Der Januar war für Luzern touristisch ein sehr guter Monat – doch dann kam Corona

Zu Beginn des Jahres kamen deutlich mehr Gäste als 2019. Eine Rolle dürfte das Lichtfestival Lilu gespielt haben. Doch nun rechnen Touristiker mit einem enormen Rückgang.

Stefan Dähler
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Installation während des Lichtestivals Lilu im Januar.

Installation während des Lichtestivals Lilu im Januar.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. Januar 2020)

Derzeit befinden sich in Luzern wegen der Coronakrise praktisch keine Touristen mehr. Doch immerhin hat das Jahr 2020 sehr gut begonnen, wie die am Freitag publizierte Logiernächte-Statistik zeigt. So wurden in der Stadt Luzern im ersten Monat des Jahres 74'036 Logiernächte registriert – 16 Prozent mehr als 2019 und gar 21 Prozent mehr als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Bei den grössten Märkten auffällig ist das Plus bei den Gästen aus China (Zunahme von 89 Prozent auf 10'425 Logiernächte), aus der Schweiz (Zunahme von 13 Prozent auf 22'656) und aus Deutschland (Zunahme von 13 Prozent auf 5508).

«Eine Rolle dürfte das im Januar durchgeführte Lichtfestival gespielt haben, das vor allem Schweizer Gäste anzog», sagt Sibylle Gerardi, Mediensprecherin von Luzern Tourismus. Wie viele Logiernächte dieses generiert hat, ist nicht erfasst worden. Insgesamt haben rund 70’000 Personen das Festival besucht. Beim chinesischen Markt dürfte vor allem eine Rolle gespielt haben, dass das chinesische Neujahr heuer auf den Januar fiel.

Starker Rückgang ab Februar

Die Coronakrise wirkte sich erst später aus. Die Zahlen für den Februar liegen noch nicht vor. «Doch wir rechnen schon hier mit einem starken Rückgang», sagt Gerardi. Im März kam das Tourismusgeschäft dann praktisch ganz zum Erliegen, am 16. März schloss der Bundesrat quasi die Grenzen. «Es sind nur noch vereinzelt Gäste vor Ort, die nun noch ihre Rückreise organisieren müssen. Viele Hotels haben geschlossen», sagt Gerardi. Jene, die noch geöffnet sind, versuchten teilweise, sich mit anderen Angeboten über Wasser zu halten – etwa mit Take-away und Lieferservice oder der Vermietung von Zimmern für Homeoffice.

Wie lange die Coronakrise im Tourismus noch andauert, sei derzeit kaum abschätzbar, sagt Gerardi. Bei Luzern Tourismus hofft man, dass ab Juni wieder Gäste kommen:

«Der Markt dürfte sich gestaffelt erholen. So wie es derzeit aussieht, werden wohl als Erstes wieder Gäste aus Asien kommen, wo die Krise langsam abklingt.»

Voraussetzung für eine Erholung der asiatischen Märkte sind aber auch die verfügbaren Flugkapazitäten und das Handling von Visa. Aktuell sollen bis Mitte Juni keine Schengen-Visa mehr ausgestellt werden.

Rückgang von 91 Prozent im April erwartet

Gemäss einer Umfrage von Schweiz Tourismus und Hotelleriesuisse unter den einzelnen Betrieben sind für die Zentralschweiz gesamthaft aus allen Märkten für April Rückgänge von 91 Prozent und für den Mai von 78 Prozent zu erwarten.

Aber nicht nur der Abbau der staatlichen Corona-Restriktionen dürfte eine Rolle spielen. «Die Leute müssen wieder Vertrauen ins Reisen fassen, ähnlich, wie das nach 9/11 der Fall war», sagt Gerardi. Es sei auch wichtig, dass die Branche trotz allem gemeinsam positiv in die Zukunft blickt, um dann bereit zu sein, Gäste wieder empfangen zu dürfen. Man bereite sich derzeit auf die «Recovery-Phase» der Märkte in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus vor. 

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