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Der Kanton Luzern treibt die Digitalisierung voran

Die Luzerner Staatsanwaltschaft und die Polizei erhalten eine Onlineverbindung für
den Datenaustausch. Entwickelt wird sie von einer Firma, die kürzlich in den Kanton Luzern zog.
Roseline Troxler
Polizeirapporte werden ab nächstem Jahr automatisch von der Polizei an die Staatsanwaltschaft übertragen – alles digital. (Symbolbild: Roger Grütter)

Polizeirapporte werden ab nächstem Jahr automatisch von der Polizei an die Staatsanwaltschaft übertragen – alles digital. (Symbolbild: Roger Grütter)

Schnellere Arbeitsabläufe und keine Doppelerfassungen. Die Zusammenarbeit zwischen der Luzerner Polizei und der Staatsanwaltschaft soll erleichtert werden. Heute erhält die Staatsanwaltschaft die Polizeirapporte in Papierform. Danach erfasst sie diese manuell in ihrem System. Doch damit ist bald Schluss.

Der Datenaustausch soll künftig über ein Abrufverfahren zwischen den Strafverfolgungsbehörden erfolgen. Grundlage ist eine Onlineverbindung zwischen den beiden Stellen. «Juspol» heisst das kantonale Projekt für die Schnittstelle (wir berichteten).

Entwickler haben den Sitz seit kurzem in Sursee

Für deren Entwicklung kommt die Firma Delta Logic AG ins Spiel, die sich Mitte Monat in Sursee niedergelassen hat. Bereits heute nutzt Luzern mit 13 anderen Kantonen die Software Tribuna der Firma Delta Logic AG für verschiedene Stellen, darunter das Arbeitsgericht, die Bezirksgerichte, das Kantonsgericht oder das Kriminalgericht. Die Firma mit 30 Mitarbeitern hatte ihren Sitz zuvor im aargauischen Niederlenz. Geschäftsführer Sandro Bollardini sagt: «Der Kanton Luzern ist für uns ein wichtiger Partner. Mit dem Umzug sind wir quasi in die Nähe unserer Kunden gezogen.» Auch die anderen Zentralschweizer Kantone setzen auf die Software der Firma.

Laut Erwin Rast, zuständig für die Kommunikation des Justiz- und Sicherheitsdepartements, entstehen für die Implementierung der Schnittstelle zwischen der Staatsanwaltschaft und der Polizei für die Stawa «keine Investitionskosten, weil sie den Pilot für andere Kantone durchführt». Auch die Projektkosten für die Polizei würden durch mehrere Polizeikorps geteilt. «Die bisherigen Erfahrungen aus anderen Projekten zeigten, dass dieses Vorgehen die Kosten überschaubar macht», sagt Rast. Einen konkreten Betrag für die künftigen Lizenzkosten kann er derzeit noch nicht nennen. Rast geht davon aus, «dass wir die Schnittstelle gegen Ende des 3. Quartals 2019 in Betrieb nehmen können».

Weitere Schnittstellen sind geplant

Ist die Onlineverbindung installiert, soll auch eine Schnittstelle zum Amt für Migration und dem Strassenverkehrsamt geprüft werden. «Eine Umsetzung im Jahr 2020 sehen wir als realistisch an», sagt Rast.

Sandro Bollardini sieht die Vorteile der geplanten Online-Verbindung zwischen Polizei und Stawa darin, dass Polizeirapporte nicht mehr von verschiedenen Stellen erfasst werden müssen und die Dokumente ohne Medienbrüche weitergegeben werden. «Durch das Abrufverfahren werden die Fehlerquoten reduziert.» Gleichzeitig seien mehrere Zugriffe möglich und die Bearbeitung der Daten einfacher nachvollziehbar. Erwin Rast geht davon aus, dass die Schnittstelle dazu beiträgt, «die Effizienz und Qualität zu steigern».

Die gesetzlichen Grundlagen für das Projekt «Juspol» liefert die Aktualisierung des Polizeirechts, die im September 2017 vom Luzerner Kantonsparlament gutgeheissen wurde.

Luzern ist einer von drei Pilotkantonen

Nicht nur bei der Schnittstelle zwischen Polizei und Stawa sieht Bollardini den Kanton Luzern als Vorreiter. «Luzern ist neben dem Wallis und Appenzell Ausserrhoden einer von drei Pilotkantonen, deren Staatsanwaltschaft wir mit einer neuen Version unserer Software digitalisieren.» Für 2019 ist die Pilotinstallation geplant.

Auf nationaler Ebene sind zudem mehrere Projektgruppen unter Einbezug der Gerichte mit der Thematik beschäftigt. Der Start der Umsetzungsphase der E-Akte ist ab 2021 vorgesehen.

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