Der Krienser Einwohnerrat sagt Ja zum Wasservertrag mit EWL – mit Nebengeräuschen

Die Stadt Kriens bezieht auch die nächsten 17 Jahre Wasser von Energie Wasser Luzern (EWL). Dennoch ist der Einwohnerrat nicht ganz zufrieden mit der Situation.

Stefan Dähler
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Blick in das EWL-Quellwasserwerk am Sonnenberg.

Blick in das EWL-Quellwasserwerk am Sonnenberg.

Bild: Pius Amrein (19. Oktober 2018)

Der Entscheid fiel sehr deutlich: Mit 27 Ja- zu einer Nein-Stimme bewilligte der Krienser Einwohnerrat am Donnerstag den neuen Wasserversorgungsvertrag mit Energie Wasser Luzern. Der aktuelle Vertrag mit dem Unternehmen, das der Stadt Luzern gehört, läuft Ende 2022 aus. Der neue gilt bis 2039.

Dass der Vertrag nötig ist, war unbestritten. Kriens kann mit eigenen Quellen nur etwa 40 Prozent des eigenen Wasserbedarfs abdecken. Die restlichen 60 Prozent bezieht die Stadt von EWL; das sind mindestens rund 1,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

Abhängigkeit von EWL in der Kritik

Dennoch gab das Traktandum zu reden. Viele Parlamentarier stimmten dem Vertrag nur zähneknirschend zu. Sie störten sich an der Abhängigkeit von EWL. «Es gibt keine richtige Alternative», fasste Manuel Hunziker (GLP) die Situation zusammen. Ebenfalls auf Kritik stiess, dass der Einwohnerrat erst jetzt über den Vertrag entscheiden kann. «Es ist 5 vor 12. Wir können nur noch Ja sagen, wenn wir keinen vertragslosen Zustand wollen», sagte Viktor Bienz (CVP).

Darum wurde ein Antrag der vorberatenden Kommission für Bau, Verkehr und Umwelt oppositionslos überwiesen. Diese verlangt vom Stadtrat die Erstellung einer Versorgungsstrategie, die als Grundlage für die nächsten Vertragsverhandlungen gelten soll. «Verträge mit mehreren Anbietern wären für die künftige Verhandlungsposition besser», sagte Raphael Spörri (SP). So könnte man auch aus Horw oder Emmen zusätzliches Wasser beziehen. Im Raum steht aufgrund eines FDP-Vorstosses der Bau einer Wasserleitung nach Emmen im Rahmen des Bypass-Projekts.

Stadtrat will Strategie erarbeiten

Auch Bauvorsteher Maurus Frey (Grüne) begrüsste den Antrag für die Erstellung einer Strategie. Eine solche fehle derzeit. Er erinnerte aber den Einwohnerrat daran, dass dies so sei, weil das Parlament 2015 einen Planungskredit zur Wasserzukunft noch abgelehnt hatte.

Ebenfalls für Diskussionen sorgte, dass die erste Version des Berichts und Antrags zahlreiche Formfehler enthielt. Darum musste dieser kurz vor der Einwohnerratssitzung noch stark überarbeitet werden. Am Donnerstag stimmte der Einwohnerrat über einen Sonderkredit von brutto 8 Millionen Franken während 10 Jahren für den Wasserbezug ab. Ursprünglich beantragt waren netto 12,8 Millionen Franken für die gesamte Vertragsdauer von 17 Jahren. Auf die effektiven Kosten sowie den Inhalt des Vertrags mit EWL habe das aber keinen Einfluss, sagte Maurus Frey.