden die Gäste des Lucerne Festival länger als üblich vor dem KKL Schlange stehen. Denn hoher diplomatischer Besuch wird dem Konzert des Israel Philharmonic Orchestra beiwohnen. Bundesrat Ignazio Cassis wird gemeinsam mit dem israelischen Aussenminister Israel Katz im Konzertsaal sitzen. Dies bestätigt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage.

Der israelische Aussenminister Israel Katz besucht am Montag Luzern. (Bild: Dan Balilty/Keystone)

Der israelische Aussenminister Israel Katz besucht am Montag Luzern. (Bild: Dan Balilty/Keystone)

Anlass für das Treffen ist das 70-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel. Zum Kreis der geladenen Gäste gehört Jacob Keidar, der israelische Botschafter in Bern. Anwesend ist zudem Maya Tissafi, die Chefin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika in der Politischen Direktion in Bern. Vertreterin der Stadt Luzern ist Stadträtin Manuela Jost (GLP).

Ein Symbol der neuen Schweizer Nahostpolitik

Dass gerade das KKL als Rahmen für das Treffen ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Der Grund dafür dürfte vor allem in der Person von Zubin Mehta liegen. Der 83-jährige hat das Israel Philharmonic Orchestra seit über vier Jahrzehnten als Chefdirigent geprägt. Er verabschiedet sich Ende Jahr vom Orchester (siehe Kasten unten). Aufgeführt werden Werke von Franz Schubert, Ödön Pártos und Hector Berlioz.

Aber natürlich dreht sich das Treffen um mehr als nur um Musik. Das Konzert im KKL sei schon seit längerem geplant gewesen, schreibt EDA-Pressesprecher Pierre-Alain Eltschinger. Und weiter:

«Dies ist ein offizielles Arbeitstreffen zwischen dem EDA-Chef und dem israelischen Aussenminister.»

Das Treffen beider Minister fände vor dem Konzert statt. Worüber Ignazio Cassis und Israel Katz sprechen, sagt das EDA nicht – stellt aber eine darauffolgende Medienmitteilung in Aussicht. Bekannt ist, dass die beiden Aussenminister vor dem Konzert in Anwesenheit der Delegationen beider Länder eine Rede halten werden.

Das KKL-Treffen kann als Symbol der neuen Schweizer Nahostpolitik gelten: Ignazio Cassis wird als israelfreundlich wahrgenommen, was ihm auch Kritik eingebracht hat. Cassis plante ursprünglich, im September Jerusalem zu besuchen – auch dies ist ein umstrittenes Vorhaben. Das Datum der Reise werde wegen den Wahlen in Israel am 17. September 2019 neu bestimmt, so das EDA.

Wartezeit wie auf dem Flughafen

Für die Sicherheit von völkerrechtlich geschützten Personen aus dem Ausland ist das Bundesamt für Polizei (Fedpol) zuständig. «Im Vorfeld beurteilen wir die Gefährdung für jede Person», erläutert Florian Näf, Mediensprecher des Fedpol. «Aufgrund dieser Beurteilung werden dann die Massnahmen festgelegt.» Ausführende Instanz ist jeweils die Kantonspolizei, in diesem Fall diejenige von Luzern. Nähere Details zum Sicherheitsdispositiv werden – wie bei anderen, vergleichbaren Spitzentreffen – nicht bekannt gegeben.

Gerüchte, wonach der Europaplatz gesperrt würde und im KKL-Gebäude Kontrollgänge mit Sprengstoffspürhunden durchgeführt würden, bestätigt oder dementiert demnach niemand. Angeblich werden sogar Schleusen vom Flughafen Zürich vors KKL geholt – aber auch dafür gibt es keine Bestätigung von offizieller Seite. «Wir haben Kenntnis vom Besuch», sagt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei. «Und bereiten uns entsprechend darauf vor.»

Man kann davon ausgehen, dass die Sicherheitsvorkehrungen massiv sein werden. Das zeigt nur schon die zusätzliche Wartezeit, mit der die Gäste des KKL rechnen müssen. Nina Steinhart, die Mediensprecherin des Lucerne Festival, sagt:

«Wir empfehlen, zwei Stunden vorher vor Ort zu sein.»

Die Organisatoren des Festivals informierten die Gäste schriftlich über die Sicherheitsvorkehrungen. Die Besucherinnen und Besucher würden am Montag – ähnlich wie beim Boarding am Flughafen – beim Eingang zum KKL aus kontrolliert, um die Sicherheit zu garantieren. «Wir sind optimistisch, dass dies schnell vonstatten gehen wird», so Steinhart.

Zubin Mehta am Eröffnungskonzert der Internationalen Musikfestwochen von 1970. (Bild: Keystone, Luzern, 16. August 1970)

Zubin Mehta am Eröffnungskonzert der Internationalen Musikfestwochen von 1970. (Bild: Keystone, Luzern, 16. August 1970)

Ein grosser Musiker verabschiedet sich

Zubin Mehta ist einer der bekanntesten Dirigenten der Welt. Er wurde 1936 in Mumbai geboren und studierte in Wien. Auch für Luzerner Klassikfreunde ist Zubin Mehta ein altbekanntes Gesicht. Seinen Einstand beim Lucerne Festival – damals noch unter dem Namen Internationale Musikfestwochen Luzern – feierte er am 4. September 1964 mit den Wiener Philharmonikern. Mehta war in zahlreichen renommierten Orchestern als Chefdirigent tätig.

Bekannt ist Mehta allerdings vor allem für seine Zusammenarbeit mit dem Israel Philharmonic Orchestra (IPO). Sie begann 1961. Sechzehn Jahre später wurde er zum Chefdirigent ernannt. Seit 1981 ist er dies sogar auf Lebenszeit. Das IPO gilt als wichtigster Kulturbotschafter Israels.

Die Epoche Mehta endet jedoch bald. Ende 2019 übergibt der Musiker seinen Dirigentenstock an den 29-jährigen Lahav Shani, der damit zum erst zweiten Chefdirigenten des IPO wird. Mehta verabschiedet sich am Montag also auch von seinem Luzerner Publikum.

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