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Der Kanton Luzern sucht den besten Wein aus der Region

Der Kanton Luzern prämiert künftig den Luzerner Wein des Jahres. Ziel der Aktion ist es, die hiesigen Tropfen bekannter zu machen und zu fördern. Zentralschweizer Wein macht nur ein Prozent der landesweiten Produktion aus. Doch der Weinbau wächst hier stetig.
Roseline Troxler
Symbol für die Renaissance des Luzerner Rebbaus: Der Rebberg am Hang des Schlosses Heidegg in Gelfingen, der seit einem Parlamentsbeschluss im Jahr 1951 wieder bebaut wird. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Symbol für die Renaissance des Luzerner Rebbaus: Der Rebberg am Hang des Schlosses Heidegg in Gelfingen, der seit einem Parlamentsbeschluss im Jahr 1951 wieder bebaut wird. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Kanton Luzern gehört nicht zu den grossen Schweizer Weinkantonen. Fakt ist aber: Hiesige Winzer haben stark aufgeholt. Die Anbaufläche hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt, während die Fläche anderswo stagnierte. Heute bauen Luzerner Winzer Reben auf rund 63 Hektaren an. Damit ist man zwar noch weit entfernt von der Anbaukultur im Spätmittelalter mit rund 100 Hektaren. Doch Experten rechnen mit weiterem Zuwachs.

Verbindung mit Motto des Präsidialjahres

Um den Wein zu fördern, lanciert der Kanton einen Wettbewerb, den Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng (FDP) gestern vorstellte. «Die Idee geistert schon lange in der Branche herum. Ich habe entschieden, diese umzusetzen.» Die Prämierung lasse sich mit seinem Präsidialjahr verbinden, das unter dem Motto Lebensqualität stehe. «Für mich bedeutet Lebensqualität auch ein feines Essen mit einem guten Glas Wein.» Dass ein Kanton es als Aufgabe sieht, sich bei der Weinförderung zu engagieren, findet Küng «nicht abwegig». Die Prämierung könne die Eigenheiten des Kantons herausstreichen und verbinde die Landwirtschaft und den Tourismus. «Luzerner Wein wurde bisher zu wenig Beachtung geschenkt», betont Küng. Die Kosten des Wettbewerbs schätzt er auf maximal 5000 Franken.

Der beste Luzerner Wein wird in sechs Kategorien prämiert. In der Jury, die eine Blinddegustation macht, sitzen zehn Personen, so auch Robert Küng. Ivan Barbic, Master of Wine, wird die Degustation leiten. Teilnehmen können Winzer, welche vom eingereichten Wein mehr als 1000 Flaschen produzieren, bis am 30. August. Die besten Weine werden im November bekannt gegeben. Der Preis ist nicht dotiert.

«Prämierung hilft, ein Umdenken anzuregen»

Josef Bucher ist einer von 40 Erwerbswinzern im Kanton. Er baut in Eschenbach auf gut zwei Hektaren Wein an. Den Wettbewerb begrüsst er: «Viele denken, dass man in der Zentralschweiz keinen guten Wein machen kann. Die Prämierung hilft, ein Umdenken anzuregen.» Eine Ausmarchung könne den Weinanbau weiterbringen. Daher überlege er sich eine Teilnahme. In Aesch produziert Kurt Huwiler – ebenfalls auf rund zwei Hektaren – Rot- und Weisswein. Und er sitzt im Vorstand des Zentralschweizer Weinbauvereins. Dieser habe ebenfalls geplant, einen Wettbewerb zu lancieren. Dass nun der Kanton vorprescht, sieht er nicht als Problem. «Es zeigt die Wertschätzung und ist eine Anerkennung.» Zudem sei es ein Vorteil, wenn die Prämierung von unabhängiger Stelle organisiert werde. Schade findet er bloss, dass der Wettbewerb nach dem Frostjahr ins Leben gerufen wird. «Da ich meinen Wein mit Fremdwein ergänzen musste, kann ich nicht teilnehmen und bin so doppelt gestraft.»

Beat Felder ist in der Innerschweiz für den Rebbau verantwortlich. Er unterstreicht die Innovationskraft der Luzerner Winzer. «Wir haben eine einzigartige Weinvielfalt und mit rund einem Viertel einen grossen Anteil an pilzwiderstandsfähigen Sorten.» Auch beim Bio-Anteil liege Luzern weit über dem Schnitt. Am meisten Wein wird im Seetal produziert, gefolgt von der Region Vierwaldstättersee, Wiggertal, Sempachersee und Surental. Felder rechnet mit einem sehr guten Weinjahr. «Wir gehen davon aus, dass dieses Jahr erstmals eine Flasche pro Einwohner produziert wird – also rund 400 000.»

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